Dienstag , 21 Mai 2013
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Presseschau vom 14.09.2011

Heute kamen so viele erwäh­nens­werte Artikel, dass ich die “externe Presse” leer las­sen musste und mich ent­schie­den habe, diese Sahnstückchen Euch gesam­melt zu prä­sen­tie­ren. Vielleicht wird es das jetzt öfters geben…

Fangen wir mit dem Papstbesuch an

Beim Humanistischen Pressedienst kam heute ein Artikel von Prof. Dr. Horst Herrmann “ER kommt!” Darin

Erzbischof Zollitsch for­dert “Noblesse und Freundlichkeit” und rügt alle, die anders den­ken. Als ob Noblesse und Freundlichkeit aus­ge­rech­net katho­li­sche Haltungen wären – his­to­risch wie aktu­ell.
Von die­ser Seite braucht sich nie­mand etwas sagen zu las­sen. Ganz im Gegenteil. Belehrungen in Sachen Demokratie und Menschenfreundlichkeit benö­ti­gen wir von den Vertretern der letz­ten abso­lu­ten Monarchie in Europa am aller­we­nigs­ten.

Womit wir gleich bei Zollisch sind, der laut Focus meint:

„Ich hoffe, dass nicht Krawalle das öffent­li­che Bild bestim­men. Dann würde unter­ge­hen, was der Papst uns zu sagen hat.“

Da wer­den unsere Medien schon dar­auf ach­ten, dass nur der Jubel über den Erlöser Herrn Ratzinger öffent­lich breit­ge­tre­ten wird. Auch wenn sie schon jetzt nicht umhin kön­nen, wahr­zu­neh­men, dass nicht alle begeis­tert sind, dass der alte Mann im Bundestag reden wird. Wie auch die FAZ in die­sem erstaun­lich aus­ge­wo­ge­nen Artikel.

Nun, der Staat läßt die Kritiker der Bundestagsrede nicht allzu dicht an B16 heran.

…damit der katho­li­sche Oberhirte auch unge­stört zu den Schafen im Bundestag spre­chen kann, besinnt sich die Berliner Versammlungsbehörde auf deut­sche Schäferhundqualitäten und ver­bie­tet es dem Bündnis „Der Papst kommt“ am Brandenburger Tor wäh­rend der Predigt vor dem Bundestag zu demons­trie­ren. Argumentiert wird selbst­re­dend mit den „beson­de­ren Sicherheitsmaßnahmen wäh­rend des Papstbesuchs.” Alternativ wird dem Demonstrationsbündnis aus fast 60 unter­schied­li­chen gesell­schaft­li­chen Gruppierungen, Verbänden und Parteien eine Route vom Potsdamer Platz zum Alexanderplatz vor­ge­schla­gen. Jörg Steinert vom feder­füh­ren­den LSVD kün­digte umge­hend den Gang vor das Verwaltungsgericht an…

schreibt KalleWirsch beim Freitag. Diesseits.de weiß dazu noch zu sagen:

Im Laufe des Verwaltungsgerichtsverfahrens hat die Versammlungsbehörde einen neuen Kompromissvorschlag für die Route der Demonstration gemacht. Nach der Kundgebung um 16 Uhr am Potsdamer Platz soll die Demonstration, zu der 15.000 bis 20.000 Menschen erwar­tet wer­den, vor­bei am Denkmal für die im Nationalsozialismus ver­folg­ten Homosexuellen und ent­lang Unter den Linden mit einer abschlie­ßen­den Kundgebung auf dem Bebelplatz vor der Hedwigs-Kathedrale nun doch – wie von der Versammlungsbehörde zunächst abge­lehnt – mög­lich sein.

Ich wurde heute gefragt, wes­halb es mir so wich­tig wäre, gegen die Papst zu pro­tes­tie­ren. Genau genom­men ist es mir schnurz­pie­pe­gal, wer woran glaubt; ob an die Dreifaltigkeit der Einfalt oder an das unsicht­bare Einhorn im Nachbarzimmer… das ist mir alles gleich. ABER: wenn mir jemand weis­ma­chen möchte, dass seine Wahrheit unbe­dingt auch meine sein müsse und wenn ein Vertreter derer vor einem wie auch immer demo­kra­tisch gewähl­tem Organ reden.

Zudem ist der Papst – und der amtie­rende beson­ders – der Kopf einer kri­mi­nel­len Vereinigung namens “katho­li­sche Kirche” die sich in der letz­ten Zeit “einen Namen gemacht hat” mit dem Missbrauch von Schutzbefohlenen.

Bei Zeit-Online reden drei der Opfer über ihr Märtyrertum. Und es gibt Missbrauchsopfer, die sich end­lich – auch juris­tisch – weh­ren:

Papst Benedikt XVI. soll auf die Anklagebank. Und zwar im Internationalen Gerichtshof (ICC) in Den Haag. Der Vorwurf: Er und die drei wei­tere Vatikanvertreter sol­len Missbrauchstaten katho­li­scher Geistlicher ver­tuscht haben. Die Klage stammt unter ande­rem von der Opferorganisation SNAP (Survivors Network of those Abused by Priests). Deutscher Vertreter von SNAP ist der Gelsenkirchener Wilfried Fesselmann (43). Er wurde selbst als Kind in Essen von einem katho­li­schen Priester miss­braucht. Im Interview erzählt er, warum er die Klage für längst über­fäl­lig hält.

Warum soll der Papst per­sön­lich ver­ant­wort­lich sein für das, was Ihnen und ande­ren ange­tan wurde?

Wilfried Fesselmann: Kardinal Ratzinger hat 1985 Pfarrer H., obwohl er von dem Verdacht gegen ihn wusste, ver­set­zen las­sen. Damit hat er einen Straftäter unter­stützt und seine Taten ver­tuscht…

Themenwechsel

Heute gab es bei der Frankfurter Rundschau einen Artikel, der bestä­tigte, was ich seit lan­gem sage/schreibe und wofür ich oft genug Prügel ein­ste­cken musste – immer dann, wenn ich PI und Henryk M. Broder in einem Atemzug nannte:

Dokumente, die der Frankfurter Rundschau zuge­spielt wur­den, bele­gen, dass PI weit mehr ist als eine harm­lose Internetseite. Es han­delt sich viel­mehr um eine Organisation, die zum Teil hoch­kon­spi­ra­tiv an der Verteufelung einer gan­zen Glaubensgemeinschaft arbei­tet. Die in einem inter­na­tio­na­len Netzwerk von Islamhassern eine ent­schei­dende Rolle spielt und diese noch aus­zu­wei­ten gedenkt. Die Gewaltverherrlichern und Rassisten, deren Weltbild dem des nor­we­gi­schen Massenmörders Anders Breivik ähnelt, ein Forum bie­tet.

Seit Gründung der „Freiheit“ im Herbst 2010 durch den Berliner CDU-Renegaten Rene Stadtkewitz pfle­gen Herre & Co. engste Kontakte zu der anti-islamischen Ein-Themen-Partei. Die Duz-Freunde Herre und Stadtkewitz haben Wilders ers­ten Berlin-Auftritt gemein­sam orga­ni­siert und bera­ten regel­mä­ßig über die stra­te­gi­sche Ausrichtung der Partei…

Unter den Dokumenten, die der Frankfurter Rundschau vor­lie­gen, befin­den sich mal mehr, mal weni­ger inten­sive Korrespondenzen mit etli­chen Organisationen und Privatpersonen. Darunter hier­zu­lande satt­sam bekannte „Islamkritiker“ wie Ralph Giordano oder Henryk M. Broder – was selt­sam ist: Bestreitet Broder doch eine Nähe zu „Politically Incorrect“.

…auch der Stresemann-Club – ein rechts­las­ti­ger Verein inner­halb der FDP – Kontakt mit dem „lie­ben Stefan“ auf­ge­nom­men hat. Gleiches gilt für die Senioren-Union der CDU Deutschlands. Deren Geschäftsführer Dirk Hülsenbeck wandte sich am 19. Mai an das PI-Team, weil er „Sympathie für Ihr Engagement“ emp­fin­det.

Schon heute ist PI weit mehr als ein vir­tu­el­ler Treffpunkt von Fanatikern. In etwa 50 deut­schen Städten, aber auch in Öster­reich, der Schweiz und Tschechien, gibt es PI-Gruppen, deren Führer eine Verpflichtungserklärung unter­zeich­nen sol­len und deren Aufgabe darin besteht, sich regel­mä­ßig kon­spi­ra­tiv zu tref­fen, um Strategien für die Beeinflussung der Öffent­lich­keit zu ent­wer­fen.

Dieser Artikel wird auch von F!XMBR und dem Politblogger kom­men­tiert. Lesenswert!

Nein, ich bin nicht stolz dar­auf, vor PI gewarnt zu haben. Auch gegen die sehr ein­ge­schränkte Sicht eines Herren Broder immer wie­der ange­schrie­ben habe. Aber ich bin zufrie­den, dass die FR, die BZ und der Kölner Stadtanzeiger die­sen Artikel heute ver­öf­fent­lich­ten. Und PI hat bereits rea­giert:

Worum es den lin­ken Vögeln im roten Sumpf der Dumont-Presse geht, ist aber eh klar. Die Linksfaschisten möch­ten mit ihrer alber­nen Hetze unser Weblog dicht­ma­chen. Da wer­den sie Pech haben! [zitiert nach Politblogger]

Nic

PS: Und dann war da noch der alte Artikel im Focus, der dar­über berich­tete, dass sich Bischöfe für Kinder stark machen. Dies heut zu lesen – mit dem Wissen um den Missbrauch – bringt mich zum Erbrechen.

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

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