Artikel getaggt mit ‘Medien’

September 8th, 2010

kein Kommentar

…denn das könnte ich nicht emotionslos kommentieren…

Auf der ganzen Welt protes­tieren Menschen gegen das Schicksal von Sakineh Mohammadi Ashtiani. Die 43-Jährige wurde im Iran zum Tod durch Steinigung verurteilt. Nun verteidigt Hani Ramadan das barbarische Todesurteil: «Die ­Steinigung hat abschreckende Wirkung», sagt er zu «Le Matin». Sie sei insofern gerechtfertigt, als «diese Frau wegen Ehebruchs und Mordes verurteilt wurde».
Dass ein ausgebildeter Imam hierzulande [gemeint ist die Schweiz] unbehelligt die Steinigung verteidigen darf, ist für Politiker ein Skandal…

Quelle: 20 Minuten Online

September 7th, 2010

An Herrn M. Matussek

Matthias Matussek schreibt bei  SPON dieses:

Was all die Ausgrenzungstechniker nicht begreifen, ist, dass sich das, was Sarrazin verkörpert, nicht ausgrenzen lässt. Es ist die Wut von Leuten [...] Die wütend zur Kenntnis nehmend lesen, dass sich westliche Staatsmänner für Frauen in einem islamischen Land einsetzen müssen, weil diese dort als Ehebrecherinnen gesteinigt werden sollen.

Stimmt! Wie doch genau die westlichen Staatsmänner dafür stehen, keine Geschäfte mit dem iranischen Regime zuzulassen und permanent auf die Menschenrechtsverletzungen in Iran hinweisen. Man weiss schon gar nicht mehr, wie man dem entgehen soll. (Achtung, das war Zynismus!)

Die von Matussek benannten Staatsmänner sind auf einen Zug aufgesprungen, den sie weder fahren noch zum Fahren brachten. Diese Staatsmänner unterstützen weiterhin mehr oder weniger offen das klerikale Regime in Iran – und die Geschäfte mit diesem. Scham und Schande über sie!

Nur weil unter anderem auch Mina Ahadi die Weltpresse auf den Fall Shiva Nazar Ahari aufmerksam gemacht hat, konnte die Damen und Herren Staatsmänner die Augen davor nicht mehr verschließen. Und fühlten sich aus populistischen Gründen veranlasst, dazu irgendetwas heraus zu posaunen. Wichtiges, Grundlegendes war das alles nicht.

Ich nenne, was Herr Matussek da von sich gibt, verlogen. So wie der Spiegel insgesamt in der Debatte “Sarrazin” verlogen ist. (siehe die Quellenauszüge hier)

Nic

Hinweis: eine lesenswerte Gegendarstellung zum gesamten Matussek-Artikel findet sich im MigrationsBlog.

September 6th, 2010

Jörg Lau zur Sarrazin-Debatte

Zur Sarrazin-Debatte fällt mir partout nichts Besseres ein als mein nun auch schon fast ein Jahr alter Text von der Seite 3 der ZEIT. Steht alles drin, was ich dazu denke.
[...]
Im Lettre-Interview ist alles schon enthalten – die feine eugenische Note, die Unterschichtenverachtung, die Suggestion, dass Deutschland durch die Fruchtbarkeit der Türken und Araber immer dümmer wird. Das postume Erschrecken mancher Kollegen ist entweder Unkenntnis oder Heuchelei, ebenso wie die zahlreichen Versuche, das nun unter den Teppich zu kehren mit dem Hinweis, dass er doch bitteschön “kein Genetiker” (Sarrazin) sei und es ihm primär um die Integration gehe.

Nur eins noch: Dass ein Mann erst in dem Moment ins “Reich des Widerlichen” eintritt, in dem er etwas über Juden und Gene sagt, während er vorher ungestraft und unter großem Gejohle und bedächtigem Kopfwiegen des Publikums über türkische und arabische Gene bramarbasieren kann – das kann einem auch zu denken geben.

http://blog.zeit.de/joerglau/2010/09/06/im-reich-des-widerlichen-kein-kommentar-zu-sarrazin_4105

September 6th, 2010

Oliver Welke über Sarrazin

Ja, ich weiss, ich wollte bis zu dem Moment, da ich das Buch ausgelesen habe, nichts mehr über Sarrazin sagen. Aber dieses Video MUSSTE ich einfach einstellen:


Quelle: YouTube

Nic

August 31st, 2010

Thilo Sarrazin stellte sein Buch vor

BERLIN. (hpd) Nachdem in den letzten Tagen in so ziemlich allen Medien ein ungeheurer Rummel um das Buch „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin entfacht wurde, stellte der Autor das Buch heute in der Bundespressekonferenz vor. Dabei begleitete ihn Necla Kelek, die die Thesen des Herren Sarrazin unterstützte.

Das in Ausschnitten bei BILD und Spiegel erschienene Buch nimmt den Faden auf, den das sehr umstrittene Interview in der Lettre International aus dem Herbst 2009 fallen ließ. Dort ließ er auf fünf Seiten erste Ansätze dessen hören, was in seinem heute vorgestelltem Buch Hauptinhalt ist. Seine Aussage, dass „Araber und Türken in dieser Stadt [gemeint ist Berlin], deren Anzahl durch falsche Politik zugenommen hat, […] keine produktive Funktion [haben] außer für den Obst- und Gemüsehandel…“ (Seite 198) sorgte seinerzeit für einen ähnlichen medialen Aufschrei, wie die ersten Ausschnitte aus seinem aktuellen Buch.

Thilo Sarrazin kann auf der Klaviatur der Medien hervorragend spielen. Der ausschnittsweise Vorabdruck in der BILD und dem Spiegel sowie die daraufhin zu erwartende Aufmerksamkeit für das Buch waren Kalkül. Denn schon im oben erwähnten Interview meinte er: „Die Medien lieben es, wenn Krach ist. […] Wenn man [das] bietet und den Eindruck erweckt, daß man seine Sache versteht, bekommt man mit der Zeit auch für kontroverse Stellungnahmen eine relativ hohe mediale Zustimmung.“(Seite 201)

Mediales Echo hat Sarrazin allerdings erreicht. Ob man das jedoch unbedingt Zustimmung nennen kann, steht auf einem anderen Blatt. Denn selbst große bürgerliche Blätter wie die FAZ am Sonntag kritisieren die Aussagen des Buches.