Wir haben noch kei­nen Namen für die Epoche nach dem 9/11. Ich dachte vor 10 Jahren, hier begänne etwas, das uns für die nächs­ten Jahrzehnte beschäf­ti­gen würde – viel­leicht ähnlich dem Kalten Krieg.

Aber es war wohl nur ein Intermezzo – zwi­schen Amerikas “uni­po­la­rem Moment” nach dem Fall des Kommunismus und dem “Aufstieg des Rests” (der neuen Mächte China, Brasilien, Indien, Südafrika etc.).

Die Vorstellung eines “glo­ba­len Krieges gegen den Terror” (schon damals ein merk­wür­di­ger Begriff) ist zu Recht still­schwei­gend fal­len gelas­sen wor­den. Heute ist der Kampf gegen den Terrorismus wie­der in den Händen der Geheimdienste, der Polizei, der Spezialkräfte – wo er hin­ge­hört. Die Wahnidee, ihn mit den Mitteln des Militärs zu füh­ren, war eine teure Verirrung. Der bri­ti­sche Reporter Jason Burke bezif­fert die Opfer der “9/11-wars“ auf min­des­tens 250.000.

Osama bin Laden ist tot, Al Kaida bleibt uns erhal­ten, aber als ein läs­ti­ges Epiphänomen, das man in Schach hal­ten muss, nicht als Signatur einer Epoche. Mohammed Bouazizi war viel­leicht die wich­ti­gere Figur im Licht der kom­men­den Geschichte: eine Selbstverbrennung hat mehr bewirkt als alle die Selbstmordattentate der Al-Kaida. Der Sturz der Tyrannen geschieht nicht durch Terror, son­dern durch einen Volksaufstand.

http://blog.zeit.de/joerglau/2011/09/02/was-von-911-bleibt_5053

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Nic

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