Todesstrafe für Blasphemie gefordert

Robert Spaemann, Foto: Wikipedia

Robert Spaemann, Foto: Wikipedia

Der Philosoph Robert Spaemann ist der Meinung, dass es an der Zeit ist, Blasphemie mit dem Tode zu bestra­fen. Nachdem bereits Martin Mosebach die Auffassung ver­trat, dass der § 166 des Strafgesetzbuches viel zu sel­ten Anwendung fin­det, haut Spaemann noch tie­fer in die glei­che Kerbe1 :

Gott als höchs­ter Gesetzgeber wird durch Über­tre­tung sei­ner Gebote belei­digt. Diese Beleidigung muss geahn­det wer­den, und zwar, wo es direkt um die Person Gottes geht, durch die höchste Strafe, das heißt die Todesstrafe.

Im rest­li­chen Artikel erklärt er, dass die armen, unter­drück­ten Christen in Deutschland das Maul nicht weit genug auf­rei­ßen, wenn sie sich in ihren “reli­giö­sen Gefühlen” ver­letzt sehen:

Nur noch die moham­me­da­ni­sche Religion genießt den Schutz des Gesetzes, nicht die christ­li­che. Denn Christen rea­gie­ren auf Beleidigung nicht mit Gewalt, Muslime aber wohl…

Also - so schluss­fol­gere ich aus sei­nen Worten - wird es Zeit, end­lich auch den Christen Terror zu ermög­li­chen. Doch lei­der kön­nen

Christen, der Lehre Jesu ent­spre­chend, auf Unrecht, das ihnen geschieht, nicht mit Gewalt ant­wor­ten.

Also muss der Staat her. Denn da Christen bit­te­res Unrecht geschieht, wenn man ihre Religion belei­digt und diese wie­derum nicht in der Lage sind, sich zur Wehr zu set­zen, muss der Staat diese Aufgabe über­neh­men.

Christen ver­ste­hen sich als Menschen, denen Gott die höchste Wirklichkeit ist, bei der es um Tod und Leben geht. Christsein schließt die prin­zi­pi­elle Bereitschaft ein, das Bekenntnis zu Gott und zu Jesus mit dem Tod zu bezah­len - aller­dings mit dem eige­nen Tod, nicht mit dem eines ande­ren. Darum hat der Tatbestand der Blasphemie in unse­rem Strafrecht kei­nen Platz. Nicht um Gott geht es im säku­la­ren Recht, son­dern um Menschen, um Menschen aller­dings, denen es um Gott geht. Gott braucht nicht geschützt wer­den. Er ist es, der schützt. Geschützt wer­den aber müs­sen Menschen, denen es um Gott geht, Menschen, die an Gott glau­ben. Sie sind es, die durch Religionsbeleidigung belei­digt wer­den, und zwar schwe­rer und tie­fer als durch Beleidigung ihrer eige­nen Person.

Wer einen Absatz wie den vor­he­ri­gen nicht ver­steht, kann offen­bar der Logik die­ses Mannes nicht fol­gen. Ich hatte damit auch einige Schwierigkeiten; ich kann nicht begrei­fen, dass der Mann das wirk­lich ernst meint.

Meint er aber:

Gott ist ihnen [den Christen] hei­lig. Ein Staat, der seine Bürger nicht gegen die Verunglimpfung des­sen, was ihnen das Heiligste ist, schützt, kann nicht ver­lan­gen, dass diese Menschen sich als Bürger ihres Gemeinwesens füh­len.

Das nenne ich “Aufruf zum Ungehorsam” gegen den Staat. Damit macht Spaemann das Gleiche wie der Rabbi Yitshak Ehrenberg, der vor lau­fen­der Kamera seine Mitgläubigen dazu auf­rief, gegen das Gesetz zu ver­sto­ßen.

Nic

PS: Ich möchte gern wis­sen, wel­che Drogen der Mann nimmt.

  1. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/robert-spaemann-zur-blasphemie-debatte-beleidigung-gottes-oder-der-glaeubigen-11831612.html

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29 Comments

  1. Naja, wenigs­tens ehr­lich. Und sehr schön ent­lar­vend. Schariaanhänger sind eben kei­nes­wegs die ein­zi­gen Gläubigen, die das Grundgesetz für nicht ver­bind­lich hal­ten.

  2. Wenn Gott wirk­lich durch Blasphemie gekränkt wer­den könnte, warum über­las­sen die Christen nicht ihm das “Strafen”?

  3. In den Irrenhäusern lei­det man unter Geistesstörungen, in den christ­li­chen Kirchen wer­den sie zele­briert. Dass ich ab und an einer aus dem Kuckucksnest für Kirchenprobleme zustän­dig hält, ist ein­fach Degeneration, dem Degenerierten fehlt jede Krankheitseinsicht. Man lasse dem armen Mann seine Ruhe und frage nicht noch nach sei­nen Drogen.

  4. Re PS: Nic, ich möchte gern wis­sen was Sie neh­men, wenn Sie FAZ lesen.

    Ihre Interpretation mit der Todesstrafe basiert auf einem aus dem Zusammenhang geris­se­nen Zitat. Weiter unten kommt Spaemann zu einem Schluss, dem man nicht fol­gen muss, aber als Meinungsäußerung akzep­tie­ren muss. Es dau­ert nur etwas län­ger und ist etwas umständ­lich her­ge­lei­tet.

    Wem die Beleidigung der Religion so wich­tig ist, dass er den Preis des Vorbestraftseins dafür zu zah­len bereit ist, soll ihn auch zah­len. Und was die Höhe betrifft, so müsste sie etwa das Doppelte des­sen betra­gen, was auf Beleidigung von Menschen steht, nicht mehr, aber auch nicht weni­ger.

    So ist das, wenn Texte eines Printmedium online ver­wen­det wer­den… Aber dafür muss man ja hier nun nicht lau­ter ras­seln als es die Kreuzritter in ihren Rüstungen taten, son­dern ein­fach ‘mal daran den­ken, dass Texte auch län­ger als eine Bildschirmseite sein kön­nen.

    • Nic

      28. Juli 2012 at 11:08

      Hi Bartleby,
      ich habe den gesam­ten Artikel - so wie er online steht - gele­sen. Das hät­ten Sie allein daran mer­ken kön­nen, dass eines der Zitate ziem­lich am Ende des Textes vor­kommt.

      Und ich scheine ja nicht der Einzige zu sein, der den Spaemann-Text so inter­pre­tiert: http://www.schockwellenreiter.de/blog/2012/07/27/neues-von-den-kampf-katholen/

      Wenn Herr Spaemann etwas ande­res meinte als das, was ich dar­aus las, dann sollte er sich viel­leicht nächs­tens bemü­hen, sich so aus­zu­drü­cken, dass er das, was er zu sagen hat, weni­ger ver­klau­si­fi­ziert.

  5. Aus dem voll­stän­di­gen Zitat geht klar her­vor, dass Spaemann NICHT die Todesstrafe for­dert. Er beschreibt die Situation “im alt­tes­ta­ment­li­chen Judentum … wie im heu­ti­gen Islam”.

    Spaemann for­dert: “Wem die Beleidigung der Religion so wich­tig ist, dass er den Preis des Vorbestraftseins dafür zu zah­len bereit ist, soll ihn auch zah­len. Und was die Höhe betrifft, so müsste sie etwa das Doppelte des­sen betra­gen, was auf Beleidigung von Menschen steht, nicht mehr, aber auch nicht weni­ger.”

    Das ist dann doch ein klit­ze­klei­ner Unterschied…

    • Nic

      28. Juli 2012 at 11:21

      Hallo Ulrich,
      ich war mir ehr­lich gesagt nach dem ers­ten und dem zwei­ten Lesen des Artikels nicht sicher, was Spaemann über­haupt los­wer­den wollte; wem er hier wel­che Mitteilung machen wollte.

      Spätestens dann, wenn er wie­der ein­mal das Böckenförde-Diktum aus dem Schrank holt, um damit zu bewei­sen(?), dass der Staat nicht in der Lage sei, die Voraussetzungen sei­nes selbst zu schaf­fen; bekomme ich Gänsehaut. Denn mit die­ser Keule wird immer wie­der ver­sucht, den Staat davon abzu­hal­ten, genauer auf das Gebaren der Religionsgemeinschaften zu schauen. So nach dem Motto: Schaut uns nicht in die Bücher aber zahlt bitte schön dafür.

      Wenn Du (wie Bartleby) aus dem Artikel schluss­fol­gern kannst, dass Spaemann nur aus dem Alten Testament zitiert, wenn er die Todes- oder andere harte Strafen für Blasphemie for­dert, dann weiß ich nicht, wie Du dar­auf kommst. Bereits die Einstiegssätze klä­ren doch ein­deu­tig die Linie, die der Verfasser ver­folgt: “Das deut­sche Recht und mehr noch die deut­sche Rechtsprechung muten es dem reli­giö­sen Bürger zu, dass das, was ihm das Heiligste ist, unge­straft öffent­lich ver­höhnt, lächer­lich gemacht und mit Schmutzkübeln über­gos­sen wer­den darf.”

      Deinen “klit­ze­klei­nen Unterschied” erkenne ich zäh­ne­knir­schend an… aber lies den Text nicht wort­treu son­dern ver­su­che, die Melodie dahin­ter zu erken­nen und dann bist Du viel­leicht mei­ner Auffassung, dass die Todesstrafe für Blasphemie Herrn Spaemann schon nicht als unan­ge­mes­sen vor­kommt.

      • Haimar Staib

        29. Juli 2012 at 00:03

        Alles schön und gut, aber wo for­dert Spaemann nun die Todesstrafe für Blasphemie? Und was hat Ihre aus­führ­li­che Antwort oben mit der Beantwortung die­ser ein­fa­chen Frage zu tun?

  6. Zwischen den gan­zen Nebelkerzen sagt Spaemann eine ganze Menge, das ich aus dem Geschwurbel mal so zusam­men­fasse:
    1. Todesstrafe für Blasphemie gabs im AT und gibts im heu­ti­gen Islam.
    2. Mohammedaner und Juden weh­ren sich, auch gewalt­sam; Christen nicht.
    3. Weil Christen sich nicht sel­ber weh­ren, soll der Staat das für sie erle­di­gen, und zwar mög­lichst will­kür­lich (Ermessensspielraum).
    4. Nichts, was mit Glauben zu tun hat, darf mehr dis­ku­tiert wer­den - wenn sich jemand fin­det, der sich dadurch belei­digt fühlt.

    Der letzte Absatz zeigt sehr schön, was der Mann eigent­lich möchte:

    In den sieb­zi­ger Jahren sah ich am Eingang von Notre-Dame in Paris eine Tafel, die die Besucher auf­for­derte zum „Respekt gegen­über dem Gefühl derer, die diese Kathedrale als einen hei­li­gen Ort betrach­ten“. Die Kathedrale gehört dem fran­zö­si­schen Staat, und inso­fern wäre die Inschrift halb­wegs kor­rekt. Aber Besitzer von Notre-Dame ist die Kirche. Und aus ihrem Mund ist diese Verlautbarung skan­da­lös. Die Kathedrale ist, wofür die Gläubigen sie hal­ten, näm­lich ein Ort des Gebetes, und muss als sol­cher respek­tiert wer­den. Zum Glück ist die sehr zeit­be­dingte Inschrift inzwi­schen ver­schwun­den und durch eine akzep­ta­ble ersetzt. Sie war ein zu kras­ser Ausdruck des fran­zö­si­schen Verständnisses von Laizität.
    Muß man sich mal auf der Zunge zer­ge­hen las­sen: eine wirk­lich gut for­mu­lierte Bitte, die ein ver­nünf­ti­ger Mensch kaum ableh­nen kann, gefällt ihm nicht, weil sie ihm nicht mar­tia­lisch genug scheint. Ich wüßte wirk­lich gern, was die ihm “akzep­ta­ble” Inschrift ist, kann das jemand her­aus­fin­den?

  7. Zuzugeben ist, dass Spaemanns Artikel SO oder SO zu lesen ist. Der Mann ist ja nicht dumm. Und ver­steckt seine Forderungen hin­ter Wortgeschwurbel.

    Wenn man aber bedenkt, was für einen Unsinn der Mann sonst so von sich gibt, wirkt die Über­spit­zung von Nic eher logisch.

  8. Achje, was für eine bil­lige Polemik. Natürlich for­dert Spaemann nicht die Todesstrafe für Blasphemie - die ent­spre­chende Passage zitiert Positionen im “alt­tes­ta­ment­li­chen Judentum ebenso wie im heu­ti­gen Islam”. Aber mit aus dem Zusammenhang geris­se­nen Zitaten hat schon immer gut agi­tie­ren las­sen :)

  9. Schon alleine, dass er “Blasphemie” wie­der unter Strafe stel­len möchte ist bezeich­nend. Zurück ins tiefste Mittelalter.
    Und da behaupte noch wer, Religion wäre nicht gefähr­lich.

  10. Wer glaubt das der Plusquamperfekt ein Gottesbeweis ist …

  11. Nein, man kann Spaemanns Artikel nicht SO oder SO lesen.
    Man muss ihm nicht fol­gen. Über­haupt nicht.
    Aber wenigs­tens bemü­hen sollte man sich, ihn zu ver­ste­hen. Zumindest, wenn man über ihn schrei­ben will.
    Und das macht er einem nicht schwer. Wer lesen möchte und nicht nur seine Vorurteile bestä­ti­gen, der könnte so etwa in der Mitte des Textes lesen:

    Wem die Beleidigung der Religion so wich­tig ist, dass er den Preis des Vorbestraftseins dafür zu zah­len bereit ist, soll ihn auch zah­len. Und was die Höhe betrifft, so müsste sie etwa das Doppelte des­sen betra­gen, was auf Beleidigung von Menschen steht, nicht mehr, aber auch nicht weni­ger.

    “Das Doppelte des­sen, was auf Beleidigung von Menschen steht”. Das ist etwas völ­lig ande­res als die Todesstrafe.

    Man muss Spaemanns Ansichten nicht tei­len.
    Ich zum Beispiel will keine Bestrafung für die Beleidigung der Religion.
    Aber ich will eine Debatte, die ein Mindestmaß von Niveau hat.
    Und das könnte zum Beispiel darin beste­hen, dem ande­ren nichts zu unter­stel­len, was er nicht gesagt hat.

  12. “Todesstrafe für Blasphemie gefor­dert”

    Wunderbar. Das hätte die Bild-Zeitung auch nicht bes­ser gekonnt.

    Und das nur, weil Spaemann nach einer über 50 Jahre dau­ern­den aka­de­mi­schen Lehrtätigkeit offen­bar nicht mehr in der Lage ist, ein­fa­ches, kla­res Twitter-Deutsch zu schrei­ben, das auch der ober­fläch­lichste Leser auf
    Anhieb ver­steht. Dann darf er sich natür­lich nicht beschwe­ren, wenn ihm das Wort im Mund her­um­ge­dreht wird…

    • Ach, er dürfte sich schon beschwe­ren :-)

      Nein, im Ernst: wenn ich den Mann - wie einige Kommentatoren mei­nen - abso­lut miss­ver­stan­den habe dann mag das daran lie­gen, dass ich sei­nen Artikel nicht ver­stan­den - oder falsch ver­stan­den habe. Das ist die Gefahr, wenn man sich nicht klar aus­zu­drü­cken ver­mag.

  13. Die Forderung ist Blasphemie!! Traut Sperma etwa GOtt nicht zu, dass der die Sache selbst erle­digt? Wozu hat GOtt die Hölle erschaf­fen?

  14. Nehmen sie die­sen Artikel mal lie­ber run­ter, der ist ja unglaub­lich pein­lich. Haben sie Spaemanns Text über­haupt ein­mal mit vol­ler Aufmerksamkeit gele­sen? Haben sie den Text über­haupt zu Ende gele­sen? Das kann ich mir kaum vor­stel­len, sonst hät­ten sie wohl kaum aus dem Text her­aus­in­ter­pre­tiert, dass Spaemann die Todesstrafe für Blasphemie for­dert.
    Ich reiße jetzt mal eine wei­tere Aussage in die­sem Text aus dem Zusammenhang, die zu ihrer Interpretation einen gewis­sen Kontrast bil­den:
    “Christsein schließt die prin­zi­pi­elle Bereitschaft ein, das Bekenntnis zu Gott und zu Jesus mit dem Tod zu bezah­len - aller­dings mit dem eige­nen Tod, nicht mit dem eines ande­ren. Darum hat der Tatbestand der Blasphemie in unse­rem Strafrecht kei­nen Platz

    Zugegeben, der Text ist nicht auf Mittelschulniveau, des­halb ver­wun­dert es auch nicht, dass andere Leute ihn eben­falls falsch inter­pre­tie­ren. Das ent­schul­digt sie aber nicht, ihren Artikel auch wei­ter­hin mit die­ser Über­schrift zu ver­se­hen.

    • Sie sind ja nicht er Erste und Einzigste hier, der mir unter­stellt, ich wäre nicht in der Lage, einen wis­sen­schaft­li­chen Text zu lesen. Ich lasse Sie und die Anderen damit mal allein.
      Denn ich bin sehr wohl dazu in der Lage und habe einen Abschluss, der ein wenig über den Mittelschulabschluss hin­aus­geht :-)

      Was sich an der Interpretation des Artikels von Spaemann für mich deut­lich zeigt, ist, dass es Universitätsgelehrten offen­bar schwer fällt, in einer Sprache zu spre­chen, die klar und deut­lich ist und das aus­drückt, was gemeint ist. Das ist nichts, das den Höhrern/Lesern anzu­krei­den ist son­dern dem Vortragenden/Schreibenden.

      Solange sich Philosophen wei­ter­hin in ihren Elfenbeintürmen hin­ter ver­quas­ten Sätzen ver­ste­cken und es ihnen egal zu sein scheint, ob man sie ver­steht wird es schwer blei­ben, sie ein­deu­tig zu ver­ste­hen.

      Es kann ja sein, dass ich ihn falsch ver­stan­den habe - aber das war ich nicht allein. Ich habe mit Anderen vor dem Verfassen des Artikels über den Text gespro­chen und inter­es­san­ter­weise von denen die Interpretation gehört, dass Spaemann die Todesstrafe für Blasphemie for­dert.
      Wenn ich zu pole­misch war: Sorry. Aber ich nehme nicht zurück, dass allein dar­über öffent­lich zu pala­vern, dass Blasphemie stär­ker bestraft wer­den muss, schon an sich nicht zeit­ge­mäß ist.

      • Ich unter­stelle ihnen ja nicht man­gelnde Kompetenz, son­dern man­gelnde Aufmerksamkeit. Natürlich kann man, wenn man den Text unbe­dacht liest (und eine ent­spre­chende Erwartungshaltung an den Tag legt), vor­ei­lig ihre Schlussfolgerung zie­hen.
        Um dem vor­zu­beu­gen, hätte Spaemann bei­spiels­weise in dem von ihnen zitier­ten Absatz auf den Konjunktiv zurück­grei­fen kön­nen.
        Im Übri­gen halte ich Spaemanns Ansichten eben­falls nicht für zeit­ge­mäß, auch gegen eine gepflegte Polemik habe ich nichts ein­zu­wen­den. Leider lässt ihre Über­schrift, sowie der erste Satz ihres Artikels - im Gegensatz zu Spaemanns Schwurbeltext - kei­ner­lei Interpretationsspielraum.

  15. Thomas Glatt

    29. Juli 2012 at 09:10

    Lieber Nic,

    dass die meis­ten (mich ein­ge­schlos­sen) hier nicht viel von Spaemanns Schlussfolgerung hal­ten, ist rela­tiv klar, näm­lich nicht sehr viel. Allerdings scheint mir Deine Argumentation mehr als bedenk­lich. Wie Bartleby und Ulrich Berger bereits ange­merkt haben, reißt Du Zitate aus ihrem Zusammenhang und inter­pre­tierst sie neu, was aller­dings dem Text von Spaemann völ­lig wider­spricht.
    Er fodert auf kei­nen Fall die Todesstrafe, son­dern skiz­ziert in die­sem Abschnitt ledig­lich die Situation bei “Mohammedanern” (eine Bezeichnung, die ich Muslimen gegen­über fast schon respekt­los emp­finde) und Juden. Worüber man sich hier auf­re­gen könnte ist höchs­tens, dass er unsach­ge­mäß und unbe­grün­det ver­all­ge­mei­nert. Die Forderung, den Christen die Todesstrafe auch zuzu­ge­ste­hen, ist darin nicht enhal­ten. Im nächs­ten Absatz stellt er auch klar warum: Einem Christen kommt nicht die Kompetenz zu, über das Leben eines ande­ren zu ent­schei­den.

    Die Interpretation vom Schockwellenreiter ist genauso unscharf. In den Begriff “Strafe für Blasphemie” wird (unbe­grün­det) die Todesstrafe oder sonst eine kör­per­li­che Strafe rein­ge­le­sen. Das steht da nir­gends.

    Die Zusammenfassung von slow­ti­ger halte ich für gelun­gen. Vielleicht liest du den Artikel von Spaemann noch ein­mal unter die­sem Vorzeichen. Mir geht es ganz und gar nicht darum, Spaemann zu ver­tei­di­gen. Dafür ist die Schlussfolgerung ein­fach zu ein­deu­tig Bockmist. Aber deine Interpretation ein­fach so ste­hen zu las­sen, halte ich genaus für falsch.

    Viele Grüße,
    Thomas

    • OK, Thomas, ich schau mir das noch mal an und mache einen “neuen” Artikel… und ver­su­che, etwas zu rela­ti­vie­ren.

  16. Thomas Glatt

    29. Juli 2012 at 09:15

    Achso, bevor ich es ver­gesse: Hätte Spaemann die Todesstrafe gefor­dert, sähe das Medienecho ganz anders aus … da hätte sich bestimmt nicht nur der Schockwellenreiter zu Wort gemel­det.

  17. Linus Heilig

    29. Juli 2012 at 11:16

    Wieso wirkt sie Übe­spit­zung von Nic nur “eher” logisch? Wieso wird Polarisierung, die vor allem von Theologen (Spaemann ist kein Philosoph per Definition) betrie­ben wird dif­fa­miert? Weil sie von der Gegenseite kommt. Dualistisches S/W-Denken ist Antievolutionär. Wer dies nicht glaubt, der google nach der Empathie des Schleimpilzes.

    Es geht um die Entabuisierung der Projektion der eige­nen Schuld, nicht um das Süppchen am Köcheln hal­ten “wovon Sie beson­ders schwärmt, wenn es wie­der auf­ge­wärmt”. Nach Köln jetzt auch noch das Amtsgericht Tiergarten. Nach dem nur Beschnippelungs-Verbot ist auch noch die Benennung “Kinderfickersekte” für Katholen lega­li­siert.

    Auch Evangelen haben halt auch ihr ideo­lo­gi­sches Problem. Man kann nicht tie­fer fal­len als in Gottes Hand, was vor der Selbstverantwortung schützt. Das zu Erkennen bedarf es aller­dings des athe­is­ti­schen und blas­phe­mi­schen Antipols:
    http://blasphemieblog2.wordpress.com/2012/07/28/grauenhaft-wolfgang-huber-uber-die-nazi-vergangenheit-seines-vaters/#comments

    Die Lüge vom athe­is­ti­schen Nazi glän­zend wider­legt, wie Göppels sagen würde. Jetzt aber auf phoenix-TV Im Dialog mit Fr. Käßmann.

  18. Linus Heilig

    29. Juli 2012 at 11:46

    Es geht um die Unterstrafestellung von Entdeckelung tra­dier­ten Humbugs (die Schwarmdummheit des Hirwurms). Dagegen leis­tet Blasphemie und Galgenhumor the­ra­peu­ti­sche Unterstützung. Und Fr. Käßmann ist eine Schwurbelkönigin, wie Luther auch, wenns ans Eingemachte geht (unter Ausklammerung des Judenhasses):
    http://blasphemieblog2.wordpress.com/2012/07/29/frage-an-religionshasser-beschneidung-nein-antreibung-ja/#comments

  19. Linus Heilig

    29. Juli 2012 at 15:09

    Moch mehr eher Über­spit­zung an der Basis der recht­schaf­fe­nen Blasphemiebekämpfer. Die Früchte des Zorns (John Steinbeck), Adrenalin, Verdrängungskomplex und Spaemann: http://kreuz.net/article.15593.htm

  20. Der Mann ist fast 90, warum sollte man ihn ernst neh­men?

    Blasphemie…das ich nicht lache.

  21. So, als Nachtrag noch:
    http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/48285.html
    Ich scheine den Artikel wirk­lich nicht rich­tig ver­stan­den zu haben; ande­ren­falls wäre kathweb wohl deut­li­cher auf die­sen Aspekt ein­ge­gan­gen…

  22. Linus Heilig

    30. Juli 2012 at 18:33

    Von mir aus doch ins Detail. Ist solch Beten laut­hals aus­la­chen Blasphemie? Wie hoch soll, wenn ja, die ange­dachte Strafe sein? http://kath.net/detail.php?id=37548
    Wer außer dem gesun­den Menschenverstand wird denn da belei­digt? Näheres zum Fundament im Kinderbuch für ange­hende und jung­ge­blie­bene Erwachsene, KMDD.

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