echte demokratie jetzt berlin Echte Demokratie Jetzt BerlinDas Bündnis “Echte Demokratie Jetzt Berlin” hat nun einen eige­nen Blog. Dieser soll die Absprachen zu gemein­sa­men Aktionen ermög­li­chen.

http://echtedemokratiejetzt.posterous.com/

Ich bin gespannt, ob die­ses Blog wirk­lich genutzt wird; denn der­zeit ist Facebook dop­pelt das Mittel der Wahl. Man muss die Augen offen hal­ten…

Nic

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Nic

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

One Response to Echte Demokratie Jetzt Berlin

  1. vindexsinenomine sagt:

    Wer nichts als Idealismus hat, soll­ten erst ein­mal anfan­gen dar­über nach­zu­den­ken, wie das ganze funk­tio­nie­ren soll. Da steht sehr viel Unsinn, das ist viel sehr schwam­mig und da ist sehr viel ein­fach nur dümm­lich. Zur Ethik und Humanität über­zeugt und führt man Menschen, man zwingt sie nicht dazu. Vernunft im Streitfall erzwin­gen zu wol­len ist auch lus­tig.

    Zudem ist die Unterscheidung zwi­schen ech­ter Demokratie und fal­scher Demokratie auch nicht gerade sehr schlau, immer­hin gibt es weder das eine, noch das andere. Demokratie ist, was die Leute dafür hal­ten. Spanier, die nach ech­ter Demokratie schreien, obgleich sie noch brav vor einem Blaublüter auf die Knie gehen, sind schlechte Vorbilder.

    Wer so große Dinge for­dert, sollte wirk­lich erst ein­mal abklä­ren, wel­che Folgen das alles hat. Im Überei­fer des Idealismus wird man blind für Probleme und Nebeneffekte sei­ner Forderungen und steht ziem­lich däm­lich da, wenn man

    Zum Beispiel diese Forderung, daß aller Reichtum und alles an Eigentum für das höhere Wohl geop­fert wer­den muß. Die Frage dabei ist, wenn alles für das höhere Wohl geop­fert wer­den soll, wie kann es dann noch Eigentum oder gar Reichtum für das Individuum geben?

    Das Individuum kommt bei den gan­zen Forderungen und Ideen ziem­lich schlecht weg, alles hoheit­lich im Namen der Allgemeinheit gop­fert wird. Statt das Individuum zu akzep­tie­ren und jedes Individuum als Person zu sehen, die man ernst neh­men muß und die man für sich gewin­nen muß,wird das Individuum auch hier wie­der ein­mal miss­ach­tet, indem man es ohne Mitspracherecht in das Volk ein­sor­tiert.

    Der Wirtschaft das pri­märe Ziel des Einsammelns von Geld zu unter­stel­len ist ein­fach und stimmt zu einem gewis­sen Teil, aber ihr dann vor­zu­wer­fen sich keine Gedanken um den Wohlstand des Volks zu machen, ist ein wenig frag­wür­dig. Wohlstand basiert auf Gütern und Geld dient dazu Güter zu kau­fen, also bedeu­tet das Erreichen von Wohlstand für alle, daß man mög­lichst viel Geld erwirt­schaf­tet.

    Die Wirtschaft ist nicht abs­trakt, nur die Modelle der Wissenschaft sind abs­trakt und
    ver­su­chen Über­sicht zu schaf­fen. Aber da viele nicht beson­ders viel mit den Grundlagen der Wirtschaft zu tun haben, kön­nen sich sol­che Ideen natür­lich leicht aus­brei­ten.

    Gerade die frei Marktwirtschaft hat eigent­lich das Ziel Wohlstand für jeden erreich­bar zu machen. Nur gibt es eben ein paar klei­nere Denkfehler dabei, weil eben nicht jeder ohne Folgen den Markt ver­läßt und einen neuen betre­ten kann. Aus dem ver­schul­de­ten Winzer wird nicht so schnell ein kon­kur­renz­fä­hi­ger Brauer. Daß mit der Zeit aus gro­ßen Fischen Haie wer­den, die sich ohne Probleme jeder Konkurrenz aus gro­ßen und klei­nen Fischen ent­le­di­gen kön­nen, das wird auch igno­riert. Die freie Berufswahl ist kein Kernstück der Marktwirtschaft, tech­ni­sche Innovation um mehr Ware zu pro­du­zie­ren und diese bil­li­ger zu ver­kau­fen, damit sich mehr Leute die Ware leis­ten kön­nen, gehört auch dazu. Die alten Gilden boten ihren Mitgliedern ein siche­res Einkommen, aber kas­sier­ten auch viele Freiheiten ein, behin­der­ten den tech­no­lo­gi­schen Fortschritt und wer­ten sich gegen Leute, die in das jewei­lige Handwerk ein­stei­gen woll­ten.

    Ehe jemand alles umwer­fen will, möger er oder sie erst ein­mal ein wenig Terry Pratchett lesen. Der bringt in sei­nen Büchern vie­les, was man beach­ten sollte, es mag für den ober­fläch­li­chen Menschen nur humo­ris­ti­sche Fantasy sein, aber in den Büchern fin­den sich in vie­ler Hinsicht wert­volle Gedanken und Denkanstöße , die, wenn man so will, es wert sind bedacht zu wer­den.

    Die Demokratie ver­spricht keine Utopie oder auch kein all­ge­mei­nes Wohlergehen, das ist in jeder Staatsform erreich­bar. Die antike Tyrannis mag heute einen schlech­ten Ruf haben, aber sie war in vie­len Fällen eine Wohltat für das Volk, denn der Tyrann durfte es sich mit dem Volk nicht ver­scher­zen.

    Die meis­ten Menschen erwar­ten vom Leben nicht viel mehr als einen gefühl­ten Teller, ein wenig Freizeit, die sie auf höchst sim­ple Art ver­brin­gen wol­len, und eine Arbeit. Die Leuten wol­len jeman­den, der die Verantwortung trägt, über den sie schimp­fen kön­nen und der die Sachen regelt. Die Last der Verantwortung leh­nen sie ab und solange die Sonne jeden Tag steigt und sinkt, der Himmel blau erscheint und die Bild-Zeitung aus­liegt, sind sie zufrie­den. Alles, was ihren geis­ti­gen Horizont oder in den meis­ten Fällen wohl ihre Bildung über­steigt, ver­wirrt sie und macht ihnen Angst. Selbst wenn das Volk sich ent­schei­den läßt, kann man nie erwar­ten, daß es sich wirk­lich frei und im vol­len Wissen um die Konsequenzen sei­ner Wahl ent­schei­det, wenn die Leute mei­nen, daß ihnen ein Thema zu hoch ist, dann über­las­sen sie ande­ren das Denken.

    Da man diese Unarten nur sehr schwer oder gar nicht aus den Leuten her­aus bekommt, wer­den die gro­ßen Denker der Utopie schnell zur größ­ten Gefahr für das Volk, denn wenn die Utopie nicht so funk­tio­niert, wie man es sich aus­dachte, ver­liert man die Geduld mit und den Respekt vor dem Volk, die gro­ßen Revolutionäre füh­len sich abge­sto­ßen vom recht sim­plen Geist des Volks und vom Desinteresse des Volks, das kommt, wenn es die Lust ver­liert oder die Skat-Runde und ein küh­les Helles rufen.

    Ich nehme an, daß kei­ner an diese klei­nen Eigenarten des Volks denkt und was pas­siert, wenn die gro­ßen Revolutionäre anfan­gen sich für schlauer und wei­ser als das Volk zu hal­ten. Ich könnte ja jetzt noch mehr schimp­fen, aber das Essen ruft …

Lesung Michael Schmidt-Salomon am 21. April 2012 in Berlin
Lesung Michael Schmidt-Salomon am 21. April 2012 in Berlin