Montag , 20 Mai 2013
Du bist hier: Startseite >> Gesellschaft >> Lina Ben Mhenni – Vernetzt Euch!

Lina Ben Mhenni – Vernetzt Euch!

Lina Ben Mhenni ist eine Aktivistin, die mit Blogs und sozia­len Netzwerken dazu bei­trug, den tuni­si­schen Diktator Ben Ali zu ver­ja­gen. Sie selbst sieht sich als eine unter Vielen. Und berich­tet in die­sem Buch über ihre eige­nen Erfahrungen, Erlebnisse und Hoffnungen.

Der Ullstein-Verlag hat nach den bei­den Hessel-Büchern das Format und den Anspruch die­ser Kleinserie auf­recht erhal­ten. Zwar nennt er das vor­lie­gende eine “Streitschrift”, aber mei­ner Meinung nach ist des das am wenigs­ten zum Widerspruch rei­zende der drei genann­ten.

Mhennis Text lebt von sei­ner unbe­ding­ten Authentizität; es ist kein lite­ra­ri­sches Meisterwerk und nicht so sprach­ge­wal­tig wie Hessels Texte. Und hat doch etwas sehr packen­des an sich. Lina Ben Mhenni war von Beginn an dabei. Und ich bin mir rela­tiv sicher, dass es auch ihre Videos waren, die in unse­ren Nachrichten mit der Quellenangabe “Internet”1 gesen­det wur­den.

Es ist ein irgend­wie atem­lo­ser Text; so atem­los wie es jeman­dem vor­kom­men muss, der eine revo­lu­tio­näre Situation erlebt. Und der Text macht denen Mut, die sich (auch hier­zu­lande) wei­gern, inner­halb ver­fes­tig­ter Strukturen zu wir­ken. Er zeigt, dass “net­wor­king” funk­tio­niert – eine Erfahrung, die wir ja auch aus Iran ken­nen. Wenn die Autorin berich­tet, unter welch zum Teil aben­teu­er­li­chen Bedingungen sie ihre Texte, Bilder und Videos in den öffent­li­chen und freien Raum des Internets publi­ziert – dann kann man als Leser mit­füh­len, dass das nicht nur einer per­sön­li­chen Befriedigung dient (was sicher­lich auch mit­spielt), son­dern, dass nicht nur Mhenni begrif­fen hat, dass man sich durch Öffent­lich­keit zwar auch gefähr­det, aber auch schüt­zen kann. Sie selbst beschreibt einen Fall, an dem ein bekann­ter Anwalt und Blogger unter ande­rem des­halb schnell aus der Gefangenschaft ent­las­sen wurde, weil er durch das Internet bekannt war.

Heutzutage haben viele junge Leute den Traum, ich auch: ich will, dass die Welt sich ver­än­dert. Sie wird sich aber nur ver­än­dern, wenn die Informationen in Umlauf gera­ten, wenn die Wahrheit ver­brei­tet wird, wenn wir uns ver­net­zen. Sämtliche Diktatoren der Welt fürch­ten das Netz. Denn sie wol­len mit allen Mitteln Informationskontrolle betrei­ben, wäh­rend wir moder­nen jun­gen Leute die neue Technologie beherr­schen und über neue soziale Netzwerke ver­fü­gen. [S. 44 - Siehe dazu auch den heu­ti­gen Telepolis-Artikel]

Das Netz kann ein Werkzeug sein, eine Waffe oder ein Mittel zu wei­te­ren Verdummung der Massen. Es liegt allein an uns, wie wir es nut­zen!

Nic

  1. Als gäbe es keine Möglichkeit, korrekt die Herkunft eines Bildes oder Videos zu benennen.

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

Ein Kommentar

  1. Ich kann es kaum erwar­ten, bis meine, viel­leicht auch unsere Generation es schafft in eine Position zu kom­men um wirk­lich etwas zu ver­än­dern. Das Internet ist DAS Werkzeug für mehr Demokratie und Transparenz auf der Welt.

Scroll To Top