Schlagwort-Archiv: Iran

Zeitungen / Foto: Jeger (pixelio.de)

Israels Armeechef rechnet nicht mit iranischer Atombombe

Israels Armeechef rechnet nach eigenen Worten nicht damit, dass der Iran eine Atomwaffe bauen wird. „Der Iran nähert sich schrittweise dem Punkt, wo er eine Entscheidung treffen kann, ob er eine Atombombe bauen will“, sagte Generalleutnant Benny Gantz in einem Interview der Zeitung „Haaretz“, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Das Land habe aber noch nicht entschieden, ob es diesen zusätzlichen Schritt gehen werde.
Der oberste politische und geistliche Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, würde einen großen Fehler machen, wenn er so weit ginge, sagte Gantz. Er glaube aber nicht, dass Chamenei diesen Weg beschreiten werde. Er gehe davon aus, dass die iranische Führung aus rational denkenden Menschen bestehe.
Mit seiner Ansicht steht Gantz offenbar im Widerspruch zu Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Dieser warnte mehrfach, dass die iranischen Führer zur Atomwaffe greifen könnten, auch unter dem Risiko eines vernichtenden Vergeltungsschlages.

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Zeitungen / Foto: Jeger (pixelio.de)

Iran ohne Internet?

Heise schreibt: “Vom Iran aus sollen demnächst ausländische Webseiten nur noch sehr eingeschränkt erreichbar sein. Das hat laut einem Bericht der International Business Times der iranische Minister für Informations- und Kommunikationstechnik bekannt gegeben. Ab August sollen demnach alle iranischen Internet Service Provider (ISP) nur noch den Zugang zu einem “Nationalen Internet” zulassen.”

Ganz unerwartet ist die Ankündigung ja nicht; gibt es diese Pläne doch bereits seit einiger Zeit. Und auch wenn das iranische Regime diese Meldungen inzwischen dementiert hat: ich höre die Nachtigallen trapsen. Meine Vermutung ist, dass das Dementi ein vorläufiges ist; denn wenn die Infrastruktur für das komplette Kappen des Netzes vorhanden und installiert ist wird es geschehen.

Und es wird spannend zu beobachten, ob sich – wie im Falle des arabischen Frühlings – Menschen finden, die den jungen Iranern helfen werden, diese Blockade zu brechen.

Nic

Zeitungen / Foto: Jeger (pixelio.de)

Günter Grass’ Paukenschlag

Von Günter Grass war lange nichts mehr zu hören oder zu lesen. Fast vergessen ist der Mann. Doch heute meldet er sich mit einem Paukenschlag zurück:

Vor dem Hintergrund des Atomstreits mit dem Iran hat Literaturnobelpreisträger Günter Grass Deutschland und Israel scharf kritisiert.

Mit der Lieferung von Waffen könnte die Bundesrepublik zu einem Zulieferer eines “voraussehbaren Verbrechens” werden, schrieb Grass in einem Gedicht, das in der “Süddeutschen Zeitung” (Mittwochausgabe) veröffentlicht wurde.

Ich hoffe, dass das Gedicht auch online verfügbar wird…

Iraner in Würzburg - Video

Video der streikenden Iraner in Würzburg

Ohne Kommentar und nur mit kaum verständlichem Persisch wurde nun ein Video von einer Demonstration der Iraner veröffentlicht, die in Würzburg gegen die Bedingungen streiken, unter denen sie leben müssen.

Nic

Logo der Berliner Jusos

Berliner Jusos wollen Krieg in Iran

Logo der Berliner Jusos
Logo der Berliner Jusos

Die Berliner Jungsozialisten sind der Meinung, einem Krieg Israels gegen den Iran schon einmal vorab zustimmen zu müssen. Sie sind der Meinung, dass schon allein der Versuch einer atomare Aufrüstung des Iran genügt, um schon mal präventiv zu bombardieren.

Da fällt mir ein: wer hat seinerzeit die “Burgfriedenspolitik” mitgemacht und Kaiser Wilhelm II. den Allerwertesten geleckt als jener meinte:

„Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche! Zum Zeichen dessen, dass Sie fest entschlossen sind, ohne Parteiunterschied, ohne Stammesunterschied, ohne Konfessionsunterschied durchzuhalten mit mir durch dick und dünn, durch Not und Tod zu gehen, fordere ich die Vorstände der Parteien auf, vorzutreten und mir das in die Hand zu geloben.“
Diese von Reichskanzler Bethmann Hollweg formulierten Sätze trafen bei den Parlamentariern selbst von der oppositionellen SPD auf fast ungeteilte Zustimmung. [Wikipedia]

Und nur wenig später wurde auch von Seiten der SPD der Aufrüstung Deutschlands und dem Kriegsbeginn zugestimmt. Insofern sind die Jungsozialisten ja einfach nur traditionsbewußt. Allerdings auch lernresistent.

Immerhin: zur (kaum noch vorhandenen) Ehre der SPD sei erwähnt, dass dies “die Position der Jusos sei „nicht die der Partei“ [sei], sagte am Dienstag der Geschäftsführer der Berliner SPD, Rüdiger Scholz.”

Nic

Israeli und Iranierin (Foto: Karine Shilo)

Israel-Loves-Iran/Iran-Loves-Israel

Israeli und Iranierin (Foto:  Karine Shilo)
Israeli und Iranierin (Foto: Karine Shilo)

Während sich der Ton Israels gegenüber dem Iran immer mehr verschärft und die ersten bereits nicht nur über einen Krieg, sondern sogar über den Ausgang dessen spekulieren, findet sich im Internet eine beachtenswerte Gegenbewegung.

So wurde eine Gruppe Israel-loves-Iran gegründet, in der Menschen Bilder zeigen, die darstellen, dass die Bevölkerung Israels kein Interesse an einem Krieg hat. Kurz darauf erschien auch eine entsprechende Gruppe Iran-loves-Israel, in der das Gleiche von iranischer Seite aus gemacht wurde.

Ronny Edry ist ein Designer aus Tel Aviv. Er hat mit einem privaten Foto eine Facebook-Bewegung gestartet. Unter einem Foto mit seiner Tochter schrieb er: “Iraner. Wir werden euer Land niemals bombadieren. Wir lieben euch.” Es ist eine kleine Botschaft, die er auf der Facebook-Seite seiner Grafikschule Pushpin Mehinaveröffentlichte. Edrys Kommentar beginnt mit den Worten “An das iranische Volk, an alle Väter, Mütter, Kinder, Brüder und Schwester. Bevor es einen Krieg zwischen uns gibt, müssen wir voreinander Angst haben, wir müssen hassen. Ich habe keine Angst vor euch. Ich hasse euch nicht. Ich kenne euch nicht einmal.” Was dann folgte, damit hatte er nicht gerechnet. Tausende teilten das Foto, er erhielt hunderte Nachrichten. [Quelle]

Nic

[zuerst erschienen beim hpd]

Asylbewerber im Hungerstreik

Iraner in Würzburg im Hungerstreik

Im bayerischen Würzburg sind seit Dienstag acht iranische Asylbewerber in den Hungerstreik getreten. Der Streik richtet sich vor allem gegen das schleppende Asylverfahren. Der Sprecher der Gruppe, Hassan Hosseinzadeh, wartet seit nunmehr vier Jahren auf die Anerkennung. Dem Ex-Muslim würde in seinem Heimatland zumindest eine langjährige Haftstrafe, wenn nicht gar die Todesstrafe drohen.

Asylbewerber im Hungerstreik
Asylbewerber im Hungerstreik

Der Zentralrat der Ex-Muslime hat sich in einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung mit den Streikenden solidarisch erklärt. “Der Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) unter­stützt diese Aktion und ver­langt vom Innenministerium des Freistaats, eine humane und trans­pa­rente Asylpolitik zu gewähr­leis­ten. Besonders auch für Ex-Muslime und poli­ti­sche Dissidenten muss ein zügi­ges Asylverfahren das Bleiberecht in Deutschland sichern.”

In einem Interview mit der Süddeutschen spricht Hosseinzadeh über seine Enttäuschung. Aus einem unfreien Land sei er geflohen, weil er es nicht ertragen konnte, in seinem Leben dermaßen eingeschränkt zu werden. Mit “dass das nun Freiheit sein soll, seine Freiheit in der “Gemeinschaftsunterkunft Würzburg”, hat er nicht für möglich gehalten.” zitiert ihn die Süddeutsche.

In der Würzburger Unterkunft lebte auch Mohammad Rahsepar, der sich Ende Januar erhängte, da er die Bedingungen, unter denen die Asylbewerber leben müssen, nicht länger ertragen konnte. 1 Es hat den Anschein, als hätte diese Verzeiflungstat keinen Einfluss gehabt auf die Asylpolitik des Landes Bayern.
Die Stadt Würzburg versteht die Gründe für den Hungerstreik. In einem Bericht des Bayerischen Rundfunkes heißt es, dass die Situation in der ehemaligen Kaseren “auch von der Stadt Würzburg kritisch gesehen werde”. Deshalb “stehe man inhaltlich hinter den Forderungen der Asylbewerber”.

In der Pressemitteilung der Streikenden heißt es: “Wir werden unseren Streik fortführen, bis die Verantwortlichen für die bayerische Asylpolitik mit uns verhandeln und wir die Anerkennung unseres Asylantrags, sowie eine Verbesserung der Situation all der Schutzsuchenden in Deutschland erreichen.”

Das zuständige Sozialministerium weist jedoch alle Vorwürfe von sich: “Die Regierung habe in den letzten vier Jahren insgesamt rund 1,2 Millionen Euro für bauliche Verbesserungen in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft investiert.” ließ der Sprecher des Ministerium laut epd verlautbaren.

Ein Skandal jedoch muss genannt werden, was ein Mitarbeiter des bayerischen Sozialministeriums Mina Ahadi auf ihre Bitte um Verbesserung der Bedingungen im Asylbewerberheim Würzburg geantwortet haben soll: “Mir haben Menschen geschrieben: Wenn es denen hier nicht passt, sollen sie doch nach Hause gehen.”

Nic

Bildquelle: Bayerischer Rundfunk

Logo der Ex-Muslime

Iraner in Würzburg im Hungerstreik

Logo der Ex-MuslimePresseerklärung

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE)
20.03.2012

Seit dem 19. März 2012 greifen Flüchtlinge in Würzburg zu den Mitteln von Hungerstreik und Sitzstreik. Diesen aus dem Iran stammenden Menschen geht es darum, die Öffentlichkeit auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

Würzburg ist die Stadt, in der sich vor nicht einmal zwei Monaten der Iraner Mohammad Rahsepar umgebracht hat. In der Nacht vom 28. zum 29. Januar 2012 erhängte sich der Dreißigjährige in seinem Zimmer im Würzburger Asylbewerberheim. Er hinterlässt seine Frau und seinen siebenjährigen Sohn, die beide im Iran leben.

Jetzt wollen diese Flüchtlinge zeigen, aus welchem Land sie zu uns geflohen sind und wie wenig die Asylpolitik von Bayern mit humanen Werten oder Menschenwürde zu tun hat. Viele dieser Flüchtlinge leben in einer völlig unsicheren Situation, nach mehr als drei Jahren, manchmal sogar seit elf Jahren der Anwesenheit in Deutschland wissen sie immer noch nicht, ob sie hier bleiben dürfen.

Eine Abschiebung in den Iran ist lebensgefährlich – diese Leute brauchen unsere Unterstützung.

Der Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) unterstützt diese Aktion und verlangt vom Innenministerium des Freistaats, eine humane und transparente Asylpolitik zu gewährleisten. Besonders auch für Ex-Muslime und politische Dissidenten muss ein zügiges Asylverfahren das Bleiberecht in Deutschland sichern.

Hassan Hosienzadeh ist einer der Streikenden. Seit vier Jahren wartet der Ex-Muslim auf das erfolgreiche Ende seines Anerkennungsverfahrens. Bis heute hat Hosieni nur negative Antworten bekommen. Wir vom ZdE wissen, dass jede Abschiebung dieser Ex-Muslime zurück in den Iran ihre Todesstrafe und Hinrichtung bedeutet und verlangen, dass Herr Hosienzadeh hier schnellstmöglich Asyl erhält.

Wir verurteilen die gegenwärtige bayerische Asylpolitik und verlangen eine Verbesserung hinsichtlich der Lebenssituation von Asylbewerbern sowie das Bleiberecht für die Flüchtlinge aus Diktaturen wie beispielsweise aus dem Iran.

Mina Ahadi
Zentralrat der Ex-Muslime

Zeitungen / Foto: Jeger (pixelio.de)

Historischer Kompromiss

Beim Freitag finden sich ein paar von Vernunft diktierte Worte zur – besser: gegen – die Eskaltion im Atomstreit mit dem Iran. Lutz Herden meint, dass sich “durch Geben und Nehmen … im Atomstreit mit dem Westen ein Verhandlungspaket schnüren [ließe], das auf Konzessionen beruht.”

Natürlich lassen sich derartige Wege zum Kompromiss nur einschlagen, wenn der Westen auf die nie offiziell benannte, aber vorhandene Option verzichtet, das iranische Atomprogramm als Vorwand zu nehmen, um durch Gewalt von außen ­einen Regimewechsel im Inneren voran­zutreiben. Sich davon zu verabschieden, würde zu einer höher angereicherten Iran-Politik der USA und EU führen und das beschriebene Kompromisspaket irgendwann vielleicht schnüren lassen. Welche Alternative gäbe es? Der Abwurf bunkerbrechender Bomben über den Atomanlagen von Natans oder Qom ist jedenfalls keine.

Nic

Amadinedschad im ZDF-Interview

Ausschnitte aus ZDF-Interview mit Ahmadinedschad

Bei schwierigen Fragen “weicht Ahmadinedschad auf Grundsätzliches aus”, sagt ZDF heute journal-Moderator Claus Kleber, nachdem er den iranischen Präsidenten exklusiv interviewt hat.

Das komplette Interview gibt es ab 23 Uhr bei zdf.de.

Nic