am 13. August 2011 findet in Osnabrück die Gründungskonferenz der „Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte” (GAM) statt.
Die Gründungsmitglieder, die u. A. der Geist der Kritischen Islamkonferenz vom Spätfrühjahr 2008 verbindet, betrachten diesen Zusammenschluss nicht zuletzt auch als initiierende Zelle einer Bündnisplattform gleich- und ähnlich gesinnter Kräfte und Organisationen im deutschsprachigen Raum. Deshalb möchten wir Sie hiermit als mögliche zukünftige Kooperationspartner vorab informieren und hoffen auf Ihr Interesse.
Mit besten Grüßen
Mina Ahadi
Hartmut Krauss
Gründung einer „Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte“ als fortschrittliche Alternative
Vertreter des Zentralrates der Ex-Muslime, des HINTERGRUND-Verlags, Autoren des Buches „Feindbild Islamkritik“ und eine Reihe weiterer Akteure aus säkular-humanistischen Arbeitszusammenhängen haben die Gründung einer „Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte“ (GAM) beschlossen.
Ihr Einsatz gilt der Einlösung jener Grundprinzipien, die im Prozeß der revolutionären Überwindung des europäischen Feudalismus hervorgebracht, dann aber zum Teil nur sehr unzureichend umgesetzt und zum Teil negiert wurden. Das Leitziel dieser neuen Handlungs- und Kommunikationsplattform ist demgemäß die Wiederherstellung, der Erhalt sowie der Ausbau der Errungenschaften einer säkular-demokratischen, selbst bestimmten und freiheitlichen Lebensweise – gegen den doppelten Würgegriff von McWorld und Dschihad bzw. die unheilige Allianz von Kapitalismus und religiösem Fundamentalismus (Barber). Dabei spielt die ökonomische, politische und ideologische Interessenverflechtung zwischen westlicher und islamischer Herrschaftskultur eine herausragende Rolle.
In dieser Perspektive ist insbesondere die paradoxe Frontstellung zu berücksichtigen, die sich zwischen proislamischen Herrschaftsträgern und überwiegend islamkritisch eingestellter Bevölkerungsmehrheit einerseits, pseudolinken Islamapologeten und rechten Muslimfeinden andererseits herausgebildet hat. Mit der gleichen Entschiedenheit, mit der eine Zurückweisung der reaktionär-fremdenfeindlichen Trittbrettfahrer der Islamkritik vorzunehmen ist, muss auch eine konsequente Abgrenzung und Kritik gegenüber jenen Kräften erfolgen, die mit islamistischen Kräften paktieren, die islamische Herrschaftskultur schönfärben, islamkritische Positionen pauschal verleumden und radikalislamischen Kräften Handlangerdienste erweisen.
In Anbetracht dieser Frontstellungen bildet die GAM die längst überfällige fortschrittlich-emanzipatorische Alternative, die sich auf der Basis eines herrschaftskritischen Humanismus sowohl gegen rechtspopulistische Fremdenfeindlichkeit und die Verklärung des christlichen Abendlandes wendet als auch der pseudolinken Verteidigung einer zutiefst reaktionären religiösen Herrschaftskultur die Stirn bietet.
Vor diesem Hintergrund rufen die Gründungsinitiatoren dazu auf, dass sich die säkular-humanistischen Kräfte, die sich an den Grundprinzipien der Aufklärung sowie den Werten und Normen der kulturellen Moderne orientieren, gegenoffensiv und eigenständig zusammenschließen, sich als eine erneuerte geistig-moralische Bewegung formieren und ihre Überzeugungen und Zielsetzungen auf gesellschaftspolitisch wirksame Weise in die Waagschale werfen. Bilden wir gemeinsam eine Koalition der Vernunft – für eine freie, gerechte und solidarische Gesellschaft, in der Menschen- und Grundrechtsverletzungen von keiner Seite geduldet und verharmlost werden.
Osnabrück, August 2011
Nics Bloghaus
Die Gründung einer solchen Gesellschaft ist sehr zu begrüßen, man könnte fast sagen: sie ist überfällig. Müssen wir doch feststellen, dass die Werte der Aufklärung immer mehr in Frage gestellt, missachtet und ausgehöhlt werden. Und zwar durch religiöse Kräfte, durch Politiker, die sich religiösen Vorgaben nur zu gern unterordnen, aber auch durch bestimmte intellektuelle Kreise, die als Gegengewicht gegen unreflektierte Ablehnung allen Fremdens blauäugig alles Fremde kritiklos hinnehmen möchten. Diese außerordentlich schwierige Gratwanderung wird in der Begründung dieser Gesellschaft sehr treffend formuliert im dritten Absatz der obigen Ausführungen.
Heute gegen rechtsextremistische Umtriebe zu protestieren und zu demonstrieren ist ungefährlich. Rückwirkend den Menschen unter der Hitler-Diktatur vorzuwerfen, sie hätten dem nationalsozialistischen Terror keinen Widerstand entgegengesetzt, ist billig. Den heutigen, vom politischen Islam ausgehenden Bedrohungen der Menschenrechte entgegenzutreten, das wäre nicht nur dringend notwendig, sondern erfordert inzwischen wirklich Mut. Hier gehen unsere Politiker und viele Intellektuelle, die sonst so eloquent und detailkundig unsere jüngste Geschichte analysieren und uns ständig auffordern, daraus zu lernen, elegant in Deckung. Wer half den mutigen Filmemachern, Rechtsanwälten, Künstlern und Exmuslimen, die es wagten, den Abbau von Meinungsfreiheit zu thematisieren und sich gegen religiös motivierte sexuelle Unterdrückung einzusetzen? Sie verloren ihr Leben, gaben aus Angst ihren Beruf auf, leben unter ständigem Polizeischutz und mussten sich noch den Vorwurf gefallen lassen, bewusst provoziert zu haben. Stattdessen werden von Leitartiklern und Feuilletonisten sogar renommierter Blätter (z.B. ein Herr Bahner in der FAZ!) spitzfindige Überlegungen angestellt, dass auch Menschenrechte wie Meinungsfreiheit, sexuelle Selbstbestimmung oder Schutz vor ehelicher Gewalt gelegentlich vor religiös-kulturellen Eigenarten zurückzustehen hätten. Hier bestünde wirklich Anlass, aus der Geschichte zu lernen, aber die Bedrohungen werden offensichtlich bagatellisiert. Wegsehen und Beschwichtigen ist ungefährlich und billig, auf die Dauer aber tödlich, wie uns die Vergangenheit gelehrt hat.
Wir sind es nicht zuletzt den Menschen der Aufklärung schuldig, die einst ihr Leben für unsere heutigen Freiheiten einsetzten, diesem Abbau von Grundrechten entschiedenen Widerstand entgegen zu setzen.
Ich stimme Dir zu: wenn die GAM das hält, was sie verspricht, ist sie mehr als bitter notwendig.
Hoffentlich haben die Initiatoren den langen Atem und bleiben am Ball.
Ich möchte ja nicht böse unken, hoffe aber auf Nichtbeteiligung von Pax-Europa-Vertretern. Krauss persönlich ist integer, ebenso Ahadi.
Aber schon bei den Buchautoren waren z.B. mit Conny Axel Meier prominente BPE-Mitglieder an Bord.
BPE will nun aber die „christlich-jüdisch geprägte europäische Kultur“ verteidigen.
m.E passt das nicht mit dem Anspruch der GAM gegen die “Verklärung des christlichen Abendlandes” zusammen.