fsa2010 400x300 Aufruf zur „Freiheit statt Angst!“ 2011

Ein brei­tes gesell­schaft­li­ches Bündnis ruft zur Demonstration für Freiheitsrechte, für einen moder­nen Datenschutz und für ein freies Internet auf: Am Samstag, den 10. September 2011 wird unter dem Motto “Freiheit statt Angst” in Berlin und in ande­ren Städten welt­weit ein inter­na­tio­na­ler Aktionstag für eine offene Gesellschaft und gegen den aus­ufern­den Über­wa­chungs­wahn statt­fin­den.

Die Über­wa­chung greift um sich.

In der Öffent­lich­keit, am Arbeitsplatz, in den Schulen und im Privaten wer­den wir zuneh­mend beob­ach­tet. Staatliche Stellen und Unternehmen regis­trie­ren, über­wa­chen und kon­trol­lie­ren unser Leben immer lücken­lo­ser. Egal was wir tun, mit wem wir spre­chen oder tele­fo­nie­ren, wo wir uns bewe­gen, mit wem wir befreun­det sind, wofür wir uns inter­es­sie­ren – der “große Bruder” Staat und die “klei­nen Brüder und Schwestern” aus der Wirtschaft wis­sen es genauer als je zuvor.

Der Gläserne Bürger wird Realität.

Immer mehr Informationen ver­voll­stän­di­gen das Bild, dass sich Staat und Wirtschaft über jeden Einzelnen von uns machen. Neben Telefondaten, Internetdaten, Bewegungsdaten und Gesundheitsdaten wer­den auch Daten aus sozia­len Netzwerken, Arbeitnehmerdaten, Volkszählungsdaten, Geodaten sowie poli­ti­sche und bio­me­tri­sche Daten zwangs­weise erho­ben und meist zen­tral gespei­chert. Das Missbrauchspotential wächst täg­lich und poten­ziert sich mit jeder neuen Datensammlung.

Datensammelwut kennt keine Grenzen.

Die Europäische Union setzt immer häu­fi­ger auf Über­wa­chung und auf einen immer ent­grenz­te­ren Datenaustausch der Eingriffsbehörden. Mit einer flä­chen­de­cken­den Vorratsspeicherung der Telekommunikationsdaten, Internetsperren, elek­tro­ni­scher Flugpassagierakte und dem EU-Sicherheitsprogramm (Stockholmer Programm) ste­hen wei­ter ver­schärfte Sicherheits- und Über­wa­chungs­be­fug­nisse auf der poli­ti­schen Agenda.

Datenberge gefähr­den unsere Sicherheit.

Die zuneh­mende elek­tro­ni­sche Erfassung und Über­wa­chung der gesam­ten Bevölkerung schafft kei­nen nach­weis­bar ver­bes­ser­ten Schutz vor Kriminalität, kos­tet aber ´zig Millionen von Euro, stellt alle Bürgerinnen und Bürger unter Generalverdacht und gefähr­det ihre Privatsphäre. Die Unschuldsvermutung wird zuneh­mend zu einem Lippenbekenntnis aus ver­gan­ge­ner Zeit. Gezielte und sinn­volle prä­ven­tive Maßnahmen, sowohl tech­ni­scher als auch sozia­ler Art, zur Stärkung unse­rer Sicherheit blei­ben dabei auf der Strecke. Über­wa­chungs­in­fra­struk­tu­ren und Datenpools sind miss­brauchs­an­fäl­lig und bil­den selbst ein Sicherheitsrisiko.

Massenüberwachung gefähr­det die offene Gesellschaft.

Wer sich stän­dig über­wacht und beob­ach­tet fühlt, kann sich nicht mehr unbe­fan­gen bewe­gen und frei­zü­gig seine Rechte aus­le­ben. Massenüberwachung scha­det nicht nur Minderheiten und jedem Einzelnen von uns, son­dern behin­dert auch mas­siv die Arbeit und das Engagement von Privatpersonen und Organisationen der Zivilgesellschaft. Über­wa­chung, Misstrauen und Angst erzeu­gen schritt­weise eine Gesellschaft unkri­ti­scher BürgerInnen, die “nichts zu ver­ber­gen” haben, und dem Staat gegen­über – zur ver­meint­li­chen Gewährleistung einer tota­len Sicherheit – gehor­sam ihre Freiheitsrechte auf­ge­ben. Eine sol­che Gesellschaft wol­len wir nicht!

Deswegen gehen wir auf die Straße!

Plakate und Aufkleber Aufruf zur „Freiheit statt Angst!“ 2011Wir wol­len eine freie, demo­kra­ti­sche und offene Gesellschaft, die ohne bedin­gungs­los pri­vate Räume und unge­hin­derte Kommunikation nicht exis­tie­ren kann. Wir strei­ten für ein freies Internet mit glei­chem Zugang für alle, ohne Diskriminierung ein­zel­ner Inhalte und für den Schutz der Meinungs- und Pressefreiheit im Internet welt­weit. Der Respekt vor unse­rer Privatsphäre ist unab­ding­ba­rer Bestandteil unse­rer mensch­li­chen Würde – und zwar in allen Lebensbereichen. Um eine 180-Grad-Wende des gegen­wär­ti­gen Über­wa­chungs­wahns zu for­dern, wer­den wir am Samstag, den 10. September 2011 unter dem Motto “Freiheit statt Angst – Stoppt den Über­wa­chungs­wahn!” durch Berlin zie­hen. Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, an der Demo teil­zu­neh­men! Die Politiker und Konzernlenker sol­len sehen, dass wir bereit sind, für unsere Freiheit auf die Straße zu gehen.

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Über den Autor

Nic

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