Freitag , 24 Mai 2013
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Wie der Iran mit Hilfe einer niederländischen Firma GMAIL abhörte

Die in Holland ansäs­sige Firma Diginotar hat der ira­ni­schen Regierung offen­bar zu einem SSL-Zertifikat ver­hol­fen, mit dem ver­schlüs­selte SSL-Verbindungen zu Gmail abge­hört wer­den konn­ten.

Die Herausforderung bei ver­schlüs­sel­ten Verbindungen ist, dass sicher­ge­stellt wer­den muss, dass man nicht nur ver­schlüs­selt, son­dern auch so ver­schlüs­selt, dass nie­mand ande­res mit­hö­ren kann. Mithören könnte ja zum Beispiel ein man-in-the-middle-Angreifer, indem er sich zwi­schen die bei­den kom­mu­ni­zie­ren­den Rechner (Client & Server) klinkt, eine ver­schlüs­selte Verbindung zum Nutzer mit einem eige­nen Zertifikat auf­baut, diese abhört, und dann erst mit dem rich­ti­gen Zertifikat ver­schlüs­selt an den rich­ti­gen Server wei­ter­lei­tet. Um das zu ver­hin­dern, sol­len die zur Verschlüsselung genutz­ten Zertifikate immer von einer ver­trau­ens­wür­di­gen Instanz signiert sein.

Einem übli­chen Browser wie Firefox wer­den des­halb eine ganze Reihe an root-CAs mit­ge­lie­fert, denen stan­dard­mä­ßig ver­traut wird. Wenn ein Zertifikat von einer Instanz signiert ist, deren CA nicht um Browser (per default oder nach­träg­lich) instal­liert ist, kommt die alt­be­kannte Warnmeldung “Dieser Verbindung wird nicht ver­traut” – Der Nutzer muss das Zertifikat dann selbst prü­fen und ihm quasi ein­mal das Vertrauen aus­spre­chen. Die glei­che (oder bei man­chen Browsern sehr ähn­li­che) Warnung bekommt ihr, wenn ein mit­tel­lo­ser Hacker euch zum Ziel einer man-in-the-middle-Attacke aus­er­wählt hat, aber nicht im Besitz eines signier­ten Zertifikats ist.

Die Firmen im Besitz der stan­dard­mä­ßig mit­ge­lie­fer­ten CAs ver­die­nen also gutes Geld, weil sie der ein­zige Weg sind, einem DAU die ver­meint­lich sichere Nutzung der Seite ohne unver­ständ­li­che Fehlermeldungen zu ermög­li­chen. Noch mehr Geld aber kön­nen sie natür­lich damit ver­die­nen, bösen Menschen Zertifikate für Domains aus­zu­stel­len, die sie gar nicht besit­zen.

So bei­spiels­weise der ira­ni­schen Regierung, wenn diese gerne GMAIL-Verbindungen ihrer Bürger abhö­ren möchte…

http://netzpolitik.org/2011/wie-der-iran-mit-hilfe-einer-niederlandischen-firma-gmail-abhorte/

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

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