Die geplante Rede des Papstes im deutschen Bundestag stellt offensichtlich einen Teil einer groß angelegten Propaganda- und Mobilisierungskampagne des Vatikans gegen eine nach Auffassung der katholischen Kirche »dramatisch zunehmende Christianophobie« in Europa und der westlichen Welt dar. »Starker und aggressiver« Säkularismus und Laizismus sowie ein stetig wachsendes anti-klerikales Denken beunruhigen – nicht nur – die katholische Kirche in einem Ausmaß, dass sich der Papst bereits gezwungen sah, eine neue Behörde im Vatikan einzurichten, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten.
Mit dem neu geschaffenen Päpstlichen Rat für Neuevangelisierung sollen die Missionierungsbestrebungen in Europa verstärkt werden. Der Kampfbegriff »Christianophobie« (Christenfeindlichkeit) soll der Öffentlichkeit suggerieren, dass die katholische Kirche zu Unrecht religionskritischen Äußerungen und Meinungen ausgesetzt sei. Mit diesem Kunstgriff will sie sich in eine Opferrolle begeben und vor allem die tausendfachen Verbrechen von katholischen Priestern an Kindern und Jugendlichen vergessen machen. Das ging inzwischen so weit, dass der persönliche Prediger des Papstes, Pater Cantalamessa, sich dazu verstieg, die Kritik an der katholischen Kirche wegen dieser Verbrechen und deren Verschleierung mit der Judenverfolgung in der Nazizeit zu vergleichen.
http://www.neues-deutschland.de/artikel/205342.buehne-fuer-religioese-propaganda.html
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