Tuesday, March 31. 2009
 Üblich ist es nicht - aber ich mache es trotzdem: auf einen kompletten Artikel in einem anderen Blog zu verweisen. Klingt so, als wäre Selberdenken zu anstrengend... aber Arndt Kremer hat auf einseitig.info einen wunderbaren Artikel zum Kulturkampf in Berlin geschrieben: " Then we take Berlin..." der mir aus der Seele Vernunft spricht.
Der Autor verweist hier auch auf den Artikel 7 des Grundgesetzes:
Artikel 7
(1) Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.
(2) Die Erziehungsberechtigten haben das Recht, über die Teilnahme des Kindes am Religionsunterricht zu bestimmen.
(3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen. Quelle: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Insofern - wenn man die sog. Bremer Klausel außer Acht lässt - bewegt sich Pro Reli auf dem Boden des Grundgesetzes. Doch dazu zwei Anmerkungen:
Continue reading "Pro Reli und das Grundgesetz"
Dieser Roman begründete - nach Douglas Adams - eine ganz neue Literatur-Richtung, nämlich das "Geister-Horror-Wer-ist-der-Täter-Zeitmaschinen-Romanzen-Komödien-Musical-Epos". Und da dies schon ein langer Titel ist, heißt das Buch auch richtig "Der Elektrische Mönch: Dirk Gently's Holistische Detektei" und ist ein Science-Fiction-Kriminalroman.
Und das ist englischer Humor par exellence. Anfangs hatte ich arge Schwierigkeiten, zu begreifen, was der elektrische Mönch, der dem Buch den Titel gab, aber auf den gut und gern hätte verzichtet werden können, ein Toter, der zum Geist wird und wieso das Sofa zwar in den Flur aber nicht mehr heraus kam - was das alles miteinander zu tun hat. Und - ich gebe es zu - so ganz begriffen habe ich es noch immer nicht.
Aber das ist egal.
Auch eine Zeitmaschine spielt eine wichtige Rolle und ein Pferd im Bad; verrückte Professoren und ein zu Unrecht des Mordes Beschuldigter.
Klingt das logisch?
Ist es aber!
Dirk Gentley ist in der Lage (mehr als der Leser vermutlich) das alles nicht nur zu verstehen sondern sogar aufzulösen. Das zu lesen ist ebenso vergnüglich wie zu versuchen, Adams Gedankengängen zu folgen.
Continue reading "Douglas Adams - Der elektrische Mönch"
 In dem Wust meiner Pro Reli vs. Pro Ethik-Artikel ist der Streit um die Buswerbung fast untergegangen. Fast.
Am Sonntag las jemand aus einer Pressemitteilung vor, dass in Dortmund bereits ein Bus durch die Gegend fährt, auf dem steht: "Keine Sorge, es gibt Gott! Also schönen Tag".
Daran finde ich zwei Dinge beunruhigend: erstens dass es einen Gott gibt und zweitens, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. (siehe auch hier)
In der Süddeutschen Zeitung findet sich ein relativ objektiver Artikel zu der Thematik: "Fahrt doch zur Hölle".
Ein Pater Jürgen Heite vom Katholischen Forum Dortmund ist der Initiator der Dortmunder Aktion (erstaunlich, dass ein Pater allein so viel Geld aufbringen kann - ob da vielleicht die Kollekte geplündert wurde?).
Auf der Webseite des Bistum Limbergs finden sich dann sogar ein Foto des Busses und ein kleiner Artikel dazu.
Nic
Monday, March 30. 2009
meine Karte für Mittwoch:
Das wird mein viertes Konzert des Meisters... und ich freu mich unbändig.
Nic
 Gestern Abend feierte Babylon...
den Sieg der Vernunft über die Religion.
Na ja; ganz so doch nicht. Aber immerhin lief gestern im Kino Babylon (wie passend!) die Vorabaufführung des Filmes "Religulous" von und mit Bill Maher; gedreht vom Borat-Regisseur Larry Charles.
Da der Film erst in 3 Tagen in die Kinos kommt, darf kann ich darüber noch nicht allzuviel sagen. Nur: er ist absolut sehenswert! Auch wenn einem Mitteleuropäer einiges sehr fremd vorkommt - sind wir doch bisher von solch dämlichen Fanatikern wie sie im Film interviewt werden relativ sicher. Noch. Als ich im Dezember 2008 über das Fliegende Spaghettimonster schrieb, war mir auch nicht klar, dass ein Vierteljahr später das Thema plötzlich so ernsthaft wird, dass ich mich damit wochenlang befasse(n muss).
Maher schafft es, dass sich religiöse Fanatiker jeglicher Couleur selbst entlarven durch den zum Teil wirklich unglaublichen Unsinn, den sie von sich geben. Einige waren immerhin intelligent genug, nach dem Reden nachzudenken und selbst zu merken, was sie da gerad von sich gaben.
Auf einen kurzen Nenner gebracht: Was Richard Dawkins in seinem Buch „Der Gotteswahn" evolutionsbiologisch und philosophisch zu analysieren versuchte, macht „Religulous" für den Kinobesucher nun auch sinnlich erfahrbar: den schmalen Grat zwischen sanfter Frömmigkeit und manifestem Wahn. Zitat: Michael Schmidt-Salomon auf hpd
Und weil ich gerad von Schmidt-Salomon spreche:
Continue reading "Religiöses in Babylon"
Sunday, March 29. 2009
Wie gestern versprochen: Fotos von der Berliner Großdemonstration " Wir zahlen nicht für Eure Krise".
Saturday, March 28. 2009
Es geht gleich los!
Die Kamera kommt mit und wenn alles klappt werde ich ein, zwei Fotos von der Berliner Demo hier zeigen.
Nic
 Heute nur ein Hinweis auf einen Artikel, den Frieder Otto Wolf im Freitag verfasst hat: " Keine Moral ohne Gott?"
Der ganz großen Mehrheit der Berliner ist die Bedeutung des Themas nicht klar. Es geht bei dieser Abstimmung nicht um „Wahlfreiheit“, wie die Initiatoren behaupten. Es [...] sollen alle Schüler dazu verpflichtet werden, sich entweder für den Ethikunterricht oder für einen Religions- oder Weltanschauungsunterricht zu entscheiden. Quelle: Freitag
Sehr lesenswert das Ganze und in wenigen Worten das Grundsätzliche (und leider immer wieder Missverstandene) dargelegt
meint
Nic
Friday, March 27. 2009
 In meinem Artikel " Einseitigkeit nur gefühlt?" habe ich geschrieben, dass in der Diskussion der Grünen nur Pro Reli Befürworter diskutierten.
Das ist schlicht und ergreifend falsch.
Die TAZ berichtet über die gleiche Veranstaltung. Und benennt eine illustre Runde, die da zusammensaß und diskutierte.
Es diskutieren Pro-Reli-Initiator Christoph Lehmann, Religionsforscher Rolf Schieder (Pro Reli mit Abstrichen), Ethikprofessor Michael Bongardt (Pro Ethik mit punktueller Pro-Reli-Sympathie), Manfred Zimmermann aus der Senatsbildungsverwaltung (Pro Ethik), der grüne Direktkandidat im Wahlkreis Pankow Heiko Thomas (Pro Ethik) und Enis Wilmesmeier vom Landesschülerausschuss (Pro Ethik mit Optimierungsansatz). Quelle: TAZ
Was lerne n wir ich: traue nie nur einer Quelle.
Nic
 Ich habe den Eindruck, dass die öffentliche Diskussion zu diesem ganzen Thema in den Medien mit einem gewissen Ungleichgewicht stattfindet.
Die Berliner Abendschau berichtet in dieser Woche in einer Serie über das Thema des Volksentscheides "Pro Reli". Dabei kamen bisher erstaunlicherweise vor allem Befürworter zu Worte, denen, wie mir auffiel, in allen Beiträgen das letzte Wort gehörte. (siehe Ende des Artikels)
Die Grünen berichten über eine Veranstaltung, die vorgestern in Berlin stattfand. Selbst hier, in einer Veranstaltung, die von den Grünen organisiert wurde, ist dieses Ungleichgewicht vorhanden. Da sitzen sich also zwei Befürworter gegenüber und diskutieren...
Im Laufe der Diskussion äußerten sich sowohl Herr Dr. Lehmann von der Initiative “Pro Reli” als auch Prof. Schieder von der Humboldt Universität Berlin zu der Frage, wie nach ihrer Auffassung religiöse Bildung erfolge.
Beide vertraten die These, dass eine “religiöse Sprachfähigkeit” nur gegeben sei, wenn Schülerinnen und Schüler zuvor eine religiöse Bildung erhalten. Religiöse Bildung aber könne nur authentisch durch Religions- bzw. Weltanschauungsgemeinschaften vermittelt werden. Quelle: http://ethik.gruene-berlin.de/
Und was kommt dann?:
Eine kluge Analyse der Autorin gegen die Argumente der Dozierenden. Ebenso verloren in den Weiten des Netzes wie meine Artikel.
Continue reading "Einseitigkeit nur gefühlt?"
 Ah, nun wächst zusammen, was zusammen gehört: nämlich Pro Reli und die Springer-Presse. Das war aber eigentlich zu erwarten.
Auf der Pro Reli Seite erschien heute ein Artikel, der mir irgendwie sinnentstellend gekürzt vorkommt. Zitat:
“Dagegen sagte ich: “Zwang wird doch nicht durch eine Wahlmöglichkeit ausgeübt, sondern dann, wenn alle Schüler den Ethik-Unterricht besuchen müssen, wie es derzeit angeordnet wird. “Und da wir gerade bei Ethik sind: Nach Immanuel Kant muss der Mensch die Wahl haben, ob er etwas tun will oder nicht, sonst wäre die Moral eine Illusion. Kant spricht vom “despotischen Staat”, der seine Untertanen zwingt, nach seinen eigenen Vorstellungen glücklich zu werden. Na also: Übertragen auf unseren Berliner Religionsstreit gibt sich der SPD-Linke-Senat entsprechend “despotisch”, wenn er alle Schüler zum Ethik-Unterricht zwingt, auch wenn einige von ihnen lieber Religion belegen würden. Ich bleibe dabei: Die freie Wahl ist das Gegenteil jeden Zwanges. Also ist der Kampfspruch der Pro-Ethik-Truppe nicht nur unintelligent formuliert, sondern schlicht sinnlos.Hat Schupelius recht? Rufen Sie an: 2591 73153 oder schicken Sie eine Mail an: gunnar.schupelius@axelspringer.de” Quelle: Pro Reli
Wogegen spricht Herr Schupelius vom Axel-Springer-Verlag? Worauf antwortet er? Das sagt die Pro Reli-Seite nicht.
Aber man achte vielmehr auf diese Aussage: "Übertragen auf unseren Berliner Religionsstreit gibt sich der SPD-Linke-Senat entsprechend “despotisch”, wenn er alle Schüler zum Ethik-Unterricht zwingt, auch wenn einige von ihnen lieber Religion belegen würden." Mir ist einfach nicht klar, wie man immer und immer wieder behaupten kann, dass der Besuch von Ethikunterricht den des Religionsunterrichtes ausschließt. Das ist im Moment absolut nicht wahr. Und Springer lügt hier dreist. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: wenn das Volksbegehren gewinnt, wird der hier dem Senat angelastete Zwang wahr. Und das ist dann nicht Schuld des "despotischen" Senates, sondern der Pro Reli.
Unglaublich, wie dreist Wahrheit verdreht wird. Wenn die Argumente aus gehen wird gelogen.
Aber damit nicht genug. Pro Reli ist zudem noch zu feige, um den kompletten Artikel der BZ zu zitieren. Aber das kann nachgeholt werden:
Continue reading "Springer und ProReli"
Thursday, March 26. 2009
Krimis sind, wie bereits erwähnt, nicht die Art Literatur, die ich üblicherweise lese. Doch kam dieses Buch als Geschenk zu mir und spielt zudem in Havanna de Cuba; einen Ort, den ich in meinem Leben noch sehen möchte.
Wie ich dem Klappentext entnahm, ist die Hauptfigur des Buches, Arkadi Renko, eine Person, die der Autor Martin Cruz-Smith, durch mehrere Bücher begleitet.
Aber das nur am Rande. Die "Nacht in Havanna" ist ein eigenständiges Buch und so auch allein und ohne Kenntnis der anderen zu lesen. Cruz-Smith zeigt sich als ein unglaublich genauer Beobachter des kubanischen Lebens; vieles kommt mir aus der Zeit der DDR bekannt vor; anderes ist sicherlich typisch karibisch. Ihm gelingt es, das Flair dieser Stadt einzufangen und Figuren zu zeichnen, die so charaktervoll sind dass man meint, sie zu kennen.
Meine Lieblingsfigur ist eher eine Randfigur: die Mutter einer Polizistin (die genau die Schizophrenie lebt, die das Leben in der sozialistischen Gesellschaft charakterisiert: einerseits das Arbeiten für den Staat, andererseits der Glauben an Geister und Götter der afrikanischen Vorfahren).
"Hier sitze ich mit dem größten fiktionalen Werk der Welt." Sie schlug auf ihr Heft mit Lebensmittelkarten. Seite 277
Mit solchen Nebensätzen zeichnet der Autor Realitäten, die neben dem eigentlichen Thema das Buches so etwas wie eine Umgebungsstimmung erzeugen, dass das Buch lesenswert und die Kubaner (und ihre Revolution) liebenswert machen.
Continue reading "Martin Cruz-Smith - Nacht in Havanna"
|
Kommentare