Iran: Mit dem Präsidenten spielt man nicht
Ironie kommt in autoritären Staaten selten gut an. So auch im Iran, wo eine Zeitschrift eingestellt wurde, die Ahmadinedjads Beziehung zu einem Berater auf die Schippe nahm
Das Bild sieht aus wie eine persische Miniatur aus dem 16. Jahrhundert. Auf der rechten Seite sitzt ein Mann und belehrt seine pflichtbewusst vor ihm knienden Gefährtem, die seinem Serom lauschen.
Doch irgendetwas stimmt nicht. Auf den zweiten Blick wird deutlich, dass alle Personen als heute lebende Iraner erkennbar sind. So ist der weise Mann tatsächlich niemand anderes als Mahmud Ahmadinedjads Vertrauter Esfandiar Rahim Maschaei. Und – in eindeutig satirischer Darstellung der politischen Führung des Landes – ist es Maschaei, der den Präsidenten zu seinen gehorsamen Anhängern zählt und nicht anders herum.
Das Bild erschien vor einem Monat auf dem Titel des iranischen Magazins Shahrvand-e-Emrooz. Die iranische Regierung scheint daran aber keinen Gefallen gefunden zu haben – jedenfalls gehen die meisten davon aus, dass sie hinter der erzwungenen Einstellung des Blattes Anfang September steckt.
http://www.freitag.de/politik/1136-mit-dem-praesidenten-spielt-man-nicht

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