Wenn der Vorsitzende des Übergangsrats, Mustafa Abdul Dschalil, bei seiner ersten Rede in Tripolis ankündigt, im neuen Libyen werde die Scharia “die wichtigste Quelle der Gesetzgebung” sein, klingt das für viele wie eine Drohung. Gibt das nicht all jenen Skeptikern recht, die fürchteten, nach Gaddafi könnten in Libyen reaktionäre Kräfte ans Ruder kommen, die einen islamischen Staat errichten wollen?
Nein, keineswegs, denn einen harten Bruch mit der Gaddafi-Ära stellt Dschalils Ankündigung in diesem Punkt nicht dar – da wiegen seine Versprechen bezüglich Rechtsstaatlichkeit und Demokratie schwerer. Schon Gaddafis offiziell propagierte Ideologie, die er in seinem “grünen Buch” dargelegt hatte, stützte sich auf den Islam, der in Libyen bisher Staatsreligion war. Dschalil dürfte es jetzt vor allem darum gehen, übereifrige Islamisten in seinem Übergangsrat in die Schranken zu weisen – und damit auf einen möglichst glatten Übergang zur Demokratie hinzuwirken.
http://taz.de/Kommentar-bergangsregierung-Libyen/!78125/
Anmerkung: Ich hoffe, Daniel Bax behält Recht – ich bin da sehr im Zweifel.
One Response to Libyen: Keine Angst vor der Scharia

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