Ahmadinedschads Absetzung schadet der Grünen Bewegung
Bei Transparency for Iran ist dieser Artikel erschienen, dem ich – soweit es die Einschätzung der innenpolitischen Situation in Iran betrifft – zustimme. Allerdings ziehe ich nicht die Schlussfolgerung wie der Autor des Textes.
Es ist richtig, dass der Streit zwischen Regierung und Klerus zu eskalieren scheint und dass die Grüne Bewegung zu schwach sein dürfte, ein eventuell entstehendes Machtvakuum auszufüllen. Weshalb sie jedoch Schaden erleiden könnte, erschließt sich mir nicht.
Leider kann man an der Quelle des Artikels nicht kommentieren – ich habe aber meine Frage auch auf der Facebook-Page gestellt.
Ahmadinedschads Absetzung schadet der Grünen Bewegung
Die Auseinandersetzung zwischen dem Revolutionsführer und Ahmadinedschad geht weiter. Im Parlament wird das Gemurmel über die Absetzung des Regierungschefs immer lauter: Eine Drohung, die bislang vage geblieben ist. Von Mehdi Mohseni
Die Äußerungen von Morteza Aghatehrani, wonach sich der Revolutionsführer mit einem Rücktritt Mahmud Ahmadinedschads im Falle dessen weiterer Weigerung, mit Heydar Moslehi (Geheimdienstminister) zusammen zu arbeiten, sind ein klares Zeichen des eskalierenden Konflikts.
Was würde aber eine Absetzung Ahmadinedschads für die Demokratie– und die Grüne Bewegung bedeuten? Die Wahrheit ist, dass die Protestbewegung derzeit inaktiv ist und deshalb keine wichtige Rolle bei der Veränderung der Situation spielen kann.
Die Affäre um Ahmadinedschad und seine Anhänger hat jedoch eine andere Gewichtung. Diese sind in einer besonderen Situation und können sich der Macht des Revolutionsführers widersetzen. Und nun haben der Regierungschef und seine Gefährten deutlich gemacht, dass sie vor einer direkten Auseinandersetzung mit Ayatollah Khamenei nicht zurückschrecken.
Dieser Widerstand hat es vermocht, viele Urteile des iranischen Führers in Zweifel zu ziehen. Eine nüchterne Betrachtung des aktuellen Falls zeigt, dass der Führer Irans seine Kompetenzen überschritten hat. (Über die Auswahl oder Absetzung der Kabinettsmitglieder entscheidet per Verfassung der Regierungschef, Anm. d. Red.) Zwar sind solche Überschreitungen nichts Besonderes, aber Mahmud Ahmadinedschad ist der erste Amtsträger des Systems, der durch seinen Widerstand den „Gesetzesbruch“ dem Führer in Rechnung gestellt hat.
Bei der Revision einiger früherer Urteile und Äußerungen des Führers wird schnell klar, welche groben Fehler er begangen hat.

Alle Texte und Bilder von Nics Bloghaus stehen unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz.
Blogfoto
ein wenig Werbung






letzte Kommentare