Sonntag , 19 Mai 2013
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Presseerklärung des Zentralrats der Ex-Muslime zur Islamkonferenz

Die isla­mi­schen Organisationen, die in der heu­ti­gen Sitzung der Islamkonferenz am run­den Tisch saßen, sind die Vertreter von ver­schie­de­nen isla­mi­schen Regierungen und Verbänden und Teil einer isla­mi­schen Bewegung. Ihr Ziel ist mehr Macht und mehr poli­ti­scher Einfluss.

Logo der Ex-MuslimeDiese Islamkonferenz dient zur Anerkennung des poli­ti­schen Islams in Deutschland und ist ein umge­kehr­ter Rassismus gegen­über Millionen von Menschen aus so genann­ten isla­mi­schen Ländern.
Unter dem Vorwand, dass hier­zu­lande Menschen aus dem Iran, Irak, Türkei usw … leben, wer­den immer mehr – zum Teil mit staat­li­chen Mitteln – Imame impor­tiert und geschult, Moscheen und isla­mi­sche Einrichtungen gebaut. Religiöse Organisationen wer­den als poli­ti­sche Parteien aner­kannt und sit­zen als Vertreter der Menschen aus oben genann­ten Ländern mit der deut­schen Regierung am run­den Tisch. Das ist ein Rückschritt für die zivi­li­sierte Welt.

Das deut­sche Innenministerium ver­sucht durch diese Konferenz angeb­lich gegen den Terrorismus zu kämp­fen und das heu­tige Thema war Ehrenmord und häus­li­che Gewalt in den isla­mi­schen Familien.
Wenn die deut­sche Politik den Menschen eine reli­giöse Identität gibt, gleich­gül­tig ob sie es wol­len oder nicht, wenn die deut­sche Regierung mit den Organisationen ver­han­delt, deren Aufgabe die Verbreitung und die Propaganda für den Islam und die isla­mi­sche Ideologie wie Zwangsverschleierung, Geschlechterapartheid und patri­ar­cha­li­sche Kultur ist, und wenn sie ihnen
Macht, Geld und Einfluss ver­schafft, dann ist das Gespräch über häus­li­che Gewalt eine Farce.

Noch ein ande­rer Punkt war heute der Salafismus in Deutschland. In die­sen Wochen kann man in vie­len deut­schen Innenstädten bär­tige junge Männer sehen, die an Passanten den Koran ver­tei­len.
Der reli­giöse Radikalismus der Salafisten sorgt in vie­len Ländern für eine men­schen­feind­li­che, spe­zi­ell frau­en­feind­li­che Kultur, und für eine Bewegung, die im Herzen von Deutschland für Steinigung und für das Abhacken von Händen und Füßen plä­diert. Vor allem junge Menschen sind davon bedroht, in den Sog die­ser Strömung zu gera­ten, den Kontakt zu Freunden und Familienangehörigen abzu­bre­chen und sich zu radi­ka­li­sie­ren. Sie las­sen dann ihre Eltern ver­zwei­felt zurück.

Statt einer säku­la­ren und men­schen­freund­li­chen Integrationspolitik strebt die deut­sche Regierung eine reak­tio­näre Islampolitik an, die lei­der immer mehr Jugendliche in die Tiefe der radikal-reaktionären isla­mi­schen Bewegung zieht. Das ist das Ergebnis der seit 2007 gegrün­de­ten Islamkonferenz.

Die Salafisten, die dicht mit den finan­zi­el­len und poli­ti­schen Interessen Saudi-Arabiens ver­knüpft sind, sind ein Teil des welt­weit erstar­ken­den Islamismus, dem auch die im Koordinierungsrat (KRM) zusam­men­ge­schlos­se­nen Verbände Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), Islamrat, VIKZ und Ditib zuzu­rech­nen sind. Die Deutsche Islamkonferenz hat diese an der Scharia ori­en­tier­ten  Organisationen auf­ge­wer­tet und als Dialogpartner und staat­li­che Kooperationspartner salon­fä­hig gemacht. Durch die Einführung des flä­chen­de­cken­den beken­nen­den Islamischen Religionsunterrichts gelingt es ihnen, Einfluss auf den Bildungssektor und die nach­wach­sen­den Generationen zu neh­men. Einige Politiker wol­len sogar isla­mi­sche Schiedsgerichte lega­li­sie­ren, die auf der Grundlage der Scharia urtei­len.

Deshalb ver­ur­teilt der ZdE jede Verharmlosung oder Zusammenarbeit mit isla­mi­schen Organisationen und ver­langt von der deut­schen Regierung ebenso wie von der Öffent­lich­keit, klar Position gegen frauen­ent­wür­di­gende und men­schen­ver­ach­tende Aussagen und Praktiken der Salafisten oder ande­rer isla­mi­scher Gruppierungen und Einzelpersonen zu bezie­hen.
Wir for­dern die sofor­tige Auflösung der Islamkonferenz sowie eine kon­se­quente Trennung der Einflussbereiche von Staat und Religionsgemeinschaften. Islamkritik darf nicht als Islamophobie oder anti­mus­li­mi­scher Rassismus dis­kre­di­tiert wer­den. Pressefreiheit, Informationsfreiheit und Meinungsfreiheit gehö­ren zum Fundament der Menschenrechte, die dem chro­ni­schen reli­giö­sen Beleidigtsein nicht geop­fert wer­den dür­fen.

Mina Ahadi
Zentralrat der Ex-Muslime

19.04.2012

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

8 Kommentare

  1. Warum hört man so wenig auf diese Frau, auf einen Zusammenschluss von muti­gen(!) Menschen, die die „Segnungen“ einer poli­ti­schen Religion am eige­nen Leib bit­ter erfah­ren muss­ten. Was treibt Kritiker von sach­li­cher Islamkritik an – auch als Kommentatoren auf die­sem Blog ver­tre­ten – jene zu ver­teu­feln, die die Rückschrittlichkeit einer Religion anpran­gern, reli­giös moti­vierte Menschenrechtsverletzungen immer wie­der ankla­gen, sich vehe­ment gegen die poli­ti­schen Anmaßungen die­ser Religionsvertreter weh­ren? Manchmal kommt in mir der Verdacht auf, dass es sich um „advo­cati dia­boli“ han­delt, die in die­sem Fall nicht nur so tun, als ob sie die Gegenseite ver­tre­ten, sie sind Teil der Gegenseite!

    • Hallo Uwe,
      es gibt ja einen Grund, dass ich das hier plat­ziert habe …
      Ich kann jedoch nicht mit allem, was Mina Ahadi tut, mit­ge­hen. Leider. Ich würde gern. Aber es gibt eine unglaub­li­che (im wahrs­ten Wortsinne) poli­ti­sche Naivität von Mina. Sie hat – wie Du weißt – schon bei denen ver­öf­fent­licht, mit denen ich weder genannt wer­den noch nen­nen möchte.
      Hinzu kommt, dass sie sich die­ser Tage mit “Islamkritikern” traf um eine kri­ti­sche Islamkonferenz in Wien zu orga­ni­sie­ren. Das Problem ist dabei nicht nur, dass die gbs für das kom­mende Jahr eine plant – und es so zu Über­schnei­dun­gen kom­men wird; das Problem ist vor allem, dass die Voraussetzungen und Ergebnisse der bei­den kri­ti­schen Islamkonferenzen sehr ver­schie­den ein wer­den.
      Die gbs hat nichts, aber auch gar nichts mit Herrn Krauss zu tun und will es – soweit ich erfah­ren habe – auch nicht.

      Allein an die­ser Situation ist wie­der ein­mal zu erken­nen, dass es sehr deut­lich ist, dass es ver­scheide Art und Weisen gibt, sich mit dem Islam kri­tisch aus­ein­an­der zu set­zen. Mina Ahadi ist lei­der nicht dif­fe­ren­zie­rend genug um zu sehen, für und mit wem sie arbei­tet.
      Ich möchte jeden­falls nicht mit dem einen öster­rei­chi­schen Ex-Muslim, der Andersdenkenden gleich mit der Faschismuskeule kommt, zusam­men­ar­bei­ten. Ich würde es gern, wenn es denn Gemeinsamkeiten gäbe (und es gab sie ja). Wie sich der­je­nige jedoch der­zeit benimmt ist mir eine Zusammenarbeit ein­fach unmög­lich.

      Doch noch ein­mal zu die­ser Pressemitteilung: Ich unter­schreibe sie mit gutem Gewissen. Doch andere Dinge, die Mina Ahadi tut, nicht mehr.

  2. Hallo Nic,

    ich gebe gern zu, dass mir hier viel­leicht wich­tige Hintergrundinformationen feh­len. Ich habe mich hier nur an den Text gehal­ten, den Mina Ahadi ver­fasst hat und der hier ver­öf­fent­licht wurde. Du weißt selbst, dass man kaum noch Über­blick behal­ten kann, wer, wann, wo, in wel­chem Zusammenhang, in wel­cher Absicht, mit wem zusam­men oder gegen wen was gesagt hat. Ich habe auch nicht mehr die – uner­reich­bare – Zielsetzung, über alles was gleich­zei­tig irgendwo publi­ziert wird, infor­miert zu sein. Ich ziehe mich des­halb immer mehr auf einige grund­sätz­li­che, an reli­gi­ons­kri­ti­schen und huma­nis­ti­schen Grundsätzen ori­en­tierte Positionen zurück, an denen ich messe, ob ich jeman­dem zustim­men kann oder nicht. Ich denke, wir über­for­dern uns alle, wenn wir Google-gleich den Anspruch erhe­ben, all­in­for­miert und all­wis­send zu sein.

    Ich denke, dass wir hier inzwi­schen mit einem Problem der Informationsüberflutung kon­fron­tiert wer­den, das wir in den Griff bekom­men müs­sen, wenn wir nicht in der Flut stän­di­ger neuer Informationen, in zeit­rau­ben­den Positionskämpfen und not­wen­di­gen Abgrenzungen gegen­über uner­wünsch­ten „Freunden“ unter­ge­hen wol­len. Ich möchte noch krea­tiv sein, ich möchte mir Positionen und Handlungsabsichten erar­bei­ten, ich will mich nicht inner­halb jener Kreise, die ich eigent­lich als meine Gesinnungsfreunde ansehe, mit Streitereien auf­rei­ben. Ich möchte mich mit jenen anle­gen und argu­men­ta­tiv aus­ein­an­der­set­zen, die ich als die tat­säch­li­chen Gegner einer demo­kra­ti­schen, ver­fas­sungs­wid­ri­gen, die Menschrechte mit Füßen tre­ten­den Gesellschaft ansehe.

    Letztere sind zur Zeit für mich die Kirchen und ganz bestimmte mus­li­mi­sche Gruppierungen. Sie genie­ßen staat­li­che Unterstützung und durch­set­zen und zer­set­zen daher mit allen poli­ti­schen und finan­zi­el­len Mitteln unsere Gesellschaft. Es sind für mich weni­ger rechts­ex­tre­mis­ti­sche Kreise, weil mei­nes Erachtens eine abso­lut über­wie­gende Zahl von Mitbürgern deren Spuk durch­schauen und von daher kaum für sol­che Parolen anfäl­lig sind. Es sei denn, dass wir jede ver­nünf­tige und sach­li­che(!) Kritik an der schlei­chen­den Islamisierung unse­rer Gesellschaft immer gleich als Fremdenfeindlichkeit oder gar Rassismus ver­teu­feln – dann aller­dings besteht die Gefahr, dass immer mehr Bürger aus Protest und Wut in die Arme der Rechtsextremen getrie­ben wer­den.

  3. Nachtrag: Mir ist lei­der ein Formulierungsfehler unter­lau­fen.

    Es muss natür­lich statt

    “die ich als die tat­säch­li­chen Gegner einer demo­kra­ti­schen, ver­fas­sungs­wid­ri­gen, die Menschrechte mit Füßen tre­ten­den Gesellschaft ansehe. ”

    hei­ßen

    “die ich als die tat­säch­li­chen Gegner einer demo­kra­ti­schen, ver­fas­sungs­ge­mä­ßen und die Menschenrechte ach­ten­den Gesellschaft ansehe.”

    ‘tschul­di­gung!

  4. “In Streitereien auf­rei­ben …” in die­sem Sinne habe ich ver­sucht, Uwe im Beitrag zur Islamkritik argu­men­ta­tiv zu ent­las­ten, da er noch krea­ti­ve­res vor­hat. In wel­chen Foren auch immer, ent­ar­tet die Diskussion wegen feh­len­der Erziehung zur Kritik (§166) im befühl­be­lei­dig­ten Mimosentum und fal­scher Rücksichtnahme auf die­ses. Ich würde mich über einen Kommentar freuen der ver­sucht, mich gefühls­zu­be­lei­di­gen. Es geht am Fundament immer nur um ganz kon­krete Verbrechen an Geist und Körper(s. Psychosomatik). Hier ist das ratio­nale Gefühl gefor­dert. In die­sem Zusammenhang ist der Streit um Minas geg­falls poli­ti­scher Naivität (es genügt, ihre per­sön­li­che Sozialisation zu berück­sich­ti­gen) bes­ten­falls ein Thema für den phi­lo­so­phi­schen Elfenbeinturm der Gerechtigkeitsapostel, der nichts bewegt. Keine Macht den Doofen und in gro­ßer Sorge (Freddy Quinn: Junge komm bald wie­der, ich mach mir Sorgen).

  5. Uwe Lehnert: “[...] Es sind für mich weni­ger rechts­ex­tre­mis­ti­sche Kreise, weil mei­nes Erachtens eine abso­lut über­wie­gende Zahl von Mitbürgern deren Spuk durch­schauen und von daher kaum für sol­che Parolen anfäl­lig sind. Es sei denn, dass wir jede ver­nünf­tige und sach­li­che(!) Kritik an der schlei­chen­den Islamisierung unse­rer Gesellschaft immer gleich als Fremdenfeindlichkeit oder gar Rassismus ver­teu­feln – dann aller­dings besteht die Gefahr, dass immer mehr Bürger aus Protest und Wut in die Arme der Rechtsextremen getrie­ben wer­den.”

    Schau ich mir die Parolen der sog. rechts­ex­tre­mis­ti­schen Kreise (gemeint sind wahr­schein­lich NPD, DVU u.ä.) und die der sog. Rechtspopulisten (bspw. Wilders, Pax Europa, Die Freiheit etc. etc.) an, so muss ich eine hohe Ähn­lich­keit fest­stel­len. D. h., gerade beim Thema Islamkritik sind gemein­same Argumentationsweisen zu beob­ach­ten. Eine deut­li­che Abgrenzung kann nur über eine ver­nünf­tige und sach­li­che Islamkritik funk­tio­nie­ren. Und schau ich mir bspw. den Kommentarbereich des ZdE auf Facebook oder den auf Wissen bloggt an, dann habe ich so meine Zweifel. Auch die Naivität (was ist Rechtspopulismus und wo fängt er an) zahl­rei­cher säku­la­rer Mitstreiter ver­setzt mich immer wie­der ins Staunen.

    • … ver­setzt mich immer wie­der ins Staunen…”

      ins Staunen? Mich bringt das an den Rand der Verzweiflung.

  6. Linus Heilig

    Gegen Verzweiflung hilft die Erkenntnis, dass an den Extremen lechts =rinks ist. Keine Macht den Doofen erklärt warum.

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