Dienstag , 21 Mai 2013
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Zbigniew Brzezinski im Interview

Bei Telepolis fin­det sich heute ein län­ge­rer Artikel über den ehe­ma­li­gen “Kommunistenfresser” Zbigniew Brzezinski. Der Autor, Rudolf Maresch, ver­sucht hier, den Werdegang von Brzezsinski von sei­ner Zeit als Sicherheitsberater von Jimmy Carters und auch ers­ter Unterstützer der Taliban gegen die Sowjetunion.

Für mich ist der Mann immer eher ein abschre­cken­des Beispiel US-amerikanischen Größenwahns in der Politik gewe­sen. Aber wie es scheint, hat er sich vom Saulus zum Paulus gewan­delt – also begrif­fen, wie die Welt heute tickt. So sagt er über die Pläne Israels (und der USA), einen Krieg gegen den Iran zu begin­nen:

“Es sei zwar leicht, einen Krieg anzu­fan­gen, ihn wie­der zu been­den dage­gen nicht”, stellt er wohl mit Blick auf den Krieg in Afghanistan fest. Das gelte für Israel genauso wie für sein Land. Zudem seien die Folgen nahezu unkal­ku­lier­bar. Zwar wür­den es die Iraner nicht schaf­fen, mas­sive Vergeltung an Israel zu üben. Und es dürfte ihnen auch nicht gelin­gen, die Straße von Hormuz zu schlie­ßen. Dafür würde schon die US-Marine sor­gen.

 

Die Energiekosten wür­den jedoch in unge­ahnte Höhe schie­ßen und die fra­gile Weltwirtschaft wei­ter gefähr­den und zum Absturz brin­gen. Die Russen wür­den sich über den hohen Ölpreis frei­lich die Hände rei­ben, weil sie plötz­lich über jene Kapitalmenge ver­füg­ten, die sie für eine Runderneuerung ihrer Gesellschaft bräuch­ten, wäh­rend Europa, das abhän­gig von rus­si­schen Lieferungen ist, in wei­tere wirt­schaft­li­che Nöte gera­ten würde.

 

Schließlich könn­ten ira­ni­sche Kommandos für Unruhe sor­gen, im Irak genauso wie in Afghanistan. Sie könn­ten US-amerikanische Basen angrei­fen und andere Terroraktionen in west­li­chen Hauptstädten bege­hen. Schon des­we­gen gebe es keine Alternative zu wei­te­ren Verhandlungen mit dem Iran über sein Nuklearprogramm, die er im Übri­gen auf einem guten Weg sieht.

 

Eine Einigung könnte etwa so aus­se­hen, dass die inter­na­tio­nale Gemeinschaft Teheran die Anreicherung von Nuklearmaterial auf einer nied­ri­gen Stufe zuge­steht, wenn das Land sich gleich­zei­tig dazu ver­pflich­tet, ein Abkommen zur Nicht-Proliferation zu unter­zeich­nen.

Nic

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

Ein Kommentar

  1. Karl-Heinz Büchner

    Vielleicht revi­diert Brzezinski ja auch noch sei­nen Schwachsinn vom “Tittytainment”, den er 2000 zusam­men mit wei­te­ren Hohlköpfen von HP und ande­ren Global Players ver­zapft hat. Er gehört zu den Menschen, die durch ihren unglaub­li­chen Machtwillen viele Dinge beein­flus­sen kön­nen, gleich­zei­tig aber durch eine aus­ge­prägte geis­tige Leere beein­dru­cken, wenn es dar­auf ankommt, Folgen ihres Handelns für die Gesellschaft abzu­schät­zen. In Deutschland ist Heiner Geißler ein typi­scher Vertreter die­ser Gattung, die heute ihr blö­des Geschwätz aus ihrer akti­ven Zeit ein­fach negiert.

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