Sonntag , 19 Mai 2013
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Kirchen bauen zum Verkaufen?

Dorfkirche Glienicke-NordbahnKomische Ideen haben die Kirchenoberen. Da for­dert die Architektin und EKD-Ratsmitglied Gesine Weinmiller drin­gend den Bau von mehr Kirchen1. Man kann – denk ich – davon aus­ge­hen, dass sie das nicht ganz unei­gen­nüt­zig tat; als Architektin stellt sie sich wahr­schein­lich vor, dass sie den Generalauftrag für den Jahrhunderte dau­ern­den Bau einer Kathedrale bekommt. Da hätte sie dann sicher aus­ge­sorgt.

Dabei scheint es Frau Weinmiller wenig zu inter­es­sie­ren, ob und wer dort hin­ein­geht. Denn die Frankfurter Zeitung weiß zu berich­ten2 , dass inzwi­schen sog. “Gotteshäuser” wegen Mangel an Interesse geschlos­sen wer­den und ande­ren Nutzungen zuge­führt wer­den: “Der katho­li­schen Kirche man­gelt es an Gläubigen, an Geld, an Priestern. Das Bistum Hildesheim musste bereits mehr als drei­ßig Gotteshäuser schlie­ßen.”

Sie könnte ja viel­leicht ein­fach nur eine Kirchen-Hülle bauen; das Innere gleich mit Beton zukip­pen; wird ja eh kei­ner sehen.

Es sei denn, die Kirche liegt im Bistum Limburg. Denn da könnte es pas­sie­ren, dass der First-Class-Reisende Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst das Gebäude als loh­nens­werte Immobilie ansieht, die er dann zum Zwecke der Geldwäsche sei­nem eige­nen Bistum ver­ti­cken kann3 – krumme Geschäfte schei­nen ihm ja nicht ganz fremd zu sein, wie sich gerad zeigt.

Nic

  1. http://www.idea.de/detail/gesellschaft/detail/ekd-ratsmitglied-fuer-mehr-neue-kirchenbauten.html
  2. http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/politik/katholische-kirche-wo-die-glocken-verklingen-11864828.html
  3. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/limburger-bischof-verkaufte-immobilienpaket-ans-eigene-bistum-a-852144.html

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

3 Kommentare

  1. Der Unterschied: In einem Fall ist es nur der öffent­lich aus­ge­spro­chene Gedanke und noch nicht die Tat (Gesine Weinmiller) , im ande­ren Fall die bereits voll­zo­gene Tat ( Tebartz-van Elst). Ob Weinmiller den Zuschlag bekom­men wird, wer­den wir sehen. Dann ist es in der Tat ein Thema. Wie die Sache Tebartz-van Elst wei­ter­geht, nun das beob­ach­ten wir in Mittelhessen eben­falls. Die Immobiliensache und der Reisefall sind nur zwei Steinchen eines grö­ße­ren Mosaiks. Unterm Strich bleibt: Kirchenorganisationen beste­hen aus Menschen. Die sind feh­ler­haft und nicht per­fekt. Entscheiden ist, wie mit Fehlern umge­gan­gen wird. Hier hat auf lange Sicht die evan­ge­li­sche Kirche trotz aller auch dort beste­hen­den Mängel bis­her offe­ner gehan­delt als die katho­li­sche. Deswegen im Fall Weinmiller: Beobachten und dann gege­be­nen­falls Fakten prü­fen und drü­ber schrei­ben….

  2. Es geht in bei­den Fällen um das §166-Tabu des unfehl­ba­ren Gottes, unter des­sen Mäntelchen sich der fehl­bare Opportunist ver­steckt. Wer spe­ku­liert, dass die Beschneidung sei­ner Menschenwürde von der Abmahnungsindustrie ver­hin­dert wird, hat meist die bes­se­ren Karten vor Gericht (je nach Lobby). Erst bei hin­rei­chen­dem Verdacht schrei­ben, dar­auf­hin über­haupt durch öffent­li­chen Druck die Erlaubnis zum Prüfen zu bekom­men, ist die Kunst. Alternativ kann auch der Beruf Detektiv wegen §166 ver­bo­ten wer­den. Die Medienmacht unter­liegt einer bedroh­li­chen Konzernbildung und Prevention ist nicht gerade eine demok­ta­ti­sche Stärke. Wohl aber die vor­ei­lende Selbstzensur. Diese gilt es zu bekämp­fen.

  3. Natürlich ist die demo­kra­ti­sche Stärke gemeint und Ihr Hort ist nicht zwangs­läu­fig (s. aktu­elle Skandale) der Vefassungsschutz. Das Optimum der Rechtssprechung wan­dert evo­lu­tiv. Bisher gilt, Verträge auch mit Verbrechern sind ein­zu­hal­ten s. Reichskonkordat trotz Verfassungsauftrag (kein Bedarf?).

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