Seit dem Attentat vom ver­gan­ge­nen Freitag in Oslo fra­gen sich nicht nur die Menschen in Norwegen, wie es zu so einem furcht­ba­ren Verbrechen in die­sem fried­fer­ti­gen Land kom­men konnte. Manch einer fühlt sich an die Kriminalromane skan­di­na­vi­scher Autoren erin­nert, die den Einbruch des Bösen in eine idyl­li­sche Umgebung oft­mals auf beson­ders scho­ckie­rende Weise schil­dern. Doch dies­mal ist es nicht Dichtung, son­dern Wirklichkeit. Der nor­we­gi­sche Schriftsteller und Philosoph Jostein Gaarder über jene Bluttat, die die Grenzen des Vorstellbaren sprengt.

Herr Gaarder, wie viel Zeit haben Sie in den letz­ten Tagen vor dem Fernseher ver­bracht?

Sehr viel. Ich bin gerade nicht in Oslo, son­dern in mei­nem Sommerhaus im Süden von Norwegen. Noch wäh­rend der Anschläge am Wochenende rief mich ein Freund hier an und schil­derte mir, was gerade in Oslo pas­sierte. Danach saß ich ent­we­der vorm Fernseher oder ich hörte Radio. Und wenn ich in den letz­ten Tagen mal nicht fern­sah, war ich fast unun­ter­bro­chen am Telefonieren und ver­suchte all den Vertretern der Weltpresse zu erklä­ren, was in mei­ner Heimat pas­siert ist.

Finden Sie das unan­ge­mes­sen?

Nein, nein, nicht dass Sie mich miss­ver­ste­hen. Ich kann diese welt­weite Beunruhigung gut nach­voll­zie­hen. In vie­len Ländern ist man sehr auf­ge­bracht und ver­stört über die bei­spiel­lose Brutalität und Kaltblütigkeit die­ses Doppelanschlags in Oslo und auf Utøya. Dieses Massaker wurde zwar in mei­ner Heimat ver­übt, es lässt sich jedoch nicht als nor­we­gi­scher Fall iso­lie­ren. Das hätte auch in Schweden, Finnland oder in Deutschland pas­sie­ren kön­nen.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/jostein-gaarder-norwegen/352703.php

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Nic

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