Currently viewing the tag: "Rezension"

Wer wie der Rezensent einige Jahre nach dem Ende des II. Welkrieges gebo­ren und in der Zeit deut­scher Zweistaatlichkeit auf­ge­wach­sen ist, der ist zum Glück von Kriegen und staat­lich befoh­le­nen Kriegseinsätzen fern in frem­den Landen ver­schont geblie­ben. Erst mit dem Übergang ins 21. Jahrhundert ist das nun doch wie­der deut­sche Normalität gewor­den. Über das Leiden der Menschen in den über­fal­le­nen (“huma­ni­tär befrei­ten”) Länder gibt es kaum Zweifel, auch wenn diese in den Mainstreammedien nur am Rande, als uner­heb­li­che Kollateralschäden, vor­kom­men. Noch nicht so sehr ins Bewußtsein gelangt ist, daß auch die “Befreiungskrieger” und Besatzer in Massen Schaden neh­men – ganz im Gegensatz zu ihren poli­ti­schen Auftraggebern und einer anfeu­ern­den Journaille.

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Es gibt mei­nes Wissens nicht viele Bücher, die sich mit dem Krieg der USA und ihrer Verbündeten gegen den Irak befas­sen. “Im toten Winkel” ist eines davon. Walter Dean Myers schreibt ein Quasi-Tagebuch eines jun­gen Soldaten, der im Irakkrieg ist und der “Civil Affairs” ange­hört, die Vertrauen schaf­fen soll. Ein rela­tiv ver­geb­li­ches Unterfangen.

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Im blei­chen Licht des Vollmonds lag das lang­ge­streckte Felsmassiv von El Torcal vor Dolores. Plötzlich ein Schatten, eine Bewegung am Rande des Lichtkegels der Scheinwerfer, ein Schlag, der Dolores in die Gurte schleu­derte – sie hatte einen Menschen ange­fah­ren! Entsetzt stieg sie aus und sah nach. Ein schwarz geklei­de­ter Mann lag leise stöh­nend am Straßenrand. Während Dolores nach ihrem Handy kramte, stürzte eine nackte, ath­le­ti­sche junge Frau aus dem Dunkel, die Hände mit einer Kette vor dem Bauch gefes­selt und mit einer Eisenkugel, die sie jetzt mehr­mals auf den Kopf des Mannes sau­sen ließ, wäh­rend sie immer wie­der »Es war die dritte Jagd!« schrie – bis er voll­kom­men leb­los war.”

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Jeder von uns kennt wohl aus zahl­rei­chen alten und neue­ren Büchern und Filmen die Abenteuer von Robin Hood und die Legenden um König Richard Löwenherz und Kaiser Friedrich Barbarossa. Und nicht wenige von uns ken­nen sicher­lich auch Lessings „Nathan der Weise“ mit der berühm­ten Ringparabel. Und wenn von Löwenherz, Barbarossa und Nathan die Rede ist, dann muß man auch über Sultan Saladin (Salah ad-Din) reden. Was ist Fiktion, was his­to­risch ver­bürgte Wahrheit? All diese Personen, und viele andere, begeg­nen uns auch im neu­es­ten Roman von Silvia Stolzenburg, erschie­nen in der Edition Aglaia im klei­nen, aber sehr ambi­tio­nier­ten Bookspot-Verlag München. Silvia Stolzenburg erzählt das Geschehen vom Ende des 12. Jahrhunderts, rund um den drit­ten Kreuzzug, auf eine neue, aber äußerst fas­zi­nie­rende und vor allem auf eine sehr lesens- und nach­den­kens­werte Weise.

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Seit FBI-Agent Lucian Glass von der Psychologin Sarah Bellmer hyp­no­ti­siert wurde, quä­len ihn mys­te­riöse Erinnerungen. Visionen frü­he­rer Leben? Während er noch ver­sucht, die Dämonen der Vergangenheit zu besie­gen, gerät er unver­se­hens ins Zentrum des kühns­ten Kunstraubs der Geschichte: Aus dem New Yorker Metropolitan Museum of Art wird eine antike Skulptur des Gottes Hypnos gestoh­len. Ist sie der Schlüssel zum Rätsel der Wiedergeburt – in den Händen eines ver­rück­ten Mörders? Für Lucian und sein Ermittlerteam beginnt ein gna­den­lo­ser Wettlauf gegen die Zeit. Können sie die Skulptur auf­spü­ren, ehe eine töd­li­che Katastrophe geschieht?

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Die Zeitschrift MIZ – Politisches Magazin für Konfessionslose und AtheistInnen – wid­met sich in ihrer aktu­el­len Ausgabe 1/12 dem Schwerpunktthema “Streitfall kirch­li­ches Arbeitsrecht” zu. Und bei die­sem Thema ist keine Atempause ange­sagt. Erstmals tauchte die­ses Thema im Jahre 1977 in der MIZ auf. Seinerzeit ging es um einen eigent­lich ganz nor­ma­len Vorgang. Ein gewerk­schaft­lich orga­ni­sierte Arzt hatte an sei­nem Arbeitsplatz, einem Krankenhaus in kirch­li­cher Trägerschaft, ein Einladungsschreiben für eine Betriebsgruppenseitzung ver­teilt. Doch die Leitung des Hauses sah darin “eine uner­träg­li­che Hetze” und kün­digte dem Mediziner frist­los mit der Begründung, es han­dele ich hier um einen “äußerst schwer­wie­gen­den Verstoß gegen die Wahrung des Arbeitsfriedens”… Doch 35 Jahre spä­ter kann so etwas immer noch pas­sie­ren, auch wenn ein Bundes-Prediger unver­dros­sen “Freiheit” ver­kün­digt.

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Die Boten der Nemesis sind die Über­brin­ger schlech­ter Nachrichten und der aus­glei­chen­den Gerechtigkeit. Sie wer­den meta­pho­risch oft benutzt, um Katastrophenängste zu schü­ren. Warum und wem das nutzt erklärt Franz M. Wuketits in sei­nem aktu­ell erschie­ne­nen Buch.

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Wolfgang Amadeus Mozart ist einer der bekann­tes­ten und meist gespiel­ten Komponisten unse­rer Zeit. Zu Lebzeiten galt er erst als Wunderkind, spä­ter mußte er sich mehr schlecht und recht als einer der ers­ten frei­schaf­fen­den Musiker durchs Leben schla­gen. Er starb jung und hin­ter­ließ sei­ner Witwe neben zahl­rei­chen Manuskripten einen enor­men Schuldenberg.

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Das neu­este, vor eini­gen Tagen erschie­nene Buch „Keine Macht den Doofen” von Michael Schmidt-Salomon ist tat­säch­lich eine Streitschrift, eine recht pole­mi­sche sogar, die nicht jedem gefal­len wird und von ihrem Inhalt her auch nur in Ländern west­li­cher Prägung ver­öf­fent­licht wer­den konnte. Allein schon durch seine Abrechnung mit den Religionen würde er in etli­chen Regionen der Welt mit dem Tode bestraft wer­den.

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Was ein­mal funk­tio­niert hat, funk­tio­niert auch ein zwei­tes Mal. So den­ken viele Autoren und ver­fas­sen zu einem Thema, das mal ganz gut gelau­fen ist, eine Fortsetzung. In die Riege der Fortsetzungsschreiber reiht sich nun mit sei­nem neuen Buch „Luthers Kreuzfahrt“ auch der (Neu-)Thüringer Pastor und pro­mo­vierte Literaturwissenschaftler Felix Leibrock ein.

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Freizeit ist Freiheit.
Als ich das Buch bestellte, wusste ich noch nicht ein­mal, wie wich­tig es ist und wie bekannt. Ist es doch die ver­mut­lich ein­zige Schrift von Paul Lafargue, die einem etwas grö­ße­ren Kreis bekannt sein dürfte. Er ist – wie Radek – einer der Fastvergessenen.
Für mich jedoch stand vor­der­grün­dig der Titel des Buches im Fokus: “Das Recht auf Faulheit”. Das klingt für mich nicht nur sehr ver­lo­ckend son­dern auch logisch.

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Cleverer Titel, wer will schon zu den Doofen gehö­ren? Wahrscheinlich gibt es die gar nicht. Allenthalben wird über Geld-, Freizeit-, Echtewertemangel geklagt, über man­gelnde Intelligenz klagt nie­mand.

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Eine Streitschrift ist eine Streitschrift ist eine Streitschrift. Sie kann also nicht lang sein und sie kann auch nicht aus­führ­lich sein. Sie soll auf­rüt­teln und zu eige­nen Gedanken anre­gen. Und das schafft Michael Schmidt-Salomons Buch.

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Mit “Die Heilerin des Sultans” fin­det Silvia Stolzenburgs Trilogie rund um den Bau des Ulmer Münsters ihren krö­nen­den Abschluß. Dieser Band führt zurück in die Zeit um das Jahr 1400. Hauptschauplatz sind jedoch nicht mehr Ulm und die würt­tem­ber­gi­schen Lande, son­dern der Hof von Sultan Bayezid in Bursa, der dama­li­gen Hauptstadt des auf­stre­ben­den Osmanischen Reiches. Episoden spie­len auch in Venedig und im dem Untergang geweih­ten Byzanz.

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Seit Ende Mai liegt nun der zweite Band von Silvia Stolzenburgs Mittelalter-Trilogie rund um den Bau des Ulmer Münsters vor. Diese Fortsetzung mit dem Titel “Das Erbe der Gräfin” spielt in der nächs­ten Generation. Helden des ers­ten Bandes waren zwei Liebespaare, das eine aus dem Milieu der Steinmetzen, das andere aus dem Adel stam­mend. Das Handwerkerpaar zieht, aus Ulm geflo­hen, in Strasbourg die Frucht der heim­li­chen Liebe zwi­schen der Frau des Landesherrn und einem Ritter wie ihren eige­nen Sohn auf. In Band 2 macht die­ser, nach­dem er von sei­ner Herkunft erfah­ren hat, sich nach einem Streit mit sei­nen Zieheltern nach Ulm auf.

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Mittelalter-Romane und -Filme erfreuen sich nach wie gro­ßer Beliebtheit. Aber diese lie­fern zumeist nur weich­ge­zeich­nete Fantasy-Fiktion. Ein erfreu­lich ande­res Bild bie­tet ein bereits im Herbst 2010 erschie­ne­nes Buch, das der erste Teil einer Trilogie rund um den Bau des Ulmer Münsters ist.

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Bereits kurz nach dem Start sei­ner neuen Reihe Carat (“Romantik, Liebe, Leidenschaft”) hat der Münchner Bookspot den zwei­ten Band in die­ser Reihe his­to­ri­scher Liebesromane vor­ge­legt: Tereza Vaneks “Das Geheimnis der Jaderinge”. Die Geschichte vor dem Hintergrund des Taiping-Aufstandes (1851 – 64) spielt im China Anfang der 1880er Jahre. Ihren Anfang aber nimmt sie in der Hansestadt Hamburg.

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Der Philosoph Michael Schmidt-Salomon ist bekannt dafür, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und kei­nem Streit um die bes­se­ren Argumente aus dem Weg geht. Da ist es nur kon­se­quent, dass er nun mit Keine Macht den Doofen! Eine Streitschrift vor­legt, die in ihrer Radikalität ein­zig­ar­tig ist.

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Keine Macht den Doofen

On 29. Februar 2012 By

Eine Streitschrift im bes­ten Sinne: Fundiert, wohl durch­dacht, kon­zen­triert und kämp­fe­risch im Stil ist sie an Klarheit kaum zu über­bie­ten und lässt an Deutlichkeit nichts zu wün­schen übrig.

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Was wir daher in der gegen­wär­ti­gen Situation brau­chen, ist nicht mora­li­sche Empörung, son­dern kul­tu­relle Entblödung! Statt »Empört euch!« sollte es hei­ßen: »Entblödet euch!« Denndie große Konfliktlinie unse­rer Zeit ver­läuft nicht zwi­schen Gut und Böse, son­dern zwi­schen klug und blöde! Wohlgemerkt: Bei die­ser Differenz von Klugheit und Dummheit geht es nicht um Eigenschaften ein­zel­ner Individuen (auch ein extrem hoher IQ bie­tet kei­nen [...]

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Paulo Coelho – Elf Minuten

On 20. Februar 2012 By

Wie das so ist mit Büchern von mir unbe­kann­ten Bestsellerautoren: ich bin erst ein­mal sehr vor­sich­tig damit. Nicht oft ist das, was Vielen gefällt auch das, was mir gefällt. Und so bin ich auch bei die­sem Buch etwas zwie­späl­tig.

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WEIMAR. (fgw) Rolf Bergmeier, Alt-Historiker und Philosoph mit dem Spezialgebiet Spätantike (4/5. Jahrhundert) hat jetzt ein bemer­kens­wer­tes Buch über den Untergang der anti­ken Kultur in Europa vor­ge­legt. Wie konnte es kom­men, daß die hoch­ent­wi­ckelte Zivilisation des Römischen Reiches unter­ging? Wer trägt die Schuld daran? Gängige Theorien machen dafür laut­stark die Völkerwanderung, dem “Germanensturm”, oder die [...]

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Heute, am 13. Februar 2012, erscheint das neue Buch von Michael Schmidt-Salomon: „Keine Macht den Doofen“.

Im Vorfeld hatte ich gehört, Michael sei die Religionskritik zu lang­wei­lig gewor­den; er habe es satt, immer nur als Religionskritiker wahr­ge­nom­men zu wer­den, des­halb wolle er sich in Zukunft stär­ker der Dummheit zuwen­den, die in ande­ren Bereichen der Gesellschaft [...]

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WEIMAR. (fgw) Hin und wie­der erlebt man im Leben Augenblicke der Stagnation, die plötz­lich und uner­war­tet auf­tre­ten, ange­kün­digt durch nichts. Ob es ein Wechsel des Windes ist oder eine ver­än­derte Hochdrucklage. Vielleicht hat die Sonne auch nur zu lange oder zu sel­ten geschie­nen. Man wacht mit einem Male auf und ist unzu­frie­den und fragt sich, [...]

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