Papst ohne Plenum

Er wäre das erste Kirchenoberhaupt, das im Bundestag spricht. Vor allem Abgeordnete der Linken reagieren empört auf den geplanten Besuch Benedikts XVI. Sie wollen zu seiner Rede nicht erscheinen. “Der Papst hat im Parlament nichts zu suchen”, moniert Fraktionsmitglied Ulla Jelpke – und stellt sich damit gegen Gregor Gysi.

Bis Donnerstag, 22. September, 16.15 Uhr, ist es noch ein wenig hin. Aber Ulla Jelpke, Abgeordnete der Linken im Bundestag, kann schon heute sagen, wo sie dann nicht sein wird: im Plenarsaal. Ihr Platz im Reichstag wird leer bleiben, wenn dort Papst Benedikt XVI. ans Rednerpult tritt – so wie die Plätze vieler anderer Mitglieder ihrer Fraktion.
“Der Papst hat im Parlament nichts zu suchen”, sagt Jelpke. Er sei “in jederlei Hinsicht” sexualfeindlich. “Verbrecherisch finde ich, wie er sich zur Aidsverhütung verhalten hat über die Jahre.” Jelpke schätzt, dass mehr als die Hälfte der 76 Mitglieder der Linksfraktion der Rede des Papstes fernbleiben und stattdessen gegen das Kirchenoberhaupt demonstrieren könnte.

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