Archiv für ‘Gastbeitrag’

September 10th, 2010

Integrationsgedanken

Jetzt, angesichts der Sarrazin-Debatte, macht sich offenbar das Gefühl breit, dass es wenig bringt, wenn man sich verfassungsgemäß verhält, einen kühlen Kopf bewahrt und die Hitzköpfe in den eigenen Reihen in Schach hält. (Nicht dass man es tut, damit es etwas bringt. Aber selbst wenn man es tut, wird es nicht anerkannt und man steht immer weiter unter Verdacht.) Wie anders soll ein wohl integrierter, erfolgreicher Deutscher wie Mazyek die Debatte der letzten Wochen erleben – denn als Signal, dass er hier nie dazugehören wird? Die Wut, das tiefe Misstrauen, die Angst, die sich da allüberall ausdrücken, hinterlassen Spuren. Wochenlang beugt sich der biodeutsche Teil der Nation über deine Gene: das ist irgendwann nicht mehr lustig. Wenn Mazyek die Kanzlerin dafür kritisiert, zur Ehrung von Westergaard zu gehen, muss er sich gleich fragen lassen, ob er denn “für Zensur” sei. Ist er nicht. Aber die Suggestion ist sofort da, und ich kann mir vorstellen, wie wütend man über so etwas wird: Na, wie finden sie das denn, wenn wir den Mann ehren? Eine Falle. Mazyek hat dann im Fernsehen ziemlich rumgeeiert über die Abwägung von “Respekt” und “Meinungsfreiheit”. Warum nicht voltairisch sagen, ich lehne das aus vollem Herzen ab, was dieser Mann macht, aber ich werde für seine Freiheit kämpfen, es weiter zu tun. Denn wenn ich unser Gespräch recht verstanden habe, ist das in etwa die Haltung.

Jörg Lau in “Die Islamisierung schreitet voran

September 7th, 2010

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Sepehr Atefi, Ali Kantouri und Hesam Misaghi im Berliner Tiergarten

Sepehr Atefi, Ali Kantouri und Hesam Misaghi im Berliner Tiergarten, Foto: © Tobias Kruse

Weil ich die drei hier abgebildeten jungen Männer ja recht gut kenne…und einen sehr geringen Anteil daran habe, dass sie in Berlin sind, möchte ich natürlich unbedingt auch auch den gestrigen Artikel in der Zeit Online hinweisen, den ich hier einmal ausnahmsweise komplett übernehme:

Eine Wohnung in Berlins Mitte wird neu bezogen. Ali bekommt das größte Zimmer. Sepehr nimmt das hellste Zimmer. Hesam begnügt sich mit dem kleinen Zimmer zum Innenhof hin, dafür will er aber die Ecke im Flur, »da kommt die Bar hin«. – »Nee, das wird der Meditationsraum«, witzelt Sepehr.

Drei junge Männer ergreifen Besitz von ihrem neuen Zuhause, Reviermarkierung, WG-Gefrotzel. Als Hesam das Fenster öffnet, sagt er: »Wenn der iranische Nachrichtendienst kommt, können wir hier über die Balustrade flüchten.« Alle drei lachen darüber, jetzt, da sie in Sicherheit sind. Sie leben wieder auf nach Monaten der Angst und Ungewissheit. Sie haben es nach Deutschland geschafft.

Im Sommer 2009 gab es in Iran eine umstrittene Präsidentschaftswahl. Die Opposition sprach von Betrug, es kam zu heftigen Protesten auf den Straßen Teherans. Die Regierung schlug die Grüne Revolution schließlich nieder und verfolgte die Aktivisten. 4000 Iraner flohen in die Türkei, wo sie seither unter schwierigen Bedingungen leben.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen möchte sie auf andere Staaten verteilen, sein Wunsch findet aber kaum Resonanz. Die Bundesregierung wollte ursprünglich nur 20 Menschenrechtlern, Journalisten, Bloggern und Studenten Schutz gewähren. Jetzt sind es immerhin 50. Ali Kantouri, Sepehr Atefi und Hesam Misaghi zählen zu den ersten, die jetzt da sind.

Hesam Misaghi erinnert sich noch an den Tag seiner Ankunft in Berlin. Es war der 29. Juli 2010. »Ich spürte ein Gefühl der Freiheit, das ich in Iran nie hatte. Zum ersten Mal kann ich jetzt wieder an mein eigenes Leben und an die Zukunft denken.«

Da hatte schon eine monatelange Odyssee hinter dem schmächtigen Studenten der Anglistik gelegen, dessen dunkle Brille fast als das Größte an ihm erscheint. In seiner Heimatstadt Isfahan gehörte der 22-Jährige zum Komitee der Human Rights Reporters. Sein Freund Sepehr Atefi, der Abiturient, war auch dabei. Sie wussten, dass es gefährlich war, auf ihrer Website über die Menschenrechtsverletzungen in Iran zu berichten.

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September 4th, 2010

Nebelland

nebelland

Foto: Rüdiger Weida

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September 3rd, 2010

Laubfrosch

wie das gestrige Foto des Schwalbenschwanzes heute wieder ein hervorragendes Tierportrait: ein Laubfrosch

laubfrosch

“Grinst der?”

Foto: Rüdiger Weida

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September 2nd, 2010

Fotos der Übergabe der Petition

Da ich selbst leider nicht dabei sein konnte, aber die Übergabe der Petition zur Freilassung Shiva Nazar Aharis durch Reporter ohne Grenzen hier im Blog angekündigt habe, freut es mich sehr, hier ein paar Fotos von der Aktion heute zu zeigen. Die Fotos (und noch einige mehr) sind bei Facebook veröffentlicht worden. (Fotos zum Vergrößern anklicken)

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