Tag: Medien (page 9 of 97)

Iran am Tag vor der Wahl

Berliner Mahnwache für den Iran

Berliner Mahnwache für den Iran, 12.06.2011

Über den Iran schreibe ich hier im Blog bereits seit Beginn an. Nach der Wahl 2009 und den darauffolgenden Unruhen im Land habe ich mich intensiv mit der Situation im Land und mit dem Nahen Osten generell beschäftigt. Und viel darüber geschrieben.

Morgen nun wird es im Iran die nächste Wahl geben. Eine, die meiner Meinung nach weniger innen- als viel mehr außenpolitisch wichtig sein wird. Warum, das habe ich in einem (kaum beachteten) Artikel vor einiger Zeit bereits versucht, klar zu stellen: ich denke nämlich, dass die morgige Wahl auch über das Verhalten “des Westens” in der Syrienfrage entscheiden wird.

Doch was könnte sich innenpolitisch im Iran durch die Wahl verändern? Vermutlich: nichts. Denn zwar hat der scheidende “Präsident” Ahmadinedschad ein Land hinterlassen, dass in weiten Bevölkerungsteilen verarmt ist; dessen Mittelschicht so gut wie nicht mehr existiert und dessen Rohstoffe vom islamischen Klerus kontrolliert werden. Aber der allmächtige Wächterrat hat schlussendlich keinen einzigen Kandidaten zur Präsidentschaftswahl zugelassen, der auch nur ansatzweise so etwas wie eine Alternative bieten kann.  Continue reading

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Die Lächerlichkeit einer künstlichen Empörung

Grabmal Benito Mussolinis am Friedhof von San Cassiano mit Touristen (Bild: Marzia Bisognin auf flickr.com)

Grabmal Benito Mussolinis am Friedhof von San Cassiano mit Touristen (Bild: Marzia Bisognin auf flickr.com)

Eine italienische EU-Abgeordnete hat den Staatsfeind Nummer Eins ausgemacht. Ein Wiener Lokal, das Panini mit den Namen berühmter Mafiosi und berühmter Mafia-Opfer verkauft. Sie fordert jetzt im EU-Parlament, dass niemand mehr mit dem Namen Mafia Geld verdienen darf. Ein Paradebeispiel künstlicher Empörung. In Italien geradezu lächerlich. Continue reading

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Hamed Abdel-Samad ist untergetaucht

Wie der ORF meldet, ist der Publizist abgetaucht.

Der deutsch-ägyptische Autor und Politologe Hamed Abdel-Samad ist nach Morddrohungen gegen ihn abgetaucht. Der Autor wurde nach islamkritischen Äußerungen bei einem Vortrag in Kairo von radikalen Islamisten mit der Fatwa belegt. „Hamed Abdel-Samad nimmt den Mordaufruf ernst und ist derzeit untergetaucht“, teilte sein Verlag Droemer Knaur in München mit.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, sagte gegenüber der Süddeutschen Zeitung: “Ich erwarte, dass sich die ägyptische Regierung deutlich und unmissverständlich davon distanziert.” 

Hamed Abdel-Samad selbst hatte die Bundesregierung in einem Spiegel-Interview zum Handeln aufgefordert.

Nic

Siehe dazu auch meinen Artikel von gestern.

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Die TAZ und Hamed Abdel-Samad

Hamed Abdel-Samad

Hamed Abdel-Samad

Nachdem die Giordano Bruno Stiftung den Mordaufruf gegen Hamed Abdel-Samad öffentlich machte und darin auch die Bundesregierung aufforderte, sich für den bekannten Publizisten einzusetzen, passierte erst einmal gar nichts.

Wir haben darüber diskutiert, ob das eventuell eine Art Stillhaltetaktik des Staates wäre, um Hamed nicht zu gefährden. Ähnliches kenne ich aus der Zeit, als die beiden deutschen Journalisten Marcus Hellwig und Jens Koch im Iran verhaftet und eingesperrt wurden.

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NSA-Überwachungsskandal

Der Whistleblower, der die Informationen zur Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA öffentlich machte, hat sich selbst enttarnt.

Der 29-jährige Edward Snowden hat sich dazu bekannt, die geheimen Dokumente an denGuardian und die Washington Post weitergeleitet haben. Continue reading

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Dank dem Herrn!

Wie weit darf Satire gehen? Nicht weit, wenn es nach dem WDR geht. Carolin Kebekus erlebt gerade zum zweiten Mal, wie heilig die katholische Kirche ist. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mitarbeiter im WDR bezeichnen die Zensur eines Kirchen-Raps hingegen als scheinheilig. (dwdl)

Ja, wie weit darf sie?

Ich halte es da mit Tucholsky: sie darf alles!

Nic

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Türkischer Frühling

Berlin_Istanbul17Seit dem vergangenen Wochenende berichten auch deutschsprachige Medien mehr oder weniger – meist weniger – über die Revolten in der Türkei. Dort protestiert trotz Informationssperre ein großer Teil der Bevölkerung gegen die schleichende Islamisierung der Gesellschaft unter Premier Tayyip Erdogan. Continue reading

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Gewalt gegen Kinder

Fotoquelle: medienwerkstatt-online.de

Fotoquelle: medienwerkstatt-online.de

Der Kriminologe Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen (KFN), hat gemeinsam mit seinem Kollegen Dirk Baier über “Christliche Religiosität und elterliche Gewalt” geschrieben. Die Studie steht als pdf bereits beim NDR zur Verfügung.

Die beiden Wissenschaftler haben zwei Befragungsstudien des KFN zum Teil neu ausgewertet: Eine deutschlandweite repräsentative Schülerbefragung aus den Jahren 2007 und 2008 sowie eine Erwachsenenbefragung aus dem Jahr 2011. Continue reading

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Chronik der Grünen Revolution

knesebeck-zahras-paradise-250Als Graphic Novels werden anspruchsvolle Comics bezeichnet, die häufig über gesellschaftliche oder politische Mißstände berichten. Die Bücher von Marjane Satrapi haben – auch in der Verfilmung – diese Stilart weltweit bekannt gemacht.

Bei Qantara kommt Khalil zu Wort, der mit seinen Graphic Novels über die iranische “grüne Revolution” derzeit Furore macht. Sein Buch – gemeinsam mit dem Autoren Amir – “Zahra’s Paradise” ist bislang in 16 Sprachen erschienen und erzählt die Geschichte der Zeit nach der gefälschten Wahl im Iran im Jahre 2009, die die Unruhen auslösten, die als “Grüne Revolution” bekannt wurden.

Nic

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Das Volk ist Schuld!

Wolfgang Schäuble 2012 - Foto: RudolfSimon CC BY-NC-SA 3.0

Wolfgang Schäuble 2012 – Foto: RudolfSimon CC BY-NC-SA 3.0

Manchmal frage ich mich tatsächlich, ob die von uns gewählten (?) Politiker begriffen haben, was Demokratie ist und wie sie funktioniert. Jüngstes Beispiel für das absolute Unverständnis demokratischer Vorgänge ist Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Herr über die Bundesmilliarden und Wächter der Landesgelder vertritt er die Auffassung, dass nicht Mißwirtschaft oder gar Totalversagen der Politik Schuld sind am Desaster um den Berliner Flughafen oder gar an Stuttgart 21 – nein, das dämliche Wahlvolk ist es!

Schuld sei die Bevölkerung, die während der Planung ihre Einstellung zu den Projekten ändere, etwa durch Lärmschutz- oder Umweltschutz-Wünsche. (Deutsche Wirtschafts Nachrichten)

Also gerade im Falle des BER finde ich die Demonstrationen gegen den Fluglärm etwas … nun ja: zwar verständlich – aber eben auch irgendwie erstaunlich. Denn dass die Bewohner der am Tegel angrenzenden Berliner Stadtbezirke seit Jahrzehnten unter dem Fluglärm leiden, ist offenbar gleichgültig(er) – handelt es sich doch dabei eher um “ärmere” Leute.

Doch zurück zu unserem Herrn Schäubele.

Das ist ja in Berlin das große Thema, wo man die Flugschneisen macht, so, das ist auch das Problem beim Stuttgarter Hauptbahnhof, mit allem Respekt, und in München war es beim Flughafen wahrscheinlich auch… Weil das so ist, müssen wir unseren Mitbürgern wieder und wieder sagen: Leute, wenn wir fliegen wollen, wenn wir Autofahren wollen, wenn wir Bahnfahren wollen…, dann müssen wir auch irgendwo die Straßen bauen, damit gefahren werden kann, und irgendwo die Flugplätze, damit man fliegen kann, sonst funktioniert es nicht.

Und ganz richtig stellt der Kommentator der Deutschen Wirtschafts Nachrichten erstaunt fest:

Niemand in Berlin hat in den vergangenen Jahren gesagt, dass man den Flughafen überhaupt nicht braucht. Das Milliarden-Desaster kommt von einer unverantwortlichen, inkompetenten Planung, die die Politik zu verantworten hat.

Er konstatiert in der Schäubelschen Aussage daher eine “tief sitzende Verachtung für den Bürger”.

Nic

PS: Auch lesenswert ist die Argumentation, mit der er Schäubles Versuch, den Bau des Kölner Doms mit den heutigen Großprojekten zu vergleichen, in kleine Stücke zerhackt:

Der Kölner Dom wurde übrigens nicht vor Steuergeldern finanziert: Er war ein Projekt der Kirche in einem feudalistischen System.
Aber dort will Schäuble wieder hin…
Der größte Unterschied zwischen dem Schäubleschen Feudalsystem und der katholischen Kirche besteht jedoch darin, dass man aus der Kirche austreten kann, wenn es einem nicht passt.
Dem Staat kann dagegen keiner entrinnen.

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