Montag , 20 Mai 2013
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Buchtipp

Hier wird ein Buch ange­kün­digt, dass sich (für mich) sehr inter­es­sant anhört: “Frauen ohne Männer” von Shahrnush Parsi­pur.

Shahrnush Parsi­purs Buch „Frauen ohne Männer“ macht einen gera­dezu aber­wit­zi­gen Vorschlag, wie man größ­tem Leid und poli­ti­scher Bedrängnis begeg­nen kann: mit Schönheit und Poesie. (Shahrnush Parsipur: „Frauen ohne Männer“; aus dem Farsi von Jutta Himmelreich; Bibliothek Suhrkamp, Berlin 2012; 137 Seiten, 19,95 Euro) Die Autorin kann sich dabei auf Traditionen der per­si­schen Literatur beru­fen, die zwei­ein­halb­tau­send Jahre zurück­rei­chen. Davon ver­ste­hen wir nichts. Beim Lesen kön­nen wir nur stau­nen vor den dreis­ten Brüchen und Wendungen der Erzählung. Oft sind sie von gera­dezu clow­nes­ker Komik.

Der Titel ist eine bewusste Umkehrung von Hemingways „Männer ohne Frauen“. Das Buch spielt im Iran der fünf­zi­ger Jahre. Es gibt darin eine Frau, die aus Weltekel und Enttäuschung beschließt, ein Baum zu wer­den. Sie rammt sich in die Erde und schlägt Wurzeln. Im Garten rund um die­sen Menschenbaum fin­den sich andere Frauen ein, Männerflüchtige und Vertriebene, ein klei­nes Häuflein, das dort einen Sommer ver­bringt. Eine von ihnen ist schon zwei­mal gestor­ben, was ihren Blick auf die Welt natür­lich prägt. Eine andere wird in der Schwangerschaft durch­sich­tig: „ganz kris­tal­len …, trans­pa­rent, eins mit dem Licht“. Alle haben Tragisches erlebt – Ehrenmord, Vergewaltigungen –, aber sie sind keine Herzchen, und nach der Zeit im ver­zau­ber­ten Garten leben sie wie­der ganz nor­male kleine Leben und arran­gie­ren sich.
Cicero

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Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

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