Mittwoch , 22 Mai 2013
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Frau Schavan und die Wahrheit

Frau (Dr.) Schavan

Frau (Dr.) Schavan (Foto: Wikipedia)

Nachdem ges­tern dem Berliner CDU-Fraktionschef Florian Graf sein Doktortitels ver­lus­tig ging steht nun auch die “Wissenschaftsministerin” Schavan unter Plagiatsverdacht. Graf war – bei allem Unanständigen – immer­hin anstän­dig genug, den Titel abzu­le­gen ehe ihm die­ser von der Uni Potsdam ent­zo­gen wurde.1

Frau Schavan jedoch … ist der Meinung, dass eine Lüge, die durch jeman­den auf­ge­deckt wird, der sei­nen Namen nicht nennt, keine Lüge sein kann. Und der Focus spielt die­ses ver­lo­gene Spiel mit wenn er ver­tei­di­gend ein­schränkt “Die Quelle der Plagiatsvorwürfe ist anonym….” als würde das die Vorwürfe ent­kräf­ten oder den Betrug weni­ger dra­ma­tisch machen.

Schavan laut Focus zu den Vorwürfen “Ich habe mir heute diese ent­spre­chende Seite ange­schaut, es ist eine anonyme Seite, des­halb ist meine erste Antwort: Wer sich mit mei­ner Dissertation beschäf­tigt hat, mit dem bin ich gerne bereit, über diese Dissertation zu spre­chen, über das Zustandekommen.”

Da stellt sich mir die Frage: warum will (oder kann?) sie nicht öffent­lich genau diese Auskünfte geben? Wenn sie nichts zu ver­ber­gen hätte, lie­ßen sich die Vorwürfe schnell ent­kräf­ten. Doch daran scheint Frau Schavan nicht zu den­ken. Sie möchte – wie zuvor Herr von und zu Guttenberg – die Sache gern aus­sit­zen. Sie (und andere) haben noch immer nicht begrif­fen, dass das Netz nicht ver­gisst.

Es kommt Frau Schavan nicht ein­mal in den Sinn, dass gerade sie in ihrer Funktion als Wissenschaftsministerin beson­ders auf die Sauberkeit wis­sen­schaft­li­chen Arbeitens zu ach­ten hätte. Und dass sie mit einer offen­si­ven Offenlegung der strit­ti­gen Passagen mehr errei­chen würde als mit die­ser Hinhaltetaktik. Oder, wie der Feuerwächter es aus­drückt:

Im Schavanplag wer­den nur für jeder­mann über­prüf­bare Fakten auf­ge­zählt. Wer die Vorwürfe erhebt ist voll­kom­men uner­heb­lich, Fakten sind Fakten. Andererseits ist die Reaktion auch wie­der typisch für das Geltungsbedürfnis poli­tisch akti­ver Menschen, bei denen der Wert eines Argumentes von der Parteizugehörigkeit des­je­ni­gen abhängt, der es vor­bringt. Es besteht in dem Sinne auch kein Gesprächsbedarf mit dem­je­ni­gen der die Vorwürfe erhebt. Eine wis­sen­schaft­li­che Arbeit ist kein poli­ti­sches Pamphlet, des­sen Erstellung Konsensbildung erfor­dert.

Nic

Der Focus-Artikel hat im Übri­gen die unter­schwel­lige Botschaft, wordpress.com mit­haft­bar zu machen: schließ­lich kann es nicht sein, dass man dort anonym bzw. mit fal­schem Namen etwas ver­öf­fent­li­chen darf. Böse neue Welt!

  1. Unerträglich ist jedoch, dass es nicht einmal mehr politische Konsequenzen hat, wenn ein Politiker der Lüge überführt ist.

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

Ein Kommentar

  1. Tristan zum Elchhirsch

    Hallo, ich möchte hier meine Wut über Frau Schavan zum Ausdruck brin­gen. Denn diese Frau ist maß­geb­lich für den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) zustän­dig. So wer­den in zukunft Kurzlehrgänge von 3-6 Monaten zum Fachwirt/Meister den Hochschulabschlüssen (Bachelorgrade) gleich­g­stellt. Nur um die Statistik zu schö­nen wird die Hochschulausbildung mas­siv durch Frau Schavan und ihren Freunden aus IHK und co. schlecht gemacht. Wie kann jemand, der selbst schein­bar ille­gal einen Doktortitel erwor­ben hat, über diese poli­ti­schen Bereiche Handhabe besit­zen?

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