Andreas Altmann: Gott ist an mir nicht interessiert
Ein sehr empfehlenswertes Interview mit einem schonungslosen Autoren:
Altmann: Um zu merken, dass jeder Mensch einen Wert hat, brauche ich keinen lieben Gott mit Rauschebart. Da reichen die Menschenrechte. Da muss ich mich nicht hottentottenblöd stellen. Soll ich glauben, der Papst sei der Stellvertreter Gottes, bloß weil da ein Mann aus Marktl in Rom rumhüpft? Dann bin ich der Kaiser von China!
ZEIT: Aber Jesus sagt –
Altmann: Jesus sagt, ich bin die Wahrheit. Das sagt bin Laden auch. Da gehen wir doch in Deckung.
ZEIT: Was könnte man denn stattdessen sagen?
Altmann: Ich habe einen Vorschlag! Schaut euch das mal an! Gefällt euch das? Oder man schweigt, wie die Zen-Priester. Eine Kirche, die die Wahrheit gepachtet hat, kann man nicht reformieren, die kann man nur abschaffen. Genau wie den Islam. Wenn in Sure sowieso steht, einer soll den anderen verdreschen, wie soll ich das denn reformieren? Soll ich das aus dem Koran rausstreichen? Hat Gott das dann nicht gesagt?
ZEIT: Sind Sie nie in Versuchung zu beten?
Altmann: Nein, ich habe seit der Kindheit nicht mehr gebetet, nie wieder. Ich denke auch nicht über Gott nach, sondern glaube an den Satz: Das Schicksal des Menschen ist der Mensch. Als Reporter habe ich erlebt, dass Gläubige oft ein grausames Schicksal und Gottlose oft ein swingiges Leben hatten. Ich sehe null Zusammenhang zwischen Lebensglück und Gebet.
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