Resolution des Bündnisses “Der Papst kommt!”
Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland
Breites Bündnis protestiert gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes
Im September 2011 besucht Papst Benedikt XVI. Deutschland. Dabei spricht er auch vor dem Deutschen Bundestag in Berlin. Dagegen protestieren wir. Der Papst steht für eine menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik. Sie grenzt Menschen aus und diskriminiert.
Wir wenden uns gegen den Papst als einen der Hauptverantwortlichen für die Unterdrückung von Lesben, Schwulen und Transgender auf der Welt. Auf internationaler Ebene kämpft der Vatikanstaat Seite an Seite selbst mit brutalen Diktaturen gegen die Menschenrechte von Lesben, Schwulen und Transgender. Die Entscheidungen demokratisch gewählter Parlamente zur rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare schmäht Joseph Ratzinger als „Legalisierung des Bösen” und ruft Katholiken zum Widerstand auf.
Wir kritisieren die Missachtung der Rechte von Frauen, die der Vatikan in seinem Kampf gegen Gleichberechtigung und Selbstbestimmung an den Tag legt. Gerade die sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen werden, z.B. durch das Verbot von Schwangerschaftsverhütung und -abbruch, deutlich negiert.
Wir verurteilen die Sexual- und Kondom-Politik des Papstes. Sie behindert in vielen Ländern massiv wirksame HIV-Prävention, stürzt Menschen in schwere Gewissenskonflikte, verdammt sie zu Krankheit und nimmt ihren Tod damit billigend in Kauf.
Wir protestieren gegen die demokratiefeindliche Politik von Papst Benedikt XVI., der die freiheitliche Gesellschaft eine „Diktatur des Relativismus” nennt. So hat er z.B. die Pius-Brüder wieder in die Kirche aufgenommen, obwohl sich in deren Reihen Holocaust-Leugner finden, sie die freiheitliche Demokratie ablehnen und die Strafbarkeit gleichgeschlechtlicher Beziehungen fordern.
Diese Kritik wird von vielen gläubigen Katholikinnen und Katholiken geteilt, die wir einladen, unseren Protest zu unterstützen.
Den Bestrebungen des Papstes, die eigenen Dogmen zur staatlichen Norm anderer Länder zu erheben, setzen wir unseren Widerstand entgegen.
Die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik von Papst Benedikt XVI. darf nicht unwidersprochen bleiben. Wir rufen alle Menschen zum friedlichen Protest in Berlin auf.
Wenn Sie unsere Arbeit unterstüzen möchten können Sie die Resolution hier unterzeichen.
[Quelle: derpapstkommt.lsvd.de]
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Papst-Besuch, Rede vor dem Bundestag
Wie verkommen ist eigentlich unser Bundestag? Da wird dem Repräsentanten eines diktatorischen Regimes ehrfurchtsvoll Referenz erwiesen, der durch ein Gremium “gewählt” wurde, das zuvor von seinem ebenso undemokratisch “gewählten” Vorgänger bestimmt wurde. Die Stalins, Ulbrichts und Honeckers wurden ebenso “gewählt” durch zuvor ausgewählte und ausgesiebte linientreue Gefolgsleute. Was zeichnet eigentlich diesen Vertreter eines durch und durch autokratischen und im Mittelalter stehen gebliebenen Systems aus, dass er vor einer Versammlung sprechen darf und von ihr – aller Voraussicht nach – bejubelt und beklatscht wird, die sich – so habe ich bisher immer angenommen – demokratischen Prinzipien verpflichtet fühlt. Papst Benedikt XVI. ist ein Vertreter einer 2000 Jahre alten Religion, die Millionen Menschen auf dem Gewissen hat und sich niemals in ihrer Geschichte von sich aus für Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie eingesetzt hat. Die Einstellung unserer Vertreter im Bundestag ist wahrlich ein Musterbeispiel verlogener Geisteshaltung. Und sie machen alle mit: neben Christdemokraten, weil sie nicht anders können und wollen, auch Sozialdemokraten, sog. Liberale und Linke – letztere alles einst Vertreter von Geistesfreiheit und gesellschaftlicher Entwicklung zu mehr Selbstbestimmung und persönlicher Entfaltung. Es scheint so, dass sich Geschichte auch rückwärts entwickeln kann.
Nichts.
Es scheint so, dass sich Geschichte auch rückwärts entwickeln kann? Nein, es ist so. Evolution und Devolution im Widerstreit auf allen Gebieten. Aufklärung und Einsicht wäre: Sie haben ja recht, wir bremsen, obwohl es den Berg hinaufgeht (schwäbische Volksweisheit).