Archiv für ‘Internet’

September 7th, 2010

An Herrn M. Matussek

Matthias Matussek schreibt bei  SPON dieses:

Was all die Ausgrenzungstechniker nicht begreifen, ist, dass sich das, was Sarrazin verkörpert, nicht ausgrenzen lässt. Es ist die Wut von Leuten [...] Die wütend zur Kenntnis nehmend lesen, dass sich westliche Staatsmänner für Frauen in einem islamischen Land einsetzen müssen, weil diese dort als Ehebrecherinnen gesteinigt werden sollen.

Stimmt! Wie doch genau die westlichen Staatsmänner dafür stehen, keine Geschäfte mit dem iranischen Regime zuzulassen und permanent auf die Menschenrechtsverletzungen in Iran hinweisen. Man weiss schon gar nicht mehr, wie man dem entgehen soll. (Achtung, das war Zynismus!)

Die von Matussek benannten Staatsmänner sind auf einen Zug aufgesprungen, den sie weder fahren noch zum Fahren brachten. Diese Staatsmänner unterstützen weiterhin mehr oder weniger offen das klerikale Regime in Iran – und die Geschäfte mit diesem. Scham und Schande über sie!

Nur weil unter anderem auch Mina Ahadi die Weltpresse auf den Fall Shiva Nazar Ahari aufmerksam gemacht hat, konnte die Damen und Herren Staatsmänner die Augen davor nicht mehr verschließen. Und fühlten sich aus populistischen Gründen veranlasst, dazu irgendetwas heraus zu posaunen. Wichtiges, Grundlegendes war das alles nicht.

Ich nenne, was Herr Matussek da von sich gibt, verlogen. So wie der Spiegel insgesamt in der Debatte “Sarrazin” verlogen ist. (siehe die Quellenauszüge hier)

Nic

Hinweis: eine lesenswerte Gegendarstellung zum gesamten Matussek-Artikel findet sich im MigrationsBlog.

September 6th, 2010

Thilo Dohnany

Wissenrockt.de:

Thilo Sarrazin [...] soll aus der Berliner SPD ausgeschlossen werden. Der Vorstand des SPD-Landesverbandes hat am Montagabend ein entsprechendes Parteiordnungsverfahren nach einer anderthalbstündigen Debatte beschlossen.
[...]
Der ehemalige Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) hat unterdessen angekündigt, Sarrazin vor dem SPD-Schiedsgericht zu verteidigen.

und über eben den K.v. Dohnanyi schreibt Feynsinn:

Klaus von Dohnanyi sieht sich bemüßigt, in der Süddeutschen Zeitung Sarrazins Rassimus durch konstruierte und erlogene Relativierungen weiterhin gesellschaftsfähig zu machen. Selbstverständlich befaßt er sich gar nicht erst mit der Frage, was Rassismus eigentlich sei
[...]
Zu behaupten, aus “keiner europäischen Linkspartei” wäre der Rassist ausgeschlossen worden, ist eine demagogische Verzerrung, wie sie nur von der SPD-Rechten kommen kann.
[...]
Am frechsten aber ist die Bezeichnung der andauernden Attacken gegen die Menschenwürde als “Thesen”. Es handelt sich nicht um Thesen, sondern um widerlegte Lügen mit der Absicht, Menschen zu schädigen, zu diskriminieren und zu Objekten zu machen.

Passt doch!

Nic

September 6th, 2010

Jörg Lau zur Sarrazin-Debatte

Zur Sarrazin-Debatte fällt mir partout nichts Besseres ein als mein nun auch schon fast ein Jahr alter Text von der Seite 3 der ZEIT. Steht alles drin, was ich dazu denke.
[...]
Im Lettre-Interview ist alles schon enthalten – die feine eugenische Note, die Unterschichtenverachtung, die Suggestion, dass Deutschland durch die Fruchtbarkeit der Türken und Araber immer dümmer wird. Das postume Erschrecken mancher Kollegen ist entweder Unkenntnis oder Heuchelei, ebenso wie die zahlreichen Versuche, das nun unter den Teppich zu kehren mit dem Hinweis, dass er doch bitteschön “kein Genetiker” (Sarrazin) sei und es ihm primär um die Integration gehe.

Nur eins noch: Dass ein Mann erst in dem Moment ins “Reich des Widerlichen” eintritt, in dem er etwas über Juden und Gene sagt, während er vorher ungestraft und unter großem Gejohle und bedächtigem Kopfwiegen des Publikums über türkische und arabische Gene bramarbasieren kann – das kann einem auch zu denken geben.

http://blog.zeit.de/joerglau/2010/09/06/im-reich-des-widerlichen-kein-kommentar-zu-sarrazin_4105

September 6th, 2010

Aus dem FoeBuD-Newsletter

[via Mail]

ich zitiere daraus nur den Teil, der sich auf die “Freiheit Statt Angst”-Demo bezieht:

Das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung haben wir per Verfassungbeschwerde gekippt, doch damit ist die Vorratsdatenspeicherung noch nicht vom Tisch – dafür muss erst die entsprechende EU-Richtlinie zurückgenommen werden. ELENA ist angeschlagen, aber noch keineswegs gestoppt. Ebenso wie die Gesundheitskarte. Seit langem fordern wir einen funktionierenden Arbeitnehmerdatenschutz – nun legt die Regierung Gesetzentwürfe vor, doch die sind vor allem Augenwischerei. Wir haben geschafft, unsere Themen auf die politische Agenda zu setzen, doch ohne weiteren öffentlichen Druck wird nichts passieren.

Es ist mal wieder an der Zeit, auf die Straße zu gehen und zu zeigen: Wir sind gegen Überwachung und wir sind viele!

Deshalb rufen wir auch dieses Jahr zu einer Großdemonstration für Bürgerrechte und Datenschutz auf. Das Motto ist “Freiheit statt Angst”. Termin: Samstag, 11. September in Berlin, los geht es um 13:00 Uhr auf dem Potsdamer Platz. Der Aufruf wird von einem breiten Bündnis von Bürgerrechtlern, Berufsverbänden, Gewerkschaften unterstützt. Die Demonstration ist Teil des internationalen Aktionstages “Freedom not Fear – Freiheit statt Angst”, zu dem weltweit Proteste gegen Überwachung stattfinden werden. Wir protestieren, weil Überwachung immer noch zunimmt und Bürgerrechte weiter abgebaut werden. Wir protestieren, weil wir in einer freien und offenen Gesellschaft leben wollen.

Wir brauchen Ihre Hilfe!

September 6th, 2010

Telepolis: Die neue APO des Establishments

Wer sich am Wochenende die 30.000 Menschen anschaute, die in Stuttgart gegen das umstrittene Bahnprojekt “Stuttgart 21” auf die Strasse gingen, wurde Zeuge einer neuen Form von Politik. Demonstrationen sind in Deutschland keineswegs neu, doch jahrzehntelang waren sie eine Protestform gegen das Establishment. In Stuttgart waren es jedoch nicht die üblichen Verdächtigen, die ihren Protest auf der Strasse äußerten. Statt Männern auf Liegefahrrädern und Frauen, die ihren Nachwuchs mit Batiktüchern vor den Bauch geschnallt haben, sah man in Stuttgart vornehmlich graumelierte Herren mit Sakko und randloser Brille und ihrem Anhang in Gucci mit Handtäschchen.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33263/1.html

September 6th, 2010

tumblr zum 2ten

Ich denke, dass ich diesen Tumblr-Account aufgebe; es doppelt sich ja, was ich hier und dort schreibe und zeige. Und so viel Neues hab ich ja nun doch nicht zu berichten…

Aber was ich von dort übernehmen werde: man kann bei Tumblr mit wenigen Klicks auch Zitate einstellen, die man kommentarlos zeigt. Das gefällt mir. Ich werde das übernehmen und im Bloghaus nun ab und an mal kleine Webschnipsel veröffentlichen.

Nic

September 5th, 2010

Ihr Verbrechen: Ein Glaube und Ideale – Ihre Strafe: 20 Jahre Gefängnis

[via Facebook]

IranIHR VERBRECHEN: Ein Glaube und Ideale
IHRE STRAFE:20 Jahre Gefängnis
wenn sie schuldig sind, dann auch wir …

Die iranische Regierung hat kürzlich 7 führende Vertreter der iranischen Baha’i-Gemeinde unter falscher Anklage zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt. Ihr „Verbrechen“ sind ihr Glaube und ihre Ideale.

Erheben auch Sie sich gegen dieses Unrecht! Zeigen Sie Ihre Solidarität und unterstützen Sie uns dabei, diesen unschuldigen Menschen Botschaften der Ermutigung zu senden und die Welt auf das an ihnen verübte Unrecht aufmerksam zu machen. Wenn diese 7 Personen wegen ihres Glaubens und ihrer Ideale schuldig sind, sind wir alle es dann nicht auch?

Machen Sie sich stark für die Menschenrechte im Iran

Sonntag, 12. September, 15:00 – 17:00 Uhr Brandenburger Tor, Berlin

September 2nd, 2010

Fotos der Übergabe der Petition

Da ich selbst leider nicht dabei sein konnte, aber die Übergabe der Petition zur Freilassung Shiva Nazar Aharis durch Reporter ohne Grenzen hier im Blog angekündigt habe, freut es mich sehr, hier ein paar Fotos von der Aktion heute zu zeigen. Die Fotos (und noch einige mehr) sind bei Facebook veröffentlicht worden. (Fotos zum Vergrößern anklicken)

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The Out Campaign: Scarlet Letter of Atheism