Samstag , 25 Mai 2013
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Bundespfarrer verärgert Muslime

Joachim GauckDer deut­sche Bundespfar­rerprä­si­dent ist wegen sei­ner Profilierungssucht mal wie­der ins Fettnäpfen getram­pelt. Er wollte sich von sei­nem Amtsvorgänger abset­zen und zei­gen, dass er anders tickt. Und hat damit die Muslime in Deutschland gegen sich auf­ge­bracht.

Wo für Wulff (erin­nert sich noch jemand an die­sen Kurzzeitpräsidenten?) der Islam noch zu Deutschland gehör­ten, meinte Gauck nun, dass das zwar für die Muslime, nicht jedoch für den Islam gelte.

Klar ist mir nicht, wie jemand, der sein Amt als Bundespräsident mit dem eines Bundespfarrers ver­wech­selt, hier eine Unterscheidung tref­fen kann. Gerade er, der per­ma­nent  dem Volk vor­be­tet will, was er unter Freiheit ver­steht und dabei mit der Bibel wedelt, will nun also unter­schei­den zwi­schen Gläubigen und Glauben?

Aber da nichts so heiß geges­sen wie gekocht wird, ist Gauck auch gleich einen hal­ben Schritt (vor sei­ner eige­nen Courage?) zurück­ge­gan­gen:

Wulff habe die Bürger auf­for­dern wol­len, sich der Wirklichkeit zu öff­nen. “Und die Wirklichkeit ist, dass in die­sem Lande viele Muslime leben.” Er fügte hinzu: “Ich hätte ein­fach gesagt, die Muslime, die hier leben, gehö­ren zu Deutschland.” [SPON]

Dass er einen Satz spä­ter fragt, wo denn der Islam Europa geprägt haben könnte, kon­ter­ka­riert diese Aussage nicht nur, son­dern zeigt, dass er außer Bibel- keine andere Geschichte kennt. Dabei würde ein sim­pler Blick in die Wikipedia schon hel­fen.

So wie Gauck Wert dar­auf legt, dass das Christentum kul­tu­rel­ler Teil Europas ist, muss er aner­ken­nen, dass das auch für die ande­ren bei­den abra­ha­mi­ti­schen Religionen zutrifft. Und auch, dass es Zeit ist, diese durch eine huma­nis­ti­sche Kultur abzu­lö­sen.

Nic

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

4 Kommentare

  1. Nic, du willst doch nicht allen Ernstes behaup­ten, die Toleranz, die im Kalifat von Córdoba aus der Notwendigkeit her­aus herrschte, dass sich die dor­tige isla­mi­sche Hegemonialmacht mit der Mehrheitsbevölkerung arran­gie­ren musste, habe irgend­et­was mit dem Wesen des Islam zu tun oder gar einem dau­er­haft prä­gen­den Einfluss auf den Kontinent Europa gehabt?!

    Ich bin mit die­sem Bundespräsidenten (Gauck) anders als mit sei­nem Vorgänger (Wulff) bis­her sehr zufrie­den. Ich würde es auch nicht anders sagen als er:

    Der Islam gehört nicht zu Deutschland, Muslime sehr wohl. (Das ist inzwi­schen fak­ti­sche Realität).

    Wir arbei­ten des wei­te­ren auch daran, dass auch die ande­ren Formen von Gotteswahn eine immer gerin­gere Rolle in unse­rem Land und in Europa spie­len.

    Mit einem evan­ge­li­schen Pfarrer als Bundespräsidenten kann ich ganz gut leben, zumal ja bekannt ist, das nicht wenige unter den evan­ge­li­schen Geistlichen selbst gar nicht mehr an die­ses Hirngespinst Gott glau­ben:
    http://castollux.blogspot.de/2008/01/wenn-gott-im-pfarrhaus-abhanden-kommt.html

    In der Rolle eines Bundespräsidenten sind evan­ge­li­sche Pfarrer mir da alle­mal lie­ber als in der Rolle eines Quack-Salben ver­kau­fen­den Fernsehmoderators.

    • Hi Gernot.
      Nein, das will ich sicher­lich nicht behaup­ten. Zumal es nicht alles ganz so glän­zend war, wie oft dar­ge­stellt.

      Was ist aber sagen will: auch in Europa hat der Islam eine – wenn auch geringe – Geschichte. Dies zu über­se­hen ist ein­fach dumm. Wir benut­zen noch immer ara­bi­sche (!) Zahlen und die Medizin, die Mathematik und Geometrie sind via Andalusien nach Mitteleuropa gekom­men. Das gilt in gewis­sem Umfange auch für die Wiederentdeckung der grie­chi­schen Philosophen.

      Ich bin nicht begeis­tert; aber wenn Muslime zu Deutschland gehö­ren, dann gehört auch der Islam zu Deutschland. Man kann nicht strikt zwi­schen Glauben und Gläubigen tren­nen.

  2. Ich bin nicht begeis­tert; aber wenn Muslime zu Deutschland gehö­ren, dann gehört auch der Islam zu Deutschland. Man kann nicht strikt zwi­schen Glauben und Gläubigen tren­nen.

    Dann will ich es mal so aus­drü­cken: Der Islam als Kulturphänomen (Zuckerfest, Opferfest, Moscheebauten) gehört selbst­ver­ständ­lich auch zu Deutschland.

    Was aber ein­deu­tig nicht zu Deutschland gehört, ist die Idee von Frauen als Menschen zwei­ter Klasse (Aussagen von weib­li­chen Zeugen sind nach Scharia-Recht nur ein Viertel so viel wert wie die eines Mannes), das Schächten von Tieren ohne Betäubung, Zwangsverheiratungen und medi­zi­nisch nicht indi­zierte Genitalverstümmelungen an reli­gi­ons­un­mün­di­gen Mädchen wie Jungen, das Vorenthalten von Schulfächern wie koedu­ka­ti­vem Schwimmunterricht (ohne Burkini) oder Evolutionslehre, etc.

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