Sonntag , 19 Mai 2013
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Pussy Riot-Prozess beginnt heute

Pussy Riot, Foto: Wikipedia

Pussy Riot, Foto: Wikipedia

Heute beginnt in Moskau der Prozess gegen die drei Mitglieder der Punktband Pussy Riot. Dabei haben sich Staat und Kirche in Russland gegen die Freiheit der Kunst – und die Mitglieder der Band – ver­bun­den.

Die TAZ1 schreibt dazu:

Schon seit fünf Monaten sit­zen die drei Protagonistinnen der rus­si­schen Performance-Gruppe in Untersuchungshaft. Ein Gericht ver­län­gerte die U-Haft im Juli noch ein­mal. Bis Januar dürf­ten die Punkerinnen min­des­tens noch ein­sit­zen.

Das Verfahren soll vor dem Moskauer Bezirksgericht statt­fin­den, das in dem Ruf steht, Putin-nah zu sein. In sei­nen Räumen fand auch der Prozess gegen den frü­he­ren Oligarchen und Eigentümer des Yukos-Konzerns Michail Chodorkowski statt, der zu mehr­jäh­ri­ger Lagerhaft ver­ur­teilt wurde.

Die Staatsanwaltschaft will die Gruppe wegen „Rowdytums“ zur Verantwortung zie­hen. Sieben Jahre Haft sieht das Gesetz dafür maxi­mal vor. Dass die Kirche im Schulterschluss mit dem Staat an den demuts­lo­sen Frauen ein Exempel sta­tu­ie­ren möchte, ver­ber­gen die Verantwortlichen nicht. Das „Rowdytum“ wird noch durch den Vorwurf des Schürens „kon­fes­sio­nel­len Hasses“ ver­schärft.

Wie eng die Verflechtung zwi­schen Thron und Kreuz in Russland der­zeit sind, zeigt sich am die­sem Fall beson­ders gut. Der Klerus ver­sorgt den (lupen­rei­nen Demokraten) Putin mit Legitimität, der Kremlchef wie­derum erhebt die Kirchenoberen zu Repräsentanten einer Quasi-Staatskirche. Und die “Mildtätigkeit” der Kirche und deren “Demut” zei­gen sich in die­sem Falle beson­ders dras­tisch:

Statt Gnade und Nachsicht zu üben, ver­langte der offi­zi­elle Kirchensprecher, Wsewolod Tschaplin, straf­recht­li­che Konsequenzen: „Wir kön­nen und wer­den nicht in einem Staat leben, der sol­che Unverschämtheiten zulässt.“ Gotteslästerung wirft die Kirche den Inhaftierten vor, obwohl die seit der anti­kle­ri­ka­len Revolution 1917 kei­nen Straftatbestand mehr dar­stellt.

Nic

  1. http://www.taz.de/!98300/

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

2 Kommentare

  1. Na, Herr Spaemann, da lässt es sich doch wie­der treff­lich über Blasphemie phi­lo­so­phie­ren. Auch ein nur ansatz­wei­ser Rechtfertigungsversuch der Autoritätshörigkeit ent­larvt den nütz­li­chen Idioten. Wer sein Lebenlang erfolg­reich Realitätsflucht betrieb, sollte nicht wei­ter­hin eine geis­tige Führerschaft bean­spru­chen. Die Vergangenheit ist für eine Seligsprechung oder Heil-… aus­rei­chend.

    Wem`s hilft, ein aktu­el­ler Trost von Erzbischof Becker: „In Jesus Christus erken­nen wir: Jeder Mensch ist Gottes Ebenbild und kein Zufallsprodukt“, sagte er. „Jede und jeder ist unwi­der­ruf­lich von Gott ange­nom­men.“

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