Es ist schon sehr lange her, dass ich diesen Ruf hörte – und rief. Als die jungen SpanierInnen gestern Abend vor dem Brandenburger Tor unter anderem auch “Wir sind das Volk!” riefen, wußte ich: ich stehe auf der richtigen Seite!
Ennomane spricht von einem “versprengten Häufchen”, dass sich gestern auf dem Pariser Platz einfand. Ich jedoch meine, dass gut 150 bis 200 Menschen, die sich innerhalb weniger Stunden organisierte und dort einfanden, ein guter Anfang war. Wenn ich das richtig verfolgt habe, werden diese Kundgebungen nun häufiger und in noch mehr Städten Deutschlands stattfinden.
Schade fand ich nur, dass es kaum Deutsche gab, die sich für ihre Freiheiten und gegen den absterbenden Sozialstaat einsetzen wollten. Und einzig eine kleine Gruppe Berliner Piraten sah ich dort. Dabei geht das alle an! Wer sich das Manifest anschaut, wird schnell erkennen: es sind die grundlegenden Menschenrechte, die eingefordert werden. Es ist das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe.
Die Kundgebung hatte eher den Charakter eines fröhlichen “Events” – die Menschen lachten und scherzten; und riefen Parolen wie “Wir sind Menschen, keine Ware!” und “Demokratie Jetzt!”. Das schien den Herren von der Polizei genügend “tatsächliche Anhaltspunkte” zu sein, dass von den anwesenden Teilnehmern “erhebliche Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgehen”. (Zitat aus dem Urteil des Verwaltungsgerichts, dass das Filmen von Kundgebungen durch die Polizei verbietet) Ich habe die Herren in Grün (Ennomane hat ein Foto gemacht!) daraufhin angesprochen und wurde freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, dass die Polizei den Zeitpunkt für gekommen hielt, die Demonstranten zu filmen. Der Grund?
Der Hauptredner verlas den Wortlaut des Manifestes.
Wie viel Angst muss dieser Staat haben, wenn er diese Forderungen für staatsgefährdend hält? Welche Angst hat er, wenn die Proteste in Spanien von den deutschen Medien kaum; von ARD und ZDF gar nicht wahrgenommen werden (dürfen)?
Ein Staat, in dem eine verzweifelt handelnde Hartz-IV-Empfängerin erschossen wird…
Es ist noch nicht lang genug her; ich kann mich gut erinnern: Es gab in einem Teil dieses Landes schon einmal die erst vorsichtigen, dann immer lauteren und letztlich machtvollen, machtändernden Rufe “Wir sind das Volk!” Und auch Frau Merkel sollte sich daran noch erinnern können… Ich wünsche mir, dass wir mehr werden und diese Regierung zum Teufel jagen!
Nic
Nics Bloghaus
interessant, auch in paris und london solidarität mit spanischen protestierenden…
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LAST NEWS FRIDAY 20th MAY:
Permanent meeting point at Lustgarten.
We start at 15:30. Meeting at 18:30.
Saturday 21th May at 19:00 : Protest at Bradenburger tor.
Gracias a todos los que estuvisteis ayer.
Thank you to all of you for coming and helping.
Together we stand, divided we fall.
Ich habe diese Veranstaltung auch als sehr friedlich empfunden. Beeindruckend war auch das skandieren von ‘Wir sind Menschen, keine Ware’ – denn der Blick dafür scheint vor allem Politikern abhanden zu kommen. Die Polizeipräsenz war unangemessen, in Menge und Verhalten. Sie wirkte provozierend. Und bei einsetzendem Regen durften die sommerlich gekleideten, friedlichen Demonstranten nicht den Schutz des Brandenburger Tores in Anspruch nehmen, eine Polizeikette sorgte dafür, dass sie ordentlich nass wurden. Die Filmerei war bodenlos unangemessen!
Dass kaum Deutsche dort erschienen sind, liegt wohl in der Tat daran, dass das Thema hierzulande medial kaltgekocht wird und der Leidensdruck entweder noch nicht hoch genug oder aber schon zu hoch ist … ?