
Organspendeausweis
Den Lesern des Blogs nicht unbekannt sein dürfte die Tatsache, dass ich ein Befürworter der Organspende bin (siehe Links am Ende des Artikels) – und mich zum Ärger oder der Kritik mancher sogar zu dem Satz hinreißen ließ: Ich halte es fast für eine Pflicht für jeden Humanisten, sich als Organspender zur Verfügung zu stellen.
Gegner bzw. Kritiker der Organspende halten mir dann häufig das Argument entgegen, dass bei einem Mangel an Spenderorganen dem Missbrauch im Organhandel Tür und Tor geöffnet sind. Da habe ich dann häufig einfach abgewunken.
Umso entsetzter bin ich aktuell, wenn ich über den Vorfall an einer Göttinger Klink lesen muss1:
Zwei Ärzte der Göttinger Universitätsklinik sollen medizinische Daten manipuliert haben, um ihre Patienten auf der Warteliste für Spenderorgane nach oben zu schieben. Womöglich sind dadurch andere Kranke gestorben, die kein Organ erhalten haben. Sogar eine bedingt vorsätzliche Tötung halten die Staatsanwälte für nicht ausgeschlossen.
Sollte die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergeben, dass die beiden Ärzte tatsächlich für Geldleistungenhippokratischen Eid“, sondern diskreditiert alle Bemühungen um eine verbesserte Versorgung mit Organen.
Und fast wünsche ich mir, dass an den Vorwürfen gegen die beiden Göttinger Ärzte nichts dran ist…
Nic
PS: Generell meine ich übrigens auch, dass schon das Wort “Organhandel” fehlerhaft ist. Denn Handel bedeutet immer, dass Geld eine Rolle spielt.
Nics Bloghaus
Hallo Nic,
ja, das kann ich nur unterstützen, dass die Ärzte, sollte es sich bewahrheiten, streng bestraft werden. Ich bin auch dafür, dass die Organspende eine Pflicht sein sollte, der man expressis verbis widersprechen muss. In diesem Fall ging es, glaube ich, darum, dass die Patienten “kränker” geschrieben wurden als die waren, damit sie Organe bekommen. Es sterben jeden Tag Menschen, weil sie kein Organ bekommen. Da dürfte der Nachweis schwierig sein, weil kein Kausalzusammenhang zu beweisen ist. Der andere Aspekt ist ja, dass Menschen, die nur noch “wenig” Leben oder kein lebenswertes Leben mehr haben, vorsätzlich zu Tode gebracht werden, damit die Organe entnommen werden können. Das ist einer der Gründe, warum ich Organspender bin, denn ich möchte nicht als “lebender Zombie” dahin vegetieren. Ich habe das bei meiner Schwägerin erlebt, die einen Hirntumor hatte. Zum Glück hat sie die Zombie-Zeit nicht lange überlebt und bei nächster Gelegenheit starb sie dann.
Das nur kurz als Anmerkung. Viele Grüße, Günter