“Auch in einem christlichen Umfeld kann Extremismus entstehen”
Warum fiel Breivik den Sicherheitsbehörden nicht auf? Weil Leute wie er aus dem üblichen Raster der Fahnder fallen, meint die Expertin Liz Fekete im Interview mit dem “Tagesspiegel”.
Frage: Frau Fekete, viele Experten nennen den norwegischen Attentätereinen fanatisierten fremdenfeindlichen Einzeltäter. Ist damit alles erklärt?
Liz Fekete: Der Fall Breivik erinnert mich an den “Lasermann”, der Anfang der 90er Jahre in Schweden auf Migranten schoss und einen von ihnen tötete. Auch er hat klar gesagt, dass er sich moralisch gerechtfertigt sieht – wie Breivik behauptete er, er habe für das Gemeinwohl gehandelt.
Frage: Wie rechtfertigen sich die Täter?
Fekete: Mit der Gefahr, die von Migranten angeblich ausgeht. Man muss sehen, dass Leute wie Breivik keineswegs isoliert sind, sondern komplett verlinkt mit Hunderten, ja Tausenden von Websites mit anti-multikultureller bis rechtsextremer Ausrichtung, aus denen sie ihr Bild der Wirklichkeit konstruieren. Und sie sind natürlich auch nicht abgekoppelt vom gesellschaftlichen Klima. Feindschaft gegen den Multikulturalismus ist Teil des Programms von Mitte-Rechts-Parteien in ganz Europa.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-07/terrorismus-rechtsextremismus-norwegen

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