Artikel getaggt mit ‘Atheisten’

August 5th, 2010

Wie alt ist Bischof Müller?

In einem Interview mit der Süddeutschen meinte er: ” ‘Es sieht so aus, als würden wir vom Staat bezahlt, [...] Dabei handele es sich bei dem Geld nur um die Renditen aus den im Jahr 1803 enteigneten Kirchengütern. Da sich aber kaum noch ein Bürger an jene Zeiten erinnert…”

Ja, wir Normalsterblichen und heut Lebenden sind natürlich nicht in der Lage, uns an die Ereignisse vor 207 Jahren zu erinnern. Aber offensichtlich kann Herr Müller das. Hat sich erstaunlich gut gehalten der Mann. Allerdings hat er in den letzten 200 Jahren auch nicht sonderlich viel hinzu- und das Lügen nicht verlernt.

Offensichtlich will die katholische Kirche die verzwickten Beziehungen zwischen Kirche und Staat weiter entflechten.… so die SZ weiter. Ach Gottchen, die Katholen gebärden sich als Laizisten. Na, das klingt ja überaus glaubwürdig.

Doch wie der Herr, so das Gescherr: B16 verkündete gerade voller Erst, dass die Missbrauchsfälle das Licht der Kirche noch stärker leuchten werden lassen. – würg

Nic

Juli 19th, 2010

Fundstücke 10

Ich möchte auf zwei Artikel hinweisen, die Bernd Vowinkel bei der gbs Köln veröffentlichte.

Ist der Neue Atheismus niveaulos?

Ein häufiger Vorwurf von Seiten der etablierten Theologie ist, dass der Neue Atheismus kein Niveau hätte. Gegenüber dem alten Atheismus sei er nicht besser, sondern nur lauter. Das läge wohl auch daran, dass einige wichtige Vertreter des Neuen Atheismus Naturwissenschaftler seien und somit in der Regel keine tiefere Kenntnis der theologischen Fachliteratur hätten. So wird insbesondere Richard Dawkins empfohlen, doch lieber in seinem Institut weiterhin Saurierknochen zu sortieren als über die Religionen herzufallen. Dawkins hat daraufhin in neueren Ausgaben seines Buches „Der Gotteswahn“ einen Leserbrief im Anhang abgedruckt, der diesen Vorwurf äußerst treffend thematisiert [...]

Humanismus statt Religion

Die Grundlagen des Humanismus lassen sich bis ins alte Griechenland zurückverfolgen. So vertraten bereits die Philosophen Heraklit und Protagoras den Lehrsatz: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“. Mit dem Beginn der Renaissance im 15. Jahrhundert etablierte sich der Humanismus als Gegenbewegung zur Scholastik. Man spricht daher auch vom Renaissance-Humanismus. Mit ihm ging ein kultureller und sozialer Wandel einher. Der berühmteste und einflussreichste Humanist der frühen Neuzeit war Erasmus von Rotterdam. Während des Zeitalters der Aufklärung wurde der Humanismus weiter untermauert. Werke wie die von Immanuel Kant zeigten, dass man eine Ethik auch ohne Religion, rein auf der Basis der praktischen Vernunft begründen kann. Man kann folgende Grundüberzeugungen des Humanismus anführen [...]

Beide Artikel sind unbedingt empfehlens- und lesenswert!

Nic

Juli 19th, 2010

1. Atheistentag in Jena

Es ist schon geraume Zeit her, dass ich über die Idee, einen Atheistentag als Gegenveranstaltung zu den permanenten Kirchentagen, schrieb.

Nun scheint die Sache tatsächlich Fahrt aufzunehmen. Denn sowohl sapere aude als auch Florian Freistätter (Astrodicticum simplex) schreiben über die genauere Planung des Tages. (siehe hier als pdf)

Der zweitägige Atheistentag hat ein tolles/volles Programm. Florian schreibt dazu:

Wer also Lust hat, von mir etwas über Sterne erzählt zu bekommen und von Ole etwas über die Geologie der Jenaer Hügel lernen will; wer sich für die Geschichte des Atheismus in Jena und für Biologie Haeckels und Darwins interessiert – der ist herzlich eingeladen! Aber natürlich gibts nicht nur Wissenschaft sondern auch hoffentlich nette Gespräche und eine nette Party – im besten Fall bei schönen Wetter im Jenaer Paradies.

Ich bin mir sicher, dass es eine nette Veranstaltung wird und würde mich freuen, wenn ihr mal vorbei kommt! Damit wir wissen, ob wir nun das Abbe-Stadion des FC Jena anmieten sollen oder ob es reicht, einen Tisch in einem Restaurant zu reservieren wäre es super, wenn ihr eine kurze Mail an brights@dignitatis.com schicken würdet falls ihr vorhabt, zu kommen.

Bis bald in Jena!

Ich habe mir den Termin in den Kalender eingetragen. Und da wir am Samstag beim EHBB-Treffen darüber sprachen, gehe ich davon aus, dass wir – oder wenigstens einige von uns – dort sein werden.

Nic

Juli 2nd, 2010

Atheisten in Texas

In einem Land, in dem “With God On Our Side” Wahlspruch ist und in dem Atheisten als Teufelsanbeter angesehen werden (wenn nicht gar für – so es das gibt – Schlimmeres). In solch einem Land ein solches Plakat aufzustellen ist schon sehr mutig:

„Du glaubst nicht an Gott? Willkommen im Club.“

„Du glaubst nicht an Gott? Willkommen im Club.“

Interessanterweise berichtet darüber das christliche Medienmagazin “Pro” :

Eine der Tafeln steht am Stadtrand von Austin (Texas) entlang der bundesweiten Autobahn. Die atheistische Gruppe “Austin Coalition of Reason” (Koalition der Vernunft) verbindet mit dem Aufstellen der Tafel die Hoffnung alle “gottlosen Menschen zu vereinen”. Dies berichtet der christliche Nachrichtensender “CBN”.
(den Hinweis darauf fand ich beim AMB) Die amerikanischen Atheisten sind zwar mutig genug, diese Plakate aufzustellen; aber sie geben sich nicht namentlich bekannt. Auf der Webseite der Kampagne AustinCOR.org gibt es kaum Informationen – aber das Plakat in einer großen Auflösung.
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Juni 29th, 2010

Sind Werte ohne Religion keine Werte?

Bei tt.com schreibt eine Miriam Sulaiman – aus sehr islamischer Sicht heraus – darüber, dass es beim Religionsunterricht um die Vermittlung von Werten geht.Dabei geht sie von der (irrigen) Prämisse aus, dass es Religion bedarf, um über Werte zu verfügen. Nun, mit der Meinung kann sie sich ganz sicher mit den Amtskirchen ins Benehmen setzen; aber nicht mit mir.

Denn diese Meinung zeigt, dass der Schulterschluss zwischen den christlichen Amtskirchen und einigen islamischen Gruppierungen  viel enger ist, als wir das oft wahrhaben wollen.  Frau Sulaiman schreibt:

Insgesamt steigt so die Zahl jener, die niemals einen Religionsunterricht besucht haben. Und das, obwohl die Gesellschaft multikultureller und -religiöser wird – mit all ihren Problemen. Ob dies das gegenseitige Verständnis im alltäglichen Umgang miteinander oder in speziellen Situationen betrifft. Letztendlich geht es dabei um Werte und Wertvorstellungen. Und mit diesen setzt man sich während eines Religionsunterrichts auseinander.

und blendet dabei vollständig aus, dass man sehr wohl – frei von Doktrinen und frei von Denkblockaden, die jeder Religion immanent sind – Werte entwickeln und leben kann. Denn es ist eben nicht nötig, die multikulturellen Werte einer anderen Religion so hoch und heilig zu halten wie die eigenen. Es ist vielmehr notwendig, genau dieses endlich abzustreifen: diesen ganzen vorausschauenden Gehorsam gegenüber den “religiösen Gefühlen und Befindlichkeiten”. Wenn sich europäische Medien inzwischen nicht einmal mehr trauen, islamkritische Berichte, Bilder oder Karikaturen zu zeigen – weil sie nicht nur Angst vor der Verletzung  dieser ominösen “religiöser Gefühle” haben, sondern tatsächlich an Leib und Leben bedroht sind… dann ist das nicht tolerierbar mehr. Und daran ändert kein Islamunterricht und kein (christlicher) Religionsunterricht etwas.

Dagegen kann man nur mit Vernunft an. Mit Vernunft, die auf einem wissenschaftlichen Weltbild beruht. Mit Vernunft, über deren Argumente man diskutieren kann. Mit Vernunft, die auch Fehler eingesteht und daraus folgend Handlungen zu ändern zulässt.