Guttenberg 800 Causa Guttenberg: Offener Brief vom 24. Februar 2011

(Bildquelle: Wikipedia)

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

als Doktorandinnen und Doktoranden ver­fol­gen wir die gegen­wär­tige Diskussion um die Plagiatsvorwürfe gegen den Bundesminister der Verteidigung, Herrn Karl-Theodor zu Guttenberg, mit gro­ßer Erschütterung und noch grö­ße­rem Unverständnis. Wir haben den Eindruck, dass Sie mit aller Macht ver­su­chen, einen Minister zu hal­ten, der trotz mas­si­ver Gegenbeweise immer noch die Behauptung auf­recht erhält, er habe in sei­ner Doktorarbeit nicht bewusst getäuscht.

Mit die­ser Vorgehensweise beschä­di­gen die Bundesregierung und die Abgeordneten der Koalition nicht nur sich selbst, son­dern viel mehr.

Zu Guttenberg musste bereits in der letz­ten Woche mehr­fach Abstand von sei­nen zuvor beteu­er­ten Aussagen in Bezug auf seine Dissertation neh­men. Die Internetgemeinde hat es in einer bei­spiel­lo­sen Art und Weise geschafft, eine Vielzahl von ein­deu­ti­gen Plagiaten in der Dissertation von Herrn zu Guttenberg zu bele­gen. Diese Indizien sind von jeder­mann ein­zu­se­hen und über­prüf­bar. Es nimmt kaum Wunder, dass sich Plagiatsexperten dar­über einig sind, dass man hier nicht mehr von eini­gen „pein­li­chen Fehlern“ reden kann. Es han­delt sich um mas­sive, sys­te­ma­ti­sche Täuschung. Zu Guttenberg hat große Teile sei­ner Dissertation – und dies offen­bar mit gro­ßem Ehrgeiz – zusam­men­ko­piert und Quellen ver­tuscht, um sich den Doktortitel zu erschlei­chen, mit dem er dann nicht zuletzt auf Wahlplakaten gewor­ben hat. Die Universität Bayreuth hat die­sen Vorwurf nicht aus­räu­men kön­nen. Angesichts des Umfangs und der Anzahl der Plagiate wis­sen Sie genauso gut wie wir, dass am Ende der genauen Über­prü­fung durch die Universität nur ein Ergebnis ste­hen kann, was die Täuschungsintention des Ministers angeht. Man kann dies nicht „unbe­wusst“ tun.

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Nic

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