Houshang Asadi wid­met sei­nen Preis der getö­te­ten ira­ni­schen Aktivistin Haleh Sahabi

Frankfurt am Main (7. Juni 2011) - Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) gra­tu­liert dem im Exil leben­den ira­ni­schen Schriftsteller, Houshang Asadi, zur Auszeichnung mit dem International Human Rights Book Award 2011 für sein Buch „Letters to my tor­tu­rer“. Asadi hat seine Auszeichnung der ira­ni­schen Menschenrechtlerin Haleh Sahabi gewid­met, die vor weni­gen Tagen in sei­ner Heimat von Sicherheitskräften getö­tet wurde. Damit hat er alle Opfer des all­täg­li­chen Terrors im Iran gewür­digt, des­sen Regime gegen jeg­li­che Menschenansammlung mit bra­chia­ler Gewalt und unter Inkaufnahme von Todesopfern - wie Haleh Sahabi - vor­geht, so die Menschenrechtsorganisation.

Am 1. Juni 2011 nahm Houshang Asadi die Auszeichnung im Rahmen eines fei­er­li­chen Festaktes im Wiener Rathaus ent­ge­gen. Die IGFM war anwe­send und beglei­tete die Feierstunde. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin bestä­tigt: „Die Auszeichnung - und ins­be­son­dere die Widmung an Haleh Sahabi, die im Rahmen der Beerdigungszeremonie für ihren Vater von staat­li­chen Sicherheitskräften so mas­siv atta­ckiert wurde, dass sie kurz dar­auf ver­starb - ver­leiht der Arbeit aller Menschenrechtsverteidiger und unter dik­ta­to­ri­schen Regimes lei­den­den Menschen eine Aufmerksamkeit und eine Hochachtung, wel­che für die wei­tere Arbeit äußerst hilf­reich und wich­tig ist! Für die­sen sym­bo­li­schen Akt dan­ken wir Herrn Asadi.“

Kein Ende der ira­ni­schen Menschenrechtsverletzungen in Sicht

Haleh Sahabi, eine Frauenrechtlerin und Korangelehrte, ver­starb am 2. Juni als sie an der Beerdigungszeremonie ihres Vaters Ezzatollah Sahabi teil­nahm. Nach IGFM vor­lie­gen­den Informationen wurde sie von in zivil geklei­de­ten Sicherheitskräften ange­grif­fen und erlag kurz dar­auf ihren Verletzungen. Amir Rashidi, ira­ni­scher Menschen- und Frauenrechtler der IGFM, stellt fest: „Mit der Widmung des Preises setzt Houshang Asadi ein wich­ti­ges Zeichen. Solange jedoch die Menschen im Iran nicht ein­mal unbe­hel­ligt um ihre Verstorbenen trau­ern kön­nen – ohne dabei um ihr Leben fürch­ten zu müs­sen – kann nie­mals Ruhe in mei­nem Heimatland ein­keh­ren. Wir Aktivisten wer­den unse­ren fried­li­chen Kampf gegen die Unterdrückung und den Terror des Regimes wei­ter­füh­ren“.

IGFM for­dert Rücksicht und Einhaltung der Menschenrechte

Die IGFM for­dert die ira­ni­schen Behörden auf, die Menschenrechte zu wür­di­gen und den Iranern die Chance zu geben, in Über­ein­stim­mung mit Traditionen und in Würde um ihre Verstorbenen trau­ern zu kön­nen, ohne um ihr Leben fürch­ten zu müs­sen. Trotz Unterzeichnung von inter­na­tio­na­len Abkommen wer­den die Rechte der Bevölkerung in der Islamischen Republik Iran mas­siv ver­letzt. Um eine Besserung zu errei­chen, muss der inter­na­tio­nale Druck auf das Regime ver­stärkt wer­den, so die IGFM.

Weitere Informationen zur Menschenrechtslage im Iran unter:
http://www.igfm.de/Menschenrechtsverletzungen-in-der-Islamischen-Republik-Iran.573.0.html