Schavan zum Vatikan

Frau Dr. Schavan

Frau Dr. Schavan

Frau Schavan (Foto: Wikipedia)

Jeder Blogger und jeder Journalist hat “Lieblings”-Figuren und -Themen, an denen er sich abarbeitet. Zu meinen Favoriten gehört(e) auch Frau Anette Schavan. Allerdings habe ich sie lange links liegengelassen. Ich hätt mal besser hinsehen sollen… denn Weiterlesen

Noch ein Schwarzes Schaf

Alice Schwarzer, Foto: Michael Lucan (CC-BY-3.0)

Alice Schwarzer, Foto: Michael Lucan (CC-BY-3.0)

Alice Schwarzer, Foto: Michael Lucan (CC-BY-3.0)

Es ist doch immer wieder erstaunlich, dass es vor allem Moralapostel sind, die beim Bescheissen erwischt werden.

So wie jetzt Alice Schwarzer.

Der SPIEGEL meldete, dass Alice Schwarzer “über viele Jahre eine erhebliche Summe in der Schweiz gebunkert und die dort angefallenen Zinsen nicht, wie vorgeschrieben, dem deutschen Fiskus zur Besteuerung angegeben hatte.”

Doch Frau Schwarzer ist da uneinsichtig. In Ihren Blog schreibt sie – etwas zerknirscht aber durch die Veröffentlichung des SPIEGELs zum Erklären gezwungen:

Ja, ich habe einen Fehler gemacht, ich war nachlässig. Aber ich habe den Fehler wieder gutgemacht. Ich habe für die letzten zehn Jahre gesamt rund 200.000 € Steuern nachgezahlt, plus Säumniszinsen.

Nachlässig also. Steuern in Höhe von Zweihunderttausend Euro nicht bezahlt zu haben nennt die Frau also “nachlässig”. Soll sie mal einen Hartz-IV-Empfänger fragen, was geschieht, wenn der 20 Euro Einnahme nicht bekannt gibt….

Da ist das Wort “nachlässig” einfach eine Frechheit!

Sie schreibt weiter:

Mehrere Medien hatten sich entschlossen, aus rechtlichen wie ethischen Bedenken, von einer Veröffentlichung Abstand zu nehmen. Der Spiegel allerdings mochte der Versuchung nicht widerstehen. Er pfeift darauf, dass er damit illegal handelt. Darum werde ich jetzt selber etwas dazu sagen.

und dann kommt… nichts. Nur Angriffe auf den SPIEGEL, dem sie Rufschädigung vorwirft. Und wirft sich dann in die Brust und wertet die Veröffentlichung als “politische” Tat: “Jetzt mitten in der von EMMA angezettelten Kampagne gegen Prostitution, wo es um Milliarden-Profite geht.”

Wenn alle Alice Schwarzer so ernst nehmen würden, wie sie es selbst tut, könnte das stimmen. Allerdings ist ihre Zeit einfach vorüber. Sie – und das, was sie unbestritten für die Gleichberechtigung der Frauen in dieser Gesellschaft getan hat – war wichtig und ist es – in seinen Auswirkungen – bis heute. Allerdings reden wir hier in der Vergangenheitsform. Was Schwarzer heute von sich gibt ist eher nur noch peinlich und kleinkariert. Der letzte Auftritt, bei dem ich sie sah, verursachte starkes Fremdschämen.

Und das zeigt auch ihre Reaktion auf die Veröffentlichung des Spiegels. Nicht, dass sie sagt: Hey, ich hab Scheisse gebaut und machte es wieder gut… nein, das klingt dann bei ihr so:

Selbstverständlich hätte ich das Schweizer Konto dennoch von Anfang an beim deutschen Finanzamt angeben müssen, um die Zinsen zu versteuern. … Es gibt Fehler, die kann man nicht wieder gutmachen. Zum Beispiel Rufmord.

Rufmord, wie sie ihn mit ihrer Vorverurteilung Kachelmanns beging?

Nic

EKD-”Friedensapostel” rechtfertigen Kriege gegen “Das Böse”

Während zahlreiche Gemeindepfarrer sogar die Abschaffung der Militärseelsorge fordern, wird diese von gewissen LINKE-Politikern verteidigt.)

Während zahlreiche Gemeindepfarrer sogar die Abschaffung der Militärseelsorge fordern, wird diese von gewissen LINKE-Politikern verteidigt.)

Während zahlreiche Gemeindepfarrer sogar die Abschaffung der Militärseelsorge fordern, wird diese von gewissen LINKE-Politikern verteidigt.)

WEIMAR. (fgw) Tonangebende VIP’s der Partei “Die LINKE”, wie Bodo Ramelow und Gregor Gysi, blocken stets jedwede laizistischen Forderungen ihrer eigenen Parteimitglieder gebetsmühlenartig mit zwei Totschlag-Argumenten ab: Die Kirchen seien Verbündete im Kampf für den Frieden und gegen den Sozialabbau. Daher verbiete sich für die Partei und ihre Fraktionen jedwede Kirchenkritik und erst recht jeder praktische Schritt zur Realisierung der von der Weimarer Verfassung (und damit auch vom bundesrepublikanischen Grundgesetz) seit 1919 (!) gebotenen Trennung von Staat und Kirche. (Nebenbei: Nicht anders verfahren auch andere Bundestagsparteien, wenn es um dieses Thema geht!)

Lassen wir hier mal das Stichwort “Verbündete gegen den Sozialabbau” weitgehend außer acht. Dazu nur soviel: Die Kirche(n) sind seit mehr als 1500 Jahren in erster Linie ein Wirtschaftsunternehmen – bis heute als mit Abstand größter Großgrundbesitzer und seit dem Ende des Feudalismus auch als Großkapitalisten in Industrie, Handel, Medien und Banken. Hier agieren sie nicht anders als jeder andere Monopolkapitalist. Über die Rechte, Arbeits- und Lohnbedingungen in den Unternehmungen in bischöflichem Eigentum ist bereits viel geschrieben worden; mehr als eine Million Männer und Frauen können allein in Deutschland davon ein garstig Lied singen.

Am Montag dieser Woche, also am 20. Januar 2014, rechtfertigte der von Bodo R. und Gregor G. angehimmelte Nikolaus Schneider (man ist ja so verzückt, wenn dieser einem bei evangelischen Kirchentagen huldvoll die Schulter tätschelt) im Deutschlandfunk die weltweiten Kriegseinsätze der Bundeswehr. Und was gab der evangelische Friedensapostel Nikolaus da u.a. von sich? Nun, ganz im Tonfall und in der Wortwahl anderer Friedens- und Menschenrechtsapostel (Ronald Reagan und der Bush-Krieger George Dabbeljuh) bekannte der Vorsitzende des Rates der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): “Aber die Welt ist noch nicht das Reich Gottes und es gibt das Böse als einen realen Machtfaktor.”

Soso, “das Böse”… Wer oder was ist das? Nun, es sind immer die anderen. Es sind diejenigen, die man unterwerfen und ausbeuten will, die sich das nicht gefallen lassen, die unbotmäßig gegenüber der “gottgewollten” Macht von Kapital, Amts-Sessel und Altar sind.

Von den o.g. Politikern, die sich links nennen, sich auf Liebknecht und Luxemburg berufen, war bis jetzt kein Widerwort zu dieser Kriegspredigt zu hören.

Im Gegensatz zu diesen Männern ließ solch deutliche Kriegspredigt aber eine pensionierte Pastorin nicht ruhen. Horsta Krum, langjähriges Mitglied der Christlichen Friedenskonferenz, meldete sich öffentlich zu Wort. In der Tageszeitung “Junge Welt” vom 01. Februar schreibt sie unter der Überschrift “Krieg als notwendiges Übel” u.a. dies:

Selig sind die Friedfertigen – unter diesem biblischen Zitat hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) diese Woche eine Stellungnahme zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan veröffentlicht, in der sie nach ethischen Kriterien für einen ‘gerechten Frieden’ fragt.

Wie sonst auch, arrangiert sich die EKD mit den Mächtigen. Krieg wird beispielsweise als ‘militärische Friedensmission’ bezeichnet. Zwar zieht das Papier eine realistische Bilanz der Situation in Afghanistan und schildert ungeschönt die katastrophalen Zustände, unter denen die Zivilbevölkerung leidet. Aber immer wieder wird diese Bestandsaufnahme relativiert. Die Verantwortlichen werden damit entlastet. (…)

Und der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider demonstrierte im Deutschlandfunk-Interview am Montag in aller Deutlichkeit, daß die Regierenden von seiner Institution auch in Zukunft kein ernsthaftes Veto befürchen müssen, wenn Deutschland weiterhin Kriege führt. (…)

Nach Einschätzung Schneiders hat die Bundeswehr insgesamt ‘Voraussetzungen verbessert, daß Frieden geschaffen werden kann’. Gleichwohl ist ihm bewußt, daß Krieg ‘mit den Worten Jesu’ nicht zu rechtfertigen ist. Aber die heutige Welt sei eben ‘noch nicht das Reich Gottes’. Will der Theologe Schneider damit suggerieren, Jesus habe seinerzeit in einer weniger gewalttätigen, ungerechten und konfliktbeladenen Welt gelebt als wir? Oder meint er, der Gottessohn sei eben zu naiv gewesen? (…)

Die deutsche evangelische Kirche beruft sich auf den mutigen Martin Luther. Warum kann sie nicht sagen: Krieg tötet, und die Überlebenden schädigt er in nicht zu rechtfertigender Weise? Sie kann es nicht, solange die enge personelle und strukturelle Verflechtung von Kirche und Staat in der Bundesrepublik weiter besteht, solange die Kirche finanziell vom Staat anhängig ist und dies auch nicht anders will. So lange werden wir vergebens auf ihr klares Nein zum Krieg warten.

Nun, die Pastorin hat voll und ganz recht! Eine Anmerkung sei aber gestattet zu ihrem Satz im vorigen Absatz, der da beginnt “Sie kann es nicht…” Ja, die enge personelle und strukturelle Verflechtung von Kirche und Staat ist ein wichtiger Grund, aber leider nicht die ganze Wahrheit. Zu der gehört, daß “die Kirche” vor allem fester Bestandteil des kapitalistischen Wirtschaftssystems ist.

Die Theologin Krum plädiert ohne Wenn und Aber für den Laizismus, also für das Verfassungsprinzip der Trennung von Staat und Kirche. Und sie schreibt in aller Eindeutigkeit, so lange dies nicht durchgesetzt sei, “so lange werden wir vergebens auf ihr [der Kirche; SRK] klares Nein zum Krieg warten.”

Aber solche klaren Erkenntnisse prallen von gewissen Bischofsfreunden ab, die deren sonntägliche Kanzelpredigten für bare Münze nehmen (wollen). Dabei lautet doch eine alte Volks-Weisheit über die Priesterkaste: “Sie predigen öffentlich Wasser und saufen heimlich Wein.” Wobei heute solche Friedensapostel wie Nikolaus Schneider den Wein sogar öffentlich (siehe die Sendung im Deutschlandfunk) saufen können, da sie viele Menschen, vor allem die ihnen hörige Politikerkaste sowie devote Lohnschreiber mit ihrer Heuchelei schon weitgehend besoffen geredet haben und kaum noch ernste Kritik befürchten müssen.

Daher gilt nach wie vor für wirkliche Friedenskämpfer, Horsta Krum ergänzend: “Es rettet uns kein höh’res Wesen, kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun, uns aus dem Elend zu befrei’n, das können wir nur selber tun.”

Unsere Verbündeten im Kampf für den Frieden, gegen den Krieg, das sind nicht “die Kirche(n)”, das ist nicht die Priesterkaste. Unsere Verbündeten, das sind dagegen viele, sehr viele einzelne und konkrete Mitglieder von Religionsgemeinschaften, einschließlich vieler aktiver und pensionierter Kleriker! Auf solche Menschen sollte, ja muß, linke Politik hören, und nicht stattdessen kritiklos-devot den Bischöfen die Füße küssen!

Siegfried R. Krebs

 [Erstveröffentlichung: Freigeist Weimar]

Wir sind alle Freaks!

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freak_coverBERLIN. (hpd) Philipp Möller ist ex-Aushilfslehrer, Pressereferent der Giordano Bruno-Stiftung und Bestseller-Autor. Sein neues Buch „Bin isch Freak, oda was?!“ ist vor kurzem erschienen und sofort auf der Spiegel-Bestsellerliste gelandet. Der hpd hat es sich nicht nehmen lassen sein aktuelles Werk zu rezensieren. Weiterlesen

20. Todestag von Erwin Strittmatter

Erwin Strittmatter (Grafik: Wolfgang Wüfel), Privatbesitz

Erwin Strittmatter (Grafik: Wolfgang Wüfel), Privatbesitz

Erwin Strittmatter (Grafik: Wolfgang Wüfel), Privatbesitz

Es ist kaum zu glauben; aber ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich vom Tod des Alten erfuhr: ich saß im Büro und eine Kollegin kam, mir die Nachricht zu bringen. Ich saß stundenlang heulend.

Das ist nun schon wieder zwanzig Jahre her.

Und heute? Heute kennt ihn kaum noch wer; seine Bücher fast vergessen und sein Name in den Dreck gezogen… Auch ich habe lang kein Buch mehr von ihm in der Hand gehabt. Es gibt so viel Anderes zu lesen; nachzuholen.

Und doch: ich hab seine Geschichten weiter im Kopf und die Bücher im Schrank.

Danke, Erwin.

Nic

Kardinal Meisner erklärt Demokratie

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Man könnte den Eindruck gewinnen, dass sich der scheidende Kölner Kardinal Joachim Meisner mit einem großen Feuerwerk an seltsamen Meinungen verabschieden will. Denn nun warnt er tatsächlich davor, “die Mehrheitsmeinung einer Gesellschaft zur einzigen Quelle für politische Entscheidungen zu machen.” Weiterlesen

Ruhe vor dem Sturm?

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Foto: Maidan.in.ua

Foto: Maidan.in.ua

KIEW. (hpd) Vergangenen Dienstag sind euphorische Meldungen durch die internationale Presse gegangen: Etappensieg für die Opposition. Premierminister Asarow ist zurückgetreten. Kurz darauf ist die gesamte Regierung abgetreten. Weiterlesen

Kärnbach – Nr. 49

Kärnbach 49, Pfeife: Sillems

Kärnbach 49, Pfeife: Sillems

Kärnbach 49, Pfeife: Sillems

Es hat schon was für sich, wenn man einen Stammladen hat, bei dem man sich seinen Tabak kauft. So war ich letztens bei Kärnbach und fragte nach einem “All-Day-Engländer”, der nicht allzu kräftig im Nikotin ist und mich nicht mit Latakia erschlägt.

Herr Hildebrandt öffnete für mich eine Dose der Hausmarke mit der Nummer 49; ich steckte die Nase hinein und kaufte.

Das Tabakbild ist wirklich angenehm anzusehen: viel heller Virginia, teilweise recht grob gerissen; einige wenige dunkle Stücke darin (BC?) und kaum zu sehen; aber zu riechen: Latakia. Ob im Tabak auch Orient enthalten ist, weiß ich nicht. Aber ich vermute das mal.

Erfreulich einfach lässt sich der Tabak stopfen; die Mixture hat die richtige Feuchte und Griffigkeit. Man darf den Tabak tatsächlich Stopfen – also ruhig etwas dichter und fester und den Pfeifenkopf pressen; solang sich noch anstrengungslos an der Pfeife ziehen lässt, ist alles schick.

Beim Anzünden bäumt sich der Tabak kräftig auf – man sollte das also nicht unbedingt über seiner Tastatur machen :-) oder seinen Lieblingspullover anhaben… doch zwei- dreimal nachgestopft und -gezündet… glimmt er bis zum plötzlichen Ende durch.

Von Beginn an wird der Rauch durch den Würztabak dominiert. Das ist erstaunlich, denn in der Mischung sieht man den Latakia kaum. Allerdings ist er hier auch “nur” Beiwerk, wirklich das, was ich an “Würztabak” mag. Er schmeckt nicht penetrant vor; ist aber immer anwesend. Er untermalt (kräftig, aber unaufdringlich) einen nur vage süßen Geschmack der Virginias. Sollte BC in der Mischung enthalten sein kann ich sie nicht erkennen. Ebensowenig Orient. Es gibt zwar einen Hauch Säure im Geschmack; den spreche ich aber eher den nicht sehr süßen Virginias zu.

Ich rauche den 49-iger vorrangig filterlos. Ich bin eh kein großer Filterfreund und der Tabak ist so zungensanft wie man es sich nur wünschen kann. Was ihn besonders zu einem All-Day-Smoke macht: er fordert den Raucher nicht sonderlich heraus. Wenn die Pfeife einmal in Betrieb ist, bleibt sie es fast ohne Nachtopfen und Reiniger bis zum Ende. Der Tabak ist  sanft zur Zunge und liefert nicht viel Nikotin. Und er schmeckt. Ohne riesige Höhe und tiefe Täler.

Die Nummer 49 reißt sicherlich niemanden vor Begeisterung vom Hocker – aber es ist ein grundsolider, grundehrlicher und wohlschmeckender Engländer der sanften Art, den ich wirklich empfehlen kann. Herr Hildebrandt hat mir genau den Tabak gegeben, den ich haben wollte.

Nic

PS: Der Tabak wird von Kohlhaase und Kopp vertrieben; hat mich aber sehr an die Torben Dansk Tabake von DTM erinnert.

Tobias Gillen – Verschlüsselt!

Verschlüsselt! - Cover

Verschlüsselt! - Cover

Verschlüsselt! – Cover

Die knapp drei Euro sind wirklich gut angelegte Geld. Selbst für mich, der ich seit Jahren bereits PGP/GPG nutze – und damit sehr einsam bin. Denn was nutzt es, wenn ich meine Mails verschlüsseln könnte… aber niemand sie dann lesen kann.

Tobias Gillen geht in seinem Buch “Verschlüsselt! Wie ich sichere Kommunikation im Netz lernte” das Thema ebenso naiv wie mutig an – denn wie auch ich immer wieder erleben muss, schreckt viele der – wenn man es einmal verstanden hat – gar nicht so große Aufwand, verschlüsselte Mails zu versenden (und zu empfangen) ab. Auch Gillen ist anfänglich eher skeptisch und ängstlich, wenn er auf der deutschen PGP/GPG-Seite nur Kauderwelsch lesen muss.

Doch ihn schreckt das nicht ab und er bleibt dran… Seine Erfahrungen dabei decken sich mit meinen: ich arbeite sowohl unter Windows mit Thunderbird/Gpg4win und auf dem Mac mit Thunderbird/GPGTools und finde beides logisch. Was daran logisch ist, erklärt Tobias Gillen in einer Art Tagebuch. Er lässt sich von – anfänglich kaum begriffenen – Wikipedia-Einträgen nicht Bange machen und probiert es einfach aus. Erfolgreich; wie sein Buch zeigt.

Dabei nennt er sowohl Quellen als auch Software, mit der sich sowohl PGP/GPG handhaben lassen, als auch das Gleiche für die Verschlüsselung mit S/MIME. (Allerdings fehlt eine wichtige Quelle in seinem Buch. Nämlich der “German Privacy Fund“.)

Doch er schafft es mit diesem dünnen Buch, alle wichtigen Dinge zu erklären, die einen bislang noch nicht überzeugten Menschen dazu bringen (sollten), Verschlüsselungstechnologien zu nutzen. Es ist wirklich nicht schwer und macht viel Sinn.

Gillen befasst im Buch auch noch mit sicherer Dateiübertragung im Netz (Stichwort: https) und der Länge und Stärke von Passworten. Immerhin so überzeugend, dass ich einige meiner Passworte nun geändert habe.

Nic
GPG-Fingerprint: D174D5257F5672E35CE179B6B33D830F1DB588BE

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Kulturkampf im frommen Ländle

cover_zweier_ohne

cover_zweier_ohneSeit der Petition gegen den neuen Bildungsplan in Baden-Württemberg ist deutlich geworden: Im frommen Ländle zeichnet sich ein Kulturkampf ab.

von David

Die Situation

Den Kirchen laufen die Mitglieder davon, auch kleinere Freikirchen haben die Grenzen des Wachstums schon lange erreicht. Darin mag man einen Grund erblicken für das marktschreierische Gebärden der Frommen im Ländle:
Erst war die Thematisierung unterschiedlicher Lebens- und Liebensformen im Bildungsplan den Pietisten ein Dorn im Auge.

Nun hat die bibeltreue Seite nachgelegt: Eine Novelle von Dirk Kurbjuweit  - Verfasser nicht nur des Buches “Unser effizientes Leben. Die Diktatur der Ökonomie und ihre Folgen” – soll nicht jugendgerecht sein, schließlich gehe es ja um Sex.

Worum geht es?

Auf dem Landesbildungsserver wird zu der Erzählung erklärt:

Dirk Kurbjuweits Novelle “Zweier ohne” ist die Geschichte des heranwachsenden Johann, der in  seinem neuen Klassenkameraden Ludwig einen besten Freund gefunden zu haben scheint und mit dessen Schwester Vera die erste große Liebe erlebt. Die Abnabelung vom Elternhaus, noch kindlich anmutende Fantastereien, die Auseinandersetzung mit dem Tod sowie die Überwältigung von ersten sexuellen Gefühlen zusammen mit der Frage der völligen Hingabe bis zur Selbstaufgabe einerseits und der Selbstbewahrung andererseits  sind zentrale Themen dieser Novelle.
www.schule-bw.de (27.1.2014)

Minister Storch erklärte laut Interview in der FAZ (von diesem Dienstag), worum es bei dem Protest der konservativen Christen geht:

Mehrere christliche Privatschulen und ein Verband privater Schulen, auch mit christlichem Hintergrund, denen die Auswahl des Buches inhaltlich nicht passt. Dabei geht es hauptsächlich um zwei Passagen, in denen der Erzähler seine ersten sexuellen Erfahrungen beschreibt.

Dass sich einer Erzählung auch mit einer gewissen Portion Wissbegierde begegnen lässt, zeigt ein Deutschkurs des Nordsee-Gymnasiums Büsum: Lehrkraft und SchülerInnen hatten den Autor angeschrieben und ihm ihre offen gebliebenen Fragen zu der Novelle gestellt.

Aber ich befürchte zweierlei: Fundmentalistische Christen wollen sich nicht kritisch auseinandersetzen, nicht mit einem Buch, nicht mit einem Film und auch nicht mit anders denkenden / liebenden / glaubenden Menschen.

Angenommen evangelikal-fundamentalistische Christen ergriffen die Macht in unserem Land, schon bald hätten wir nichts mehr zu sagen (und weniger zu lesen).

Zumindest zu dieser Einsicht kann der bisherige Kulturkampf in Baden-Württemberg verhelfen…

[Erstveröffentlichung: meine2cents.wordpress.com]

CCC stellt Strafanzeige gegen Bundesregierung

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Wie HEISE heute meldet, hat die Sprecherin des Chaos-Computer Clubs (CCC), Constanze Kurz, gestern auf dem 8. Europäischen Datenschutztag in Berlin angekündigt, juristisch gegen die Bundesregierung und deutsche Geheimdienste vorzugehen.  Weiterlesen