Thursday, December 31. 2009
Ich wünsche allen Lesern einen friedlichen Jahreswechsel.
Das Jahr 2010 wird wohl für den Iran ein historisches Jahr werden; wie es das vergangene schon war. Ich wünsche mir nichts für mich (und nehme mir auch keine guten Vorsätze vor), wünsche mir aber, dass meine Leser das iranische Volk in seinem Kampf gegen die Diktatur unterstützen.
Den Anfang können wir gemeinsam bereits am 2. Januar machen und an der Lichterkette teilnehmen.
Nic
In der WELT von gestern fordert die Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi das Regime in Teheran auf: lasst meine Schwester frei!
 Ich erkläre hiermit, dass meine Schwester Dr. Nuschin Ebadi (47), die Zahnmedizin an der Azad-Universität von Teheran lehrt, von vier Geheimdienstoffizieren der Islamischen Republik des Iran verhaftet wurde. Sie wurde am Morgen des 28. Dezember 2009 in ihrer Wohnung in Teheran festgenommen. Derzeit haben wir keine weiteren Kenntnisse über ihren Verbleib und die Umstände der Verhaftung.
Während der vergangenen zwei Monate haben bestimmte Personen aus Regierungskreisen mehrfach Kontakt mit meiner Schwester aufgenommen und sie unmissverständlich aufgefordert, mich zu kontaktieren und mir ein sofortiges Ende meiner Menschenrechtsaktivitäten nahezulegen. Man drohte ihr damit, sie müsse ihre Wohnung, die im gleichen Haus liegt wie meine, notfalls räumen. Würde sie sich weigern, mit der Regierung zu kooperieren, und gelänge es ihr nicht, mich zu überzeugen, dann würde man sie verhaften. Ich nahm das anfangs nicht ernst und muss nun voller Kummer und Erregung sagen, dass dies eben mehr war als nur eine leere Drohung.
Für mich ist wichtig, an dieser Stelle zu betonen, dass meine Schwester in keinster Weise politisch aktiv und auch kein Mitglied irgendeiner Menschenrechtsorganisation ist. Ihr einziges Verbrechen scheint zu sein, dass sie meine Schwester ist. Ihre Verhaftung soll einmal mehr dem Zweck dienen, mich an meinem Engagement zu hindern.
Ich erwarte von der iranischen Justiz, dass sie sich diese ungesetzliche und bösartige Verhaftung eines Mitglieds meiner Familie zu Eigen macht und fordere die umgehende Freilassung meiner Schwester.
Der Iran ist derzeit in Aufruhr, und diese unrechtmäßigen und illegalen Verhaltensweisen werden nur noch mehr negative Folgen zeitigen. Was wir im Iran brauchen, ist ein friedlicher Dialog und Toleranz.
Wednesday, December 30. 2009
Wie versprochen hier noch einige Fotos von der heutigen Kundgebung vor der Botschaft (Alle Fotos zum Vergrößern (800x536) anklicken!):
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 Bitte unterstützen SIE diese Aktion! Leiten Sie bitte die Einladung an viele weiter! Wir dürfen nicht schweigen!
EIN LICHT ZEIGT HOFFNUNG. TAUSEND LICHTER ZEIGEN GESICHT.
Aufruf zur stillen Kundgebung am Samstag, den 02.01.2010!
Aus aktuellem Anlass und am gleichen Tag wie in zahlreichen Orten auf der Welt wird für diesen Samstag zu einer europaweiten Lichterkette aufgerufen.
Mit der Aktion sollen gleichzeitig in mindestens 7 europäischen Metropolen der zahlreichen Opfer während der Demonstrationen nach den Präsidentschaftswahlen im Iran gedacht werden, wie auch den jüngsten Opfern am Ashua-Tag, 28.12.09.
Alle Teilnehmer werden gebeten – als Zeichen der Trauer für die getöteten Demonstranten – schwarze Kleidung zu tragen und eine Kerze mitzubringen, welche gemeinsam gezündet wird.
Wo?
Berlin: Kurfürstendamm / Ecke Joachimstaler Straße
Wann?
Samstag, 02.Januar 2010, 18:00 - 20:00 Uhr
Wie?
Jede(r) trägt zum Zeichen der Trauer schwarze Kleidung und bringt eine Kerze mit, die gemeinsam gezündet wird.
Wer verhindert ist, der möge bitte ein Kerze/Licht in das Wohnungs-/Bürofenster stellen, als Zeichen der Unterstützung.
Die Aktion ist ausdrücklich überparteilich und unabhängig. Sie richtet sich an alle und soll den jungen Menschen im Iran, die seit über sechs Monaten – zum ersten Mal seit der Revolution 1979 – friedlich auf den Straßen der iranischen Städte demonstrieren, Mut und Durchhaltevermögen vermitteln. Unbeirrt der Repressalien soll ihnen durch die Solidarität der europäischen Bevölkerung gezeigt werden, dass ihre demokratische Bewegung nicht wirkungslos in der Welt verhallt.
Aktionsstädte für die Lichterkette sind Berlin, Köln, Frankfurt a.M., Stuttgart, Heidelberg, München, Paris, London, Kopenhagen, Stockholm, Rom, Warschau, Wien, Haifa, Vancouver, Auckland, Christchurch und weitere Städte.
Durch die Berichterstattung in Print- und Bewegbild-Medien, die sich durch die neuen Medien schnell verbreiten wird, soll den jungen Iranern und auch der Regierung die große Anteilnahme aus Europa symbolisiert werden.
Mit dieser Aktion und der damit einhergehenden Medien-Beachtung kann zumindest auf der symbolischen Ebene ein kleiner (aber nicht zu unterschätzender) Friedens-Beitrag zur derzeit historisch-angespannten Situation geleistet werden.
Keine weiteren schrecklichen Bilder mehr auf YouTube! und anderswo.
Bitte nehmen Sie an dieser Veranstaltung teil.
Veranstalter in Berlin: Farin Fakhari - Lutz Bucklitsch - iran-aktuell u.v.a.
Im burgähnlichen Gebäude der Botschaft regte sich nichts. Trutzend und trotzend stand es den etwa 100 Demonstranten auf der anderen Straßenseite gegenüber.
Leider wurde es für meine Kamera zu dunkel, als die Gruppe der Protestierenden größer wurde. Daher hier vor allem Bilder vom Beginn der Veranstaltung. Es wird sicherlich noch einige mehr geben; und da IRTV anwesend war, auch noch Videos.
(Alle Fotos zum Vergrößern (800x600) anklicken!)
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Am Montag habe ich bereits die Fotos der Demonstration veröffentlicht; heute nun zwei Videos von IRTV:
Nic
Tuesday, December 29. 2009
per Mail
Aufruf zur Kundgebung vor der Botschaft der Islamischen Republik Iran
Gewalt breit sich im Iran aus!
Die Demokratiebewegung der iranischen Frauen und Männern schreitet mit großen Schritten voran.
Wir haben uns aus Protest gegen die Verhaftungen von Tausenden, die in den berüchtigten Gefängnissen der islamischen Republik Iran inhaftiert sind, versammelt.
Wir sind hier aus Solidarität mit den mutigen Frauen und Männern, die trotz der massiven Präsenz der Angriffe Söldner des Regimes, für ihre Rechte auf den Straßen protestieren.
Wir machen hier unsere Solidarität mit den mutigen Frauen und Männern öffentlich, die im Iran nach Freiheit schreien und so ihr Leben riskieren.
Wir verurteilen die systematischen, barbarischen Übergriffe und Repressionen der letzten Monate, die letztendlich seit 30 Jahren andauern.
Wir erklären uns solidarisch mit einer Demokratiebewegung, die sich auf dem Weg der Beseitigung der Fundamente einer Diktatur befindet.
Eine Gruppe der im Exil lebenden IranerInnen in Berlin
Zeit: Mittwoch, 30 Dezember 2009, um 16:00 Uhr
Ort: vor der iranischen Botschaft : Podbielskiallee 65/67 in 14195 Berlin-Dahlem.
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Nach eigener Aussage wollen die Autoren mit diesem Buch vor allem eines: Mut machen. Denn anders als medial wahrgenommen sind türkischstämmige Deutsche nicht nur an den „unteren“ Rändern der Gesellschaft zu finden. Schließlich – so die Autoren – haben fast ein Fünftel der Einwohner Deutschlands einen Migrationshintergrund.
Deutschland ist längst zu einem Einwanderungsland geworden, auch wenn Politik und Medien das nur sehr ungern oder gar nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Die damit einhergehenden Probleme wurden entweder verschwiegen oder aber dazu genutzt, eine Gegenstimmung öffentlich aufzubauen. Bis die redeten, die davon am stärksten betroffen waren: die Pädagogen und Sozialarbeiter (Seite 19).
Auch deshalb schreiben Arikan und Ham über einige Deutsch-Türken, die eben nicht dem öffentlichen Bild entsprechen. Das Buch ist eine gut gelungene Melange aus eigenen Texten und Interviews mit den Deutsch-Türken, die zum Einen integriert sind (und sich auch so wahrnehmen: als Deutsche mit türkischen (kulturellen) Wurzeln) und zudem wie Leuchttürme die Ausnahmen bilden. Wenn die Autoren immer wieder betonen, dass die Mehrzahl der Deutsch-Türken integriert ist, dann fehlen hier leider die Beispiele aus der „Mittelschicht“; Menschen, die eben nicht an hervorragendem Ort arbeiten. Die, die den „normalen Durchschnitt“ bilden.
Wie ein roter Faden - sowohl in den Autorentexten als auch in den Interviews – zieht sich die Forderung nach Bildung durch das Buch. Diese Forderung ist aber auch Aufforderung an die eigene Community. Denn nur mit dem Beherrschen der Landessprache sei Bildung und Ausbildung möglich. Und nur damit auch die Integration in das Arbeitsleben. Arikan und Ham haben immer wieder hervor: Arbeit ist der Schlüssel zur Integration und Anerkennung; und die Voraussetzung dafür: Bildung.
Doch weisen sie auch darauf hin, dass Integration nicht Assimilation bedeutet. (Seite 27) Es gibt eine kulturelle Identität, die den türkischen Wurzeln entspricht, die nicht abgelegt werden muss oder soll.
Interessanterweise gehen die Autoren so gut wie nicht auf das Thema Islam ein; als wäre es ihnen zu schwierig zu handhaben. Sie zitieren Bilkay Öney: "Das Thema birgt Sprengstoff. Wir sehen das jedes mal beim Moscheen-Streit oder auch bei den Debatten um das Kopftuch. Religion ist ein sehr emotional besetztes Thema. Das macht die Sache so schwierig." (Seite 72) Ich bin mir nicht sicher, ob es an mir und der auch mich erreichenden Beeinflussung durch die Medien liegt, dass ich Deutsch-Türken auch als Muslime wahrnehme. Oder ob die Autoren hier versuchen, ein heikles Thema zu umschiffen.
Es ist zugegeben schwierig, zumal Medien oft Islam mit Islamismus gleichsetzen (das wäre, als würde man die Inquisition mit dem Christentum gleichsetzen – das eine bedingt das Andere; aber es ist nicht dasselbe). Auf Seite 51 heißt es: „So wird unsere Medienwirklichkeit erzeugt, eine Wirklichkeit, die zwar mit unserem realen Leben nicht übereinstimmt, dieses aber verändert. Zum Beispiel wird in Zeitungen oder im Fernsehen immer noch zu oft das Bild der türkischen Frau gleichgesetzt mit dem Kopftuch.“ Ich muss allerdings zugeben: das mache auch ich. Nicht, dass ich nur türkische Frauen mit Kopftuch sehe; aber ich sehe, dass Frauen mit Kopftuch meist Türkinnen oder Deutsch-Türkinnen sind. Und so ist sicherlich auch mein Bild von der türkischen Frau mit Kopftuch geprägt. Dazu bedarf es nicht der Medien, dazu genügt es, an einem Samstag auf den Markt am Ende meiner Straße zu gehen.
Continue reading "Erkan Arikan, Murat Ham: Jung, erfolgreich, türkisch"
Wie berichtet, gab es vorgestern eine kleine Kundgebung gegenüber dem islamischen Kulturverein. Dabei kam es zu Rangeleinen und starker Polizeipräsenz, die dem bereits hier im Blog veröffentlichten Video kaum zu entnehmen sind.
Nun hat allerdings IRTV zwei (qualitativ gute) Videos freigegeben, die das deutlicher machen. Leider ist der Text nur in Farsi.
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Monday, December 28. 2009
Sar omad zemestoun
Ca. 500 Menschen trafen sich heute in der City West von Berlin, um gemeinsam gegen die staatliche Willkür und Gewalt in Iran zu protestieren.
Gestern, an diesem für die Schiiten wichtigen Ashurafest, gab es außerordentlich deutliche Proteste gegen die Regierung, welche darauf mit absoluter Gewalt beantwortet wurden (man spricht von über 1000 Gefangenen und mehr als 15 Toten).
Hunderttausende waren in den großen und auch kleineren Städten in Iran auf den Straßen. Da es mittlerweile ein Demonstrationsverbot gibt, nutzen die Menschen die religiösen oder auch politischen Feiertage um ihren Unmut über die Verhältnisse zu äußern. Seit den Wahlen am 12.Juni 09 protestieren die Menschen in Iran (und außerhalb) gegen diese Wahl, die bisher von allen relevanten Exil-IranerInnen als gefälscht bezeichnet wurden.
Heute gab es in Berlin eine Demonstration, vom Adenauer Platz bis zum Breitscheidplatz. Es waren nicht mehrere Parallelveranstaltungen, wie sonst so oft, sondern eine. Heute sind alle möglichen Gruppierungen gemeinsam gelaufen, jede Gruppe hat ihre Slogans gerufen, jede Gruppe hat ihre Transparente hochgehalten.
Heute haben alle gemeinsam Sar Omad Zemestoon gesungen.
Und meine Hoffnung wird immer größer, dass es eines Tages bald, ganz bald, ein Parlament geben wird, in dem sich alle diese Gruppierungen auseinandersetzen und einigen werden müssen, wie dieses von vielen geliebte Land regiert werden möchte.
s.n.
Aufgegrufen hatten das "Netzwerk Junger Iraner" und das "Komitee zur Unterstützung der Demokratiebewegung des iranischen Volkes in Berlin".
(Alle Fotos zum Vergrößern (800x600) anklicken!)
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Dear friend, Santa Claus,
This year you took my favorite singer, MICHAEL JACKSON,
my favorite actor, PATRICK SWAYZE
and my favorite actress, BRITTANY MURPHY.
Let me remind you that my favorite politician is MAHMOUD AHMEDINEJAD.
Please don’t forget!!! Thank you so much…
Lieber Freund, Weihnachtsmann,
dieses Jahr nahmst Du mir meinen Lieblingssänger, Michael Jackson,
meinen Lieblingsschauspieler, Patrick Swayze
und meine Lieblingsschauspielerin, Brittany Murphiy.
Lass mich Dich daran erinnern, dass mein Lieblingspolitiker Mahmoud Ahmadinejad ist.
Bitte vergiss das nicht!!! Und hab vielen Dank...
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