Bob Marley
starb heute vor dreißig Jahren.
Ich mag seine Musik. Und auch wenn es schwierig zu sein scheint: ich mag auch seine Texte. Es gibt bei Deutschlandradion Kultur ein Interview mit Volker Barsch, dem Autor des Buchs “RastafarI: Von Babylon nach Afrika” – in dem Buch erklärt Barsch, wie es zu dieser (letztlich christlichen) Religion kam und was deren Inhalt ist. Ich würde diese Spielart des Christentums in eine Reihe mit der Befreiungstheologie Südamerikas stellen.
Aber heute geht es nicht darum. Heute sollten wir einfach nur seine Musik hören und dafür danken:
Nic
6 Responses to Bob Marley

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Bob Marley – Get up, stand up…
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Ich mag seine urwüchsige Musik auch, aber. Seine Botschaft ist radikaldualistisch und religiotisch Gut/Böse. Ein Anachronist vor dem Herrn, dem Befreiung fremd war. Eben ein Autoritätsgläubiger.
na ja, nicht ganz so grob, Linus
Das gilt auch für andere Songs von Marley.
Das von mir ausgewählte “War” ist ja eher ein “Friedenslied” als ein religiöses
Was das Wichtigste ist – trotz teilweise religiöser Inhalte – es ist ein Aufruf der sog. “Dritten Welt”. Und hat deshalb Wirkung, die weit über die Musik hinaus gehen.
Natürlich einverstanden, es gibt viele gute Songs von Ihm. War, empört euch, gehört dazu. Das Problem ist, wenn Fundamente auf Humbug gründen ist das Bemühen devolutionär. Tacheles reden ist nicht grob, sondern redlich. Gerade wegen der Wirkung, Streitkultur oder Heldenverehrung? Heile, heile Gänschen (Selassi), s` ist bald wieder gut.
Das Lyric zu ‘War’ war eigentliche eine Ansprache von Haile Selassie I. Bob hat die Rede genommen und zu einem Lied gemacht.
Zwar kenne ich dich nicht, Linus, aber von deinen wenigen Sätzen hier kann ich annehemn, dass du nicht einmal die Lyrics verstehst, die Bob Marley singt. Das kommt vielleicht auch daher, dass diese von Patois dominiert werden und Nicht-Jamaikaner kaum ein Wort davon verstehen. Aber du scheinst dich ja nicht einmal damit beschäftigt zu haben. Aussagen wie deine sind daher einfach nicht ernst zu nehmen.
@Rhea
na ganz so unbedarft bin ich nicht. Sag ich doch, Haile S. der I. Aufklärer oder Despot? Eher, dass ich auch die geschichtlichen Fundamente berücksichtige. Parallelen zur katholischen Freiheitsbewegung in Südamerika und Ajatollah Khomeinis Gottesstaat im Iran drängen sich auf. Davon unberührt bleiben gute Musik und Lyrics (auch die Mao-Bibel ist banaltrivial und nicht hochgeistig).
Ich kenne nicht alle Kantaten von Bach, aber die Texte sind kindlich biblisch und eines Goethe nicht würdig. Daran ändern auch schöngeistige Interpretationen nichts. Schiller hat sich ob seiner Ode an die Freude und den enthaltenen naiven Gottesbezug später sogar geschämt (und Beethoven hat dennoch genial komponiert). Das lehrt man aber nicht im Deutschunterricht. Auch Patois kennt die glorifizierende Geschichtsklitterung und Mythenbildung. Soweit zu nicht einmal. Aber schön, dass du ernst zu nehmende tiefere Einblicke hast. Streitkultur geht auch ohne persönliche Unterstellungen bezüglich den wenigen Sätzen. Eh la bas (kreolischer Solidaritätsgruß).