Gesellschaft f bedrohte voelker logo Pakistan: Blasphemie Gesetz abschaffen!In Pakistan sind Christen und die mus­li­mi­schen Minderheiten der Ahmadiyya und Sufis in gro­ßer Bedrängnis. Das 1980 vom dama­li­gen Militärdiktator Zia ul-Haq ein­ge­setzte Blasphemiegesetz sieht vor, dass die Beleidigung des Propheten Mohammed unter Todesstrafe gestellt wer­den kann, ohne dass genau defi­niert wurde, was unter Beleidigung zu ver­ste­hen ist. Die unge­naue Beschreibung des Strafbestandes wird regel­mä­ßig von Angehörigen der mus­li­mi­schen Mehrheitsbevölkerung zur Austragung per­sön­li­cher Streitigkeiten miss­braucht. Beispiel hier­für ist das Schicksal der Christin Asia Bibi aus Ittanwali. Die 45 Jahre alte Mutter von fünf Kindern wurde im November 2010 zum Tode ver­ur­teilt, da sie angeb­lich den Propheten Mohammed belei­digt haben soll. Die Familie der 45-Jährigen ist aus Angst vor Angriffen unter­ge­taucht. Tatsächlich ging es bei dem Fall der Christin um einen Nachbarschaftsstreit im Juni 2009. Allein in der Provinz Punjab sit­zen laut der Zeitung Express Tribune der­zeit 130 Menschen wegen Blasphemie-Vorwürfen im Gefängnis.

Kritiker des stren­gen Blasphemie-Gesetzes bege­ben sich in Todesgefahr. Als der libe­rale Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, Frau Asia Bibi im Gefängnis besuchte und das Gesetz anzwei­felte, wurde er am 4. Januar 2011 von sei­nem eige­nen Leibwächter ermor­det. Am 2. März wurde nun der pakis­ta­ni­sche Minister Shabaz Bhatti, der ein­zige Christ im pakis­ta­ni­schen Parlament und zustän­dig für reli­giöse Minderheiten, der sich immer wie­der gegen die Blasphemiegesetze aus­ge­spro­chen hatte, erschos­sen. Die Taliban brüs­ten sich mit der Tat. Er wurde in der Vergangenheit für seine Haltung immer wie­der von radi­ka­len Islamisten bedroht.

Regelmäßig wer­den Christen oder Ahmadiyya will­kür­lich von Muslimen wegen Blasphemie ange­zeigt, um Nachbarschaftskonflikte zu ent­schei­den oder miss­lie­bige Konkurrenten aus­zu­schal­ten. Seit Inkrafttreten des Gesetzes im Jahr 1986 wur­den 1.060 Verfahren ange­strengt. 46 Menschen wur­den durch Einzeltäter oder Mobs ermor­det. Bei einem Massaker, das am 30. Juli 2009 begann und meh­rere Tage andau­erte, brann­ten radi­kale Muslime Kirchen und mehr als 100 Häuser von Christen nie­der. Neun Angehörige der Minderheit wur­den ermor­det. Christen stel­len weni­ger als zwei Prozent der rund 180 Millionen Bewohner Pakistans. Auch Moscheen der Ahmadiyya und hei­lige Stätten der Sufis wer­den immer wie­der von Extremisten atta­ckiert. Zudem nimmt die Zahl der Zwangskonversionen von Christen wei­ter stark zu. Im Jahr 2008 wur­den 414 Fälle von Zwangsbekehrungen zum mus­li­mi­schen Glauben doku­men­tiert.

Bitte appel­lie­ren Sie an den pakis­ta­ni­schen Präsidenten Jusuf Raza Gilani, sich für die Freilassung aller wegen Blasphemie ange­klag­ten oder ver­ur­teil­ten Personen und die Aufhebung des Blasphemie-Gesetzes ein­zu­set­zen.

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Nic

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