Aus dem Iran-Report der Heinrich Böll Stiftung
Wie jeden Monat gibt es auch in diesem wieder einen Hinweis auf und einen Ausschnitt aus dem Iran-Report der Heinrich-Böll-Stiftung.
Zusätzlich möchte ich auf eine Lesung mit Bahman Nirumand hinweisen:
Bahman Nirumand nennt seine Autobiografie “Weit entfernt von dem Ort, an dem ich sein müsste”. Im Gespräch mit Barbara Unmüßig (Heinrich-Böll-Stiftung), dem Schriftsteller Peter Schneider und Frank Strickstrock (Rowohlt Verlag) wird der Jubilar[B.N. wird 75] von einem außergewöhnlichen Leben zwischen Orient und Okzident erzählen.
Dienstag, 20. September 2011, 19 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin (zur Anmeldung)
Je acht Jahre Haft für zwei amerikanische Staatsbürger
Wie das staatliche Fernsehen unter Berufung auf Justizkreise am 20. August berichtete, wurden zwei amerikanische Staatsbürger, die sich bereits seit zwei Jahren in Haft befinden, zu je acht Jahre Gefängnis verurteilt. Shane Bauer und Josh Fattal wurde vorgeworfen, illegal die Grenze zwischen Iran und Irak überschritten und für den amerikanischen Geheimdienst spioniert zu haben. Die beiden 29-jährigen Männer waren im Juli 2009 an der iranisch-irakischen Grenze festgenommen worden. Sie waren nach eigenen Angaben gemeinsam mit der US-Bürgerin Sara Shane als Wanderer unterwegs und hätten irrtümlich die Grenze überquert. Den Vorwurf der Spionage haben sie stets abgestritten.
Sara Shane wurde im September 2010 aus gesundheitlichen Gründen gegen eine Kaution von 500.000 Dollar frei gelassen und kehrte in die USA zurück. Das Verfahren gegen sie wird in Abwesenheit geführt. Dem Fernsehbericht zufolge sei sie noch nicht verurteilt worden, ihre Akte bleibe offen, hieß es. Sie war mehrmals vom Gericht vorgeladen worden, weigerte sich jedoch nach Iran zu reisen.
Der Anwalt der Amerikaner, Masud Schafii, plädierte am letzten Prozesstag (am 31. Juli) auf nicht schuldig. Die Verhandlung vor dem Revolutionsgericht in Teheran fand hinter verschlossenen Türen statt. Schafii hatte vor dem Prozess erklärt, er hoffe auf einen „glücklichen Ausgang“ des Verfahrens. Am 20. August sagte er der Nachrichtenagentur AFP, er sei über ein Urteil gegen die beiden Amerikaner nicht unterrichtet worden. „Ich habe weder offizielle noch inoffizielle Informationen“, sagte er der Nachrichtenagentur ISNA. Er wolle „alle Mittel“ einsetzen, um ihre Unschuld zu beweisen. Auch Irans Außenminister Ali Akbar Salehi hatte Anfang August gesagt, er hoffe auf eine Freilassung der beiden US-Bürger.
Wie das Fernsehen berichtete, wurden Bauer und Fattal wegen illegalen Grenzübertritts jeweils zu drei Jahren und wegen „Spionage für einen US-Geheimdienst“ zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ein Widerspruch gegen das Urteil sei innerhalb von zwanzig Tagen möglich.
Am 21. August bestätigte der Teheraner Staatsanwalt Abbas Dschafari Dolatabadi der Nachrichtenagentur ISNA gegenüber offiziell das Urteil gegen die beiden US-Staatsbürger.
Das US-Außenministerium erklärte in einer ersten Stellungnahme, es bemühe sich um die Bestätigung der Berichte. Es habe dazu mit der Schweiz, die die US-Interessen in Iran vertritt, Kontakt aufgenommen. „Wir hoffen weiter, dass die iranischen Behörden auf humanitären Möglichkeiten zurückgreifen, um diese beiden jungen Männer freizulassen“, zitierte die US-Außenministeriums-Sprecherin Victoria Nuland eine frühere Äußerung der US-Außenministerin Hillary Clinton. Es sei Zeit, sie mit ihren Familien zu vereinen. Ein Sprecher der Familien von Bauer und Fattal wollte sich zunächst zu dem Urteil nicht äußern.
Die Mütter der beiden jungen Männer hatten nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am 27. Juli in einem Schreiben an den UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Iran eine Untersuchung zu körperlichen, seelischen und sexuellen Misshandlungen gefordert, die ihren Söhnen zugefügt worden seien.
Teheran hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Inhaftierten würden „angemessen“ behandelt, erklärte die iranische UN-Vertretung laut einer Nachricht der Presseagentur IRNA. Sie genössen konsularische Betreuung, erhielten regelmäßig Post und Bücher und im Mai vergangenen Jahres sei ihnen ein Treffen mit ihren Familien „in einem der besten Hotels Teherans“ ermöglicht worden.

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