Freitag , 24 Mai 2013
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Gründung der “Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte” (GAM)

am 13. August 2011 fin­det in Osnabrück die Gründungskonferenz der „Gesellschaft für wis­sen­schaft­li­che Aufklärung und Menschenrechte” (GAM) statt.

Die Gründungsmitglieder, die u. A. der Geist der Kritischen Islamkonferenz vom Spätfrühjahr 2008 ver­bin­det, betrach­ten die­sen Zusammenschluss nicht zuletzt auch als initi­ie­rende Zelle einer Bündnisplattform gleich- und ähn­lich gesinn­ter Kräfte und Organisationen im deutsch­spra­chi­gen Raum. Deshalb möch­ten wir Sie hier­mit als mög­li­che zukünf­tige Kooperationspartner vorab infor­mie­ren und hof­fen auf Ihr Interesse.

Mit bes­ten Grüßen

Mina Ahadi
Hartmut Krauss

Gründung einer „Gesellschaft für wis­sen­schaft­li­che Aufklärung und Menschenrechte“ als fort­schritt­li­che Alternative

Vertreter des Zentralrates der Ex-Muslime, des HINTERGRUND-Verlags, Autoren des Buches „Feindbild Islamkritik“ und eine Reihe wei­te­rer Akteure aus säkular-humanistischen Arbeitszusammenhängen haben die Gründung einer „Gesellschaft für wis­sen­schaft­li­che Aufklärung und Menschenrechte“ (GAM) beschlos­sen.

Ihr Einsatz gilt der Einlösung jener Grundprinzipien, die im Prozeß der revo­lu­tio­nä­ren Über­win­dung des euro­päi­schen Feudalismus her­vor­ge­bracht, dann aber zum Teil nur sehr unzu­rei­chend umge­setzt und zum Teil negiert wur­den. Das Leitziel die­ser neuen Handlungs- und Kommunikationsplattform ist dem­ge­mäß die Wiederherstellung, der Erhalt sowie der Ausbau der Errungenschaften einer säkular-demokratischen, selbst bestimm­ten und frei­heit­li­chen Lebensweise – gegen den dop­pel­ten Würgegriff von McWorld und Dschihad bzw. die unhei­lige Allianz von Kapitalismus und reli­giö­sem Fundamentalismus (Barber). Dabei spielt die öko­no­mi­sche, poli­ti­sche und ideo­lo­gi­sche Interessenverflechtung zwi­schen west­li­cher und isla­mi­scher Herrschaftskultur eine her­aus­ra­gende Rolle.

In die­ser Perspektive ist ins­be­son­dere die para­doxe Frontstellung zu berück­sich­ti­gen, die sich zwi­schen prois­la­mi­schen Herrschaftsträgern und über­wie­gend islam­kri­tisch ein­ge­stell­ter Bevölkerungsmehrheit einer­seits, pseu­do­lin­ken Islamapologeten und rech­ten Muslimfeinden ande­rer­seits her­aus­ge­bil­det hat. Mit der glei­chen Entschiedenheit, mit der eine Zurückweisung der reaktionär-fremdenfeindlichen Trittbrettfahrer der Islamkritik vor­zu­neh­men ist, muss auch eine kon­se­quente Abgrenzung und Kritik gegen­über jenen Kräften erfol­gen, die mit isla­mis­ti­schen Kräften pak­tie­ren, die isla­mi­sche Herrschaftskultur schön­fär­ben, islam­kri­ti­sche Positionen pau­schal ver­leum­den und radi­kal­is­la­mi­schen Kräften Handlangerdienste erwei­sen.

In Anbetracht die­ser Frontstellungen bil­det die GAM die längst über­fäl­lige fortschrittlich-emanzipatorische Alternative, die sich auf der Basis eines herr­schafts­kri­ti­schen Humanismus sowohl gegen rechts­po­pu­lis­ti­sche Fremdenfeindlichkeit und die Verklärung des christ­li­chen Abendlandes wen­det als auch der pseu­do­lin­ken Verteidigung einer zutiefst reak­tio­nä­ren reli­giö­sen Herrschaftskultur die Stirn bie­tet.

Vor die­sem Hintergrund rufen die Gründungsinitiatoren dazu auf, dass sich die säkular-humanistischen Kräfte, die sich an den Grundprinzipien der Aufklärung sowie den Werten und Normen der kul­tu­rel­len Moderne ori­en­tie­ren, gegen­of­fen­siv und eigen­stän­dig zusam­men­schlie­ßen, sich als eine erneu­erte geistig-moralische Bewegung for­mie­ren und ihre Über­zeu­gun­gen und Zielsetzungen auf gesell­schafts­po­li­tisch wirk­same Weise in die Waagschale wer­fen. Bilden wir gemein­sam eine Koalition der Vernunft – für eine freie, gerechte und soli­da­ri­sche Gesellschaft, in der Menschen- und Grundrechtsverletzungen von kei­ner Seite gedul­det und ver­harm­lost wer­den.

Osnabrück, August 2011

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

4 Kommentare

  1. Die Gründung einer sol­chen Gesellschaft ist sehr zu begrü­ßen, man könnte fast sagen: sie ist über­fäl­lig. Müssen wir doch fest­stel­len, dass die Werte der Aufklärung immer mehr in Frage gestellt, miss­ach­tet und aus­ge­höhlt wer­den. Und zwar durch reli­giöse Kräfte, durch Politiker, die sich reli­giö­sen Vorgaben nur zu gern unter­ord­nen, aber auch durch bestimmte intel­lek­tu­elle Kreise, die als Gegengewicht gegen unre­flek­tierte Ablehnung allen Fremdens blau­äu­gig alles Fremde kri­tik­los hin­neh­men möch­ten. Diese außer­or­dent­lich schwie­rige Gratwanderung wird in der Begründung die­ser Gesellschaft sehr tref­fend for­mu­liert im drit­ten Absatz der obi­gen Ausführungen.

    Heute gegen rechts­ex­tre­mis­ti­sche Umtriebe zu pro­tes­tie­ren und zu demons­trie­ren ist unge­fähr­lich. Rückwirkend den Menschen unter der Hitler-Diktatur vor­zu­wer­fen, sie hät­ten dem natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Terror kei­nen Widerstand ent­ge­gen­ge­setzt, ist bil­lig. Den heu­ti­gen, vom poli­ti­schen Islam aus­ge­hen­den Bedrohungen der Menschenrechte ent­ge­gen­zu­tre­ten, das wäre nicht nur drin­gend not­wen­dig, son­dern erfor­dert inzwi­schen wirk­lich Mut. Hier gehen unsere Politiker und viele Intellektuelle, die sonst so elo­quent und detail­kun­dig unsere jüngste Geschichte ana­ly­sie­ren und uns stän­dig auf­for­dern, dar­aus zu ler­nen, ele­gant in Deckung. Wer half den muti­gen Filmemachern, Rechtsanwälten, Künstlern und Exmuslimen, die es wag­ten, den Abbau von Meinungsfreiheit zu the­ma­ti­sie­ren und sich gegen reli­giös moti­vierte sexu­elle Unterdrückung ein­zu­set­zen? Sie ver­lo­ren ihr Leben, gaben aus Angst ihren Beruf auf, leben unter stän­di­gem Polizeischutz und muss­ten sich noch den Vorwurf gefal­len las­sen, bewusst pro­vo­ziert zu haben. Stattdessen wer­den von Leitartiklern und Feuilletonisten sogar renom­mier­ter Blätter (z.B. ein Herr Bahner in der FAZ!) spitz­fin­dige Über­le­gun­gen ange­stellt, dass auch Menschenrechte wie Meinungsfreiheit, sexu­elle Selbstbestimmung oder Schutz vor ehe­li­cher Gewalt gele­gent­lich vor religiös-kulturellen Eigenarten zurück­zu­ste­hen hät­ten. Hier bestünde wirk­lich Anlass, aus der Geschichte zu ler­nen, aber die Bedrohungen wer­den offen­sicht­lich baga­tel­li­siert. Wegsehen und Beschwichtigen ist unge­fähr­lich und bil­lig, auf die Dauer aber töd­lich, wie uns die Vergangenheit gelehrt hat.

    Wir sind es nicht zuletzt den Menschen der Aufklärung schul­dig, die einst ihr Leben für unsere heu­ti­gen Freiheiten ein­setz­ten, die­sem Abbau von Grundrechten ent­schie­de­nen Widerstand ent­ge­gen zu set­zen.

  2. Ich stimme Dir zu: wenn die GAM das hält, was sie ver­spricht, ist sie mehr als bit­ter not­wen­dig.
    Hoffentlich haben die Initiatoren den lan­gen Atem und blei­ben am Ball.

  3. Ich möchte ja nicht böse unken, hoffe aber auf Nichtbeteiligung von Pax-Europa-Vertretern. Krauss per­sön­lich ist inte­ger, ebenso Ahadi.
    Aber schon bei den Buchautoren waren z.B. mit Conny Axel Meier pro­mi­nente BPE-Mitglieder an Bord.

    BPE will nun aber die „christlich-jüdisch geprägte euro­päi­sche Kultur“ ver­tei­di­gen.

    m.E passt das nicht mit dem Anspruch der GAM gegen die “Verklärung des christ­li­chen Abendlandes” zusam­men.

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