Tag: Demokratie (page 11 of 44)

Luther-Preis für “Gotteslästerung”?

Wittenberg, Rathaus und Kirche

Wittenberg, Rathaus und Kirche

Auch in Deutschland ist die rus­si­sche Band Pussy Riot jetzt zum Thema gewor­den. Kurze Zeit nach der Verurteilung zu mehr­jäh­ri­gen Haftstrafen im Arbeitslager wer­den die jun­gen Bürgerrechtlerinnen nun hier­zu­lande der Gotteslästerung bezich­tigt. Die Frauen sind vom Wittenberger Stadtrat für den Luther-Preis 2012 nomi­niert wor­den.

Der Preis wird für „Das uner­schro­ckene Wort“ ver­lie­hen, für die gewagte Meinungsfreiheit und kri­ti­sche Äuße­run­gen gegen den Mainstream. Obwohl der Namensgeber des Preises oft mit def­ti­gen Bemerkungen Widersachern gerne mal die Meinung gesagt hat, mag manch einer (heut­zu­tage) ein sol­ches Verhalten bei den vor­ge­se­he­nen Preisträgerinnen nicht. Es wird ver­sucht, die Aktion in Moskau zu einer „Gotteslästerung“ auf­zu­bla­sen. Continue rea­ding

flattr this!

Wahlrechtschaos

Reichstagsgebäude

Reichstagsgebäude

Erinnert sich noch wer daran? Deutschland könnte, wenn es müsste, der­zeit kei­nen neuen Bundestag wäh­len. Grund dafür ist das voll­stän­dige Versagen “unse­rer” Politiker, ein neues Wahlrecht zu schaf­fen, nach­dem das Bundesverfassungsgericht das bis­he­rige den Regierenden um die Ohren schlug.

Das letzte mal schrieb ich dar­über am 25. Juli die­ses Jahres - viel ver­än­dert hat sich seit­dem nicht. Nur, dass es offen­bar einen neuen Entwurf für ein neues Wahlrecht gibt. Der aber so hah­ne­bü­chend ist, dass es dem Demokraten graust. Denn was bedeu­tet es? Dass der Bundestag auf 700 Sitze kom­men soll. Continue rea­ding

flattr this!

Waffen für den Weltfrieden

“Es liegt in unse­rem Interesse, wenn wir Partner dazu befä­hi­gen, sich für die Bewahrung oder Wiederherstellung von Sicherheit und Frieden in ihren Regionen wirk­sam ein­zu­set­zen.” 

Leopard 2a7

Leopard 2a7 (Foto: Wikipedia)

Nein, das ist kein Zitat eines bei Krauss-Maffay Beschäftigten; auch kei­nes von irgend­ei­nem ande­ren, der daran ver­dient. Sondern eines von der Kanzlerin die­ses Landes.

So viel Fremdschämen, wie hier ange­sagt wäre, kann ich gar nicht leis­ten. Continue rea­ding

flattr this!

Kopftuchstreit im Bloghaus

Albrecht Dürer: Kopftuch (gemeinfrei)

Albrecht Dürer:
Kopftuch (gemeinfrei)

Mein kur­zer Artikel, der eigent­lich nichts wei­ter war als die Zusammenfassung zweier, die ich für den hpd schrieb, wurde mehr­fach kom­men­tiert.

Ich bin - das sei vorab gesagt - sehr zufrie­den damit, auch gegen­tei­lige Positionen zu lesen; gerade Uwe Lehnert hat mich schon mehr­fach gelehrt, Dinge anders zu sehen. Dieses mal will ich aber nur auf einen Hinweis von Walter Otte ein­ge­hen. Dieser schreibt: Continue rea­ding

flattr this!

50 Jahre II. Vaticanisches Konzil - Der Papst und sein Dilemma

Petersplatz, gesehen von der Kuppel des Petersdomes

Petersplatz, gesehen von der Kuppel
des Petersdomes
Foto: Diliff, Wikipedia

WEIMAR. (fgw) In der aktu­el­len Diskussion um Erinnerungen und Enttäuschungen an das / nach dem 2. Vatikanischen Konzil (1962-65) gerät die Catholica in Erklärungsnot. Jeder will aus den Texten lesen, was er will. Und jeder fin­det sich darin wie­der und hat recht. Allen voran der Papst mit sei­ner pau­scha­len Aufforderung an alle „vom Christentum ent­frem­de­ten Menschen“, “nur mit not­wen­di­gem Gepäck” den Weg des Lebens zu bewäl­ti­gen, selbst aber Prunk und Protz wie kaum ein ande­rer vor ihm zu pfle­gen.

von Georg Korfmacher

Der Ratzinger-Papst pos­tu­liert, „die Neuheit in der Kontinuität zu erfas­sen”, wäh­rend sein Freund und Widersacher Hans Küng die Zeichen der Zeit ver­ste­hen … und mit­tel­al­ter­li­ches Kirchenrecht, mit­tel­al­ter­li­che Theologie und mit­tel­al­ter­li­che Liturgie im Mittelalter belas­sen möchte. Continue rea­ding

flattr this!

Deutschlands Probleme mit dem Islam

Albrecht Dürer: Kopftuch (gemeinfrei)

Albrecht Dürer: Kopftuch (gemeinfrei)

Es sind eigent­lich nur zwei kurze Meldungen. Doch beide betref­fen Gerichtsurteile, die den Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit dem Islam in Deutschland betref­fen.

So schrieb ich heute für die externe Presse des hpd:
“Ein zehn­jäh­ri­ges Mädchen musste das Gymnasium ver­las­sen, weil ihre Eltern der Auffassung waren, dass es gegen den Islam ver­stoße, wenn das Kind am vor­ge­schrie­ben Schwimmunterricht teil­neh­men würde. Das Angebot, einen sog. “Burkini” zu tra­gen genügte den Eltern nicht: “Weil in dem Unterricht auch Jungen sind, die in Badehose zu sehen wären.”

So also wird das Mädchen von sei­nen Eltern um die Möglichkeit einer guten Ausbildung gebracht. Continue rea­ding

flattr this!

Argentinien, Ruanda, Australien, Südkorea und Luxemburg sind neue nicht­stän­dige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats. Die fünf Länder wur­den in New York von der Vollversammlung der Vereinten Nationen gewählt.
Zeit

In Ruanda wer­den Kritiker der Regierung hart bestraft. Die Oppositionelle Victoire Ingabire sitzt im Gefängnis. Sie wollte mit ihrer Partei bei den Präsidentschaftswahlen antre­ten - und war­tet jetzt auf ihr Urteil.
Deutsche Welle

flattr this!

Ich glaub Euch nicht

Eigentlich sollte man sich sicher füh­len, wenn man die drei Worte zusam­men hört: Demokratie, Polizei und Geheimdienst. (Na gut, beim letz­ten bleibt immer eine gewisse Ambivalenz.)

Aber ich fühle mich nicht mehr sicher. In Deutschland ver­tei­len Mitarbeiter des Geheimdienstes bei den Rechtsaußen Todeslisten poli­ti­scher Gegner. Und in New York hat das FBI mal wie­der die Welt geret­tet - zumin­dest das Gebäude der US-Notenbank. Continue rea­ding

flattr this!

Putin, der Menschenfreund

Pussy Riot, Foto: Wikipedia

Pussy Riot, Foto: Wikipedia

In diver­sen Qualitätsjournaillien wird Zar Putin als gro­ßer Held gefei­ert - zu sei­nen 60. Geburtstag kom­men einige der Speichellecker gar nicht mehr aus ihrer Lobhudelei her­aus1 . Seit Ex-Kanzler Schröder ihn “einen lupen­rei­nen Demokraten” nannte, scheint der Mann hin­ter dem gefal­le­nen eiser­nen Vorhang zu so etwas wie ein Vorbild für deut­sche Politiker und Journalisten abzu­ge­ben. Endlich wie­der ein star­ker Mann, zu dem man auf­schauen darf!

Daran hat sich offen­bar seit Tucholskys Zeiten nichts geän­dert: noch immer brüllt der deut­sche Spießbürger nach star­ker Führung. Und das wis­sen Politiker aus­zu­nüt­zen: “Die Deutschen akzep­tie­ren robuste poli­ti­sche Führung.” sagte sei­ner­zeit Helmut Kohl2.
Continue rea­ding

flattr this!

Zivilcourage als Handlungstypus kann trainiert werden

WEIMAR. (fgw) Zivilcourage – die­sen Begriff füh­ren Politiker und auch Journalisten immer wie­der im Munde und for­dern bei Konflikten in der Gesellschaft gerne den „Normalbürger“ auf, Zivilcourage zu zei­gen. Aber was bedeu­tet eigent­lich die­ser Begriff? Zivilcourage heißt oft auch zu wider­spre­chen, sich gegen bestimmte, zum Teil gesell­schaft­lich akzep­tierte Werte und Handlungsmuster auf­zu­leh­nen.

von Isabel Zahn

Doch wie kann das gesche­hen? Kritisch den­kende Menschen, egal wie jung oder wie alt, soll­ten des­halb gestärkt und ermu­tigt wer­den, sich ein­zu­mi­schen, zu han­deln und für huma­nis­ti­sche Wertvorstellungen ein­zu­tre­ten.

Zivilcourage ist hier­bei als Handlungstypus zu sehen, nicht als Persönlichkeitseigenschaft. Daher sollte bereits in der Schule die Fähigkeit zum Wahrnehmen und Eingreifen in Konfliktsituationen geför­dert wer­den und ent­spre­chende Verhaltensformen erprobt und reflek­tiert wer­den, abhän­gig vom situa­ti­ven Kontext, um die­ses Handeln auf spon­tane Situationen im Alltag zu über­tra­gen.

Es gilt, eine Kultur des Hinschauens und Einmischens zu ent­wi­ckeln, Denken und Handeln zu ver­knüp­fen und die­ses Handeln wie­derum zu reflek­tie­ren.

Eine kon­flikt­fä­hige Gesellschaft ist auch immer eine, die nicht ste­hen­bleibt, die zum Anspruch hat, sich wei­ter zu ver­bes­sern, darum strei­tet, wie wir zusam­men­le­ben wol­len und in der jeder an die­sem gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Dialog teil­hat.

Wenn wir Strategien und Möglichkeiten ent­de­cken, Konflikte im klei­nen, im zwi­schen­mensch­li­chen Bereich fried­lich zu lösen, befä­higt uns das auch, diese Lösungen in grö­ße­ren Zusammenhängen anzu­wen­den. Zivilcourage kann trai­niert wer­den, auch mit­tels eines „Theaters der Unterdrückten”.

Was ist Zivilcouragetraining?

Zivilcourage, auch sozia­ler Mut genannt, bezeich­net ein öffent­li­ches Handeln, wel­ches sich an ide­el­len, huma­nen und demo­kra­ti­schen Werten ori­en­tiert und in Situationen gezeigt wird, in denen die Interessen oder die Integrität einer Person bedroht sind: Situationen wie rechte Gewalt, Rassismus aber auch Formen nicht-körperlicher Gewalt.

Es geht darum, die Meinungsfreiheit zu ver­tei­di­gen, Widersprüche zu akzep­tie­ren und andere nicht zu dis­kri­mi­nie­ren. Zivilcourage oder auch sozia­ler Mut sollte in allen Lebensbereichen geför­dert und gelernt wer­den, ob in Schule, Berufsleben, öffent­li­chen Verkehrsmitteln oder in gro­ßen Organisationen oder Institutionen. Die Ohnmacht und Hilflosigkeit in man­chen Situationen hin­dert uns steu­ernd ein­zu­grei­fen, aber man kann Motivation und Qualifikation zum Eingreifen för­dern..

Was ist das “Theater der Unterdrückten”?

Die Technik des Theaters der Unterdrückten stammt von Augusto Boal, der in Brasilien in den 1950/60er Jahren ein päd­ago­gi­sches Theater ent­wi­ckelte.

Sein Ansatz ist es, dass Menschen sich selbst befä­hi­gen, gemein­sam ihre Gegenwart mit Bezug auf ihre Vergangenheit zu ana­ly­sie­ren und ihre Zukunft selbst zu erfin­den.

Unterdrücken ist nach Boal, Menschen das Recht auf die Teilnahme am gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Dialog über unser Zusammenleben vor­zu­ent­hal­ten.

Ausgangspunkt sol­len die Erfahrungen des Individuums sein, das sich sei­ner Rolle inner­halb der Gesellschaft und des poli­ti­schen Systems bewusst wird. Es fin­det dabei ein stän­di­ger Wechsel zwi­schen Perspektiven, Reflexion und Aktion statt. Unterdrückungssitutionen wer­den dar­ge­stellt, unter­bro­chen, neue Handlungsalternativen wer­den erprobt.

Klassisches Theater wird umge­wan­delt in ein gemein­sa­mes Lernen auf glei­cher Augenhöhe. Die Subjekt-Objekt-Beziehung zwi­schen Schauspieler und Zuschauer, genauso wie die zwi­schen Lehrer und Belehrtem, soll in einen gemein­sa­men Dialog und in das gegen­sei­tige Lernen von­ein­an­der auf­ge­löst wer­den.

Um die aller­seits gefor­derte Zivilcourage zu zei­gen, lohnt es sich einen Ausflug in die Theaterpädagogik zu machen. Nicht vor­ge­fer­tigte Handlungsschemen zu über­neh­men, son­dern aus­zu­pro­bie­ren, Zivilcourage von und mit­ein­an­der zu ler­nen, Handlungsalternativen zu erfin­den, um selbst­be­wusst am Dialog der Gesellschaft teil­zu­neh­men und gewalt­freie, kon­struk­tive Lösungen von Konflikten zu fin­den.

Studenten haben an der Friedrich-Schiller-Universität Jena dazu einen Methodenordner für das Konflikttraining im Schulunterricht ent­wi­ckelt.

[Erstveröffentlichung: Freigeist Weimar]

flattr this!

Older posts Newer posts

© 2015 Nics Bloghaus

Theme by Anders NorenUp ↑