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Nach Paris Berlin?

Den Klägern gegen den Film „Water Makes Moneybläst ein schar­fer Wind ins Gesicht.  Veolia kann in Berlin die 1,3 Mrd. € schwere Profitmaschinerie der letz­ten 10 Jahren auf der Basis der öffent­li­chen Wasserversorgung nicht mehr hin­ter Geheimverträgen ver­ste­cken. Die Berliner haben in einer Volksabstimmung die Aufdeckung die­ser Verträge mit Gesetzeskraft ver­fügt. Und schon pas­siert das, was der Film an den Beispielen Paris, Bordeaux und Toulouse zeigt: Wache Juristen decken die juris­ti­schen Untiefen und Tricks im Konsortialvertrag auf, die es den Globalplayern erlau­ben, Milliarden aus der kom­mu­na­len Wasserversorgung zu gene­rie­ren. So hat sich jetzt in Berlin Hans-Peter Schwintowski, Leiter des Instituts für Energie- und Wettbewerbsrecht an der Berliner Humboldt-Universität, gemel­det und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass eine sau­bere juris­ti­sche Bewertung der Verträge kei­nen ande­ren Schluss zulässt, als dass sie von vorn­her­ein ungül­tig sind. Die Gewinngarantie in den Gegeimverträgen sei fak­tisch eine EU-genehmigungspflichtige Beihilfe und die Ausschreibung für den Vertrag sei auch nicht rechts­gül­tig gewe­sen. Damit sei die Teilprivatisierung der Wasserversorgung in Berlin von vorn her­ein ungül­tig, der Rekommunalisierung der Weg geeb­net. Der Kaufpreis von rund 1,8 Mrd. € müsse dann zwar an Veolia&Co zurück­ge­zahlt wer­den, doch auch die Gewinne, immer­hin 1,3 Mrd. €, müs­sen zurück gezahlt wer­den.

Noch ist es in Berlin noch nicht so weit mit der Rekommunalisierung. Aber der wich­tige Anfang ist gemacht wie damals in Paris, Bordeaux vor 5 Jahren…..

Die Öffent­lich­keit ist wach

Ganz, ganz herz­li­chen Dank an alle, die unsere Nachricht von der juris­ti­schen Attacke Veolias gegen Water Makes Money auf­ge­nom­men und wei­ter­ge­lei­tet haben! Es ist ein­fach wun­der­bar, wie die Zivilgesellschaft unab­hän­gig den­ken­der und zum ver­ant­wort­li­chen Handeln berei­ter Menschen in letz­ter Zeit an Kraft und Breitenwirkung zuge­nom­men hat. Die Nachricht hat so eine wahre Welle öffent­li­cher Wahrnehmung aus­ge­löst, in Frankreich wie in Deutschland und den Nachbarländern. Die TAZ, das Hamburger Abendblatt, die Stuttgarter Zeitung, die Berliner Morgenpost, die Junge Welt, die Badische Zeitung in Deutschland, Rue 89, Tele Premiere, Télérama in Frankreich sind nur Beispiele des gewal­ti­gen Echos in der Presse. Auch von TV-Redaktionen wurde bereits Interesse ange­mel­det, über den Fall zu berich­ten. Und ein Blick auf unsere Karte zeigt: Es gibt jetzt enorm viele neue Aufführungen des Films – wun­der­bar!!!!!!

Verdeckte Karten

Auf wel­che kon­kre­ten Punkte im Film sich die Klage Veolias bezieht, wird offi­zi­ell erst im Prozess eröff­net. So kann es der Konzern ver­mei­den, sich recht­zei­tig in die „Karten“ schauen zu las­sen. (Nach deut­schem Recht wäre das gar nicht mög­lich!) Unter dem Eindruck der gro­ßen Öffent­lich­keit wurde der VEOLIA Anwalt inzwi­schen jedoch kon­kre­ter: Man wolle einen ange­mes­se­nen Schadensersatz  für die Verleumdung des Konzerns ein­kla­gen. Man klage gegen den Vorwurf der Korruption, vor allem die Verwendung des Begriffs „Korruption“ im Film.

Die Bestechung gewähl­ter Gemeindevertreter, die Besetzung von EU-Gremien mit Konzern-Vertretern, die über die eigene Beauftragung ent­schei­den, Berichte über die Einladung hoher Staatsbeamter und Ausschussmitglieder auf Yachten in St. Tropez kurz vor der Entscheidung einer mil­li­ar­den­schwe­ren Ausschreibung, all diese und andere Beispiele im Film sol­len nichts mit „……..“ zu tun haben?

Aber man muss wohl sowieso davon aus­ge­hen, dass VEOLIA zum Prozess noch einige andere Klagepunkte prä­sen­tie­ren wird.

Das Zittern beginnt

Grundsätzlich ist es phan­tas­tisch, wie sich ARTE in die­ser Situation ver­hält. Der Programmdirektor gibt ein Interview: „Wir ste­hen hin­ter dem Film“. ARTE France rich­tet am 23.2.2011 eine große Pressekonferenz zu „Water Makes Money“ aus im Auge der „Macht“ in Paris!

Doch seit der „Patron“ (Ceo) von Suez bei der Präsidentin von ARTE anrief, um gegen die Sendung des Films zu pro­tes­tie­ren, gibt es einen gro­ßen Druck auf den Sender. Wenn ein Boss eines Weltunternehmens nichts wich­ti­ge­res zu tun hat, als gegen die Sendung von Water Makes Money zu inter­ve­nie­ren, ist das natür­lich eine große Ehre für den Film! Aber es zeigt auch, wie wich­tig es die­sen Konzernen – jedem auf seine Weise – ist, den Film aus der Öffent­lich­keit zu ver­ban­nen. Im Gegensatz zum NDR, bei dem nach Angaben von VEOLIA 2006 eine Intervention des Konzerns genügte, um den Vorgängerfilm „Wasser unterm Hammer“ von der Mattscheibe zu ver­ban­nen, steht ARTE und seine Präsidentin hin­ter Water makes Money und dem Sendetermin am 22.3.2011!

Doch der nächste Anruf, die nächste Attacke kommt bestimmt.

Aus Vergangenem ler­nen

Das Vorgehen von Globalplayern der Weltwasserwirtschaft gegen unlieb­same Dokumentarfilme ist lei­der kein Einzelfall. So wurde der Film „Flow“ nach der Ausstrahlung in ARTE von SUEZ ver­klagt. In der ers­ten Instanz hat der Film gewon­nen. Doch Suez hat bereits Berufung ein­ge­legt….

Was bei dem Verleumdungsprozess mit Schadensersatzforderungen gegen Water Makes Money mög­lich ist, zeigt die­ser Tage auch das Beispiel des Canal+ Autors Denis Robert. Auch er wurde in Paris wg. Verleumdung ange­zeigt und schließ­lich mit hohen Schadensersatzforderungen ein­ge­deckt, als er die Geldwäsche bei Clearstream auf­deckte. In den Verfahren trieb der Konzern ihn an den Rand des Wahns und Ruins. Er ver­lor in allen Instanzen. Erst jetzt, nach 10 Jahren, hat ein Kassationsgericht fest­ge­stellt, dass all seine Darstellungen im wesent­li­chen rich­tig waren!

Der Umgang der fran­zö­si­schen Justiz mit Journalisten wurde von euro­päi­schen Instanzen immer wie­der gerügt.

Bis der Prozess gegen „Water Makes Money“ eröff­net wird, kann es noch ein Jahr dau­ern. Lassen Sie nicht zu, dass Water makes Money ein neuer Fall Clearstream wird! Deshalb gilt wei­ter­hin:

Verbreiten Sie diese Infos wei­ter!

Jede wei­tere Aufführung des Films, jede bestellte DVD machen Veolia und Suez einen Strich durch die Rechnung!

Informieren Sie Ihre Freunde, Bekannten und die Medien über den ARTE-Sendetermin am 22.3. um 20h40! Je mehr Menschen die­sem Termin „ent­ge­gen­fie­bern“, desto siche­rer wird er. Und der 22.3. 20h40 soll ARTE den Zuschauererfolg besche­ren, den die­ser Sender, die zustän­di­gen Redakteure schon jetzt mehr als ver­dient haben!

Herzlichen Dank an alle, die die­sen Fall in Erinnerung hal­ten!

Falls Sie noch nicht auf dem Verteiler sind oder sons­tige Fragen haben, schrei­ben Sie an film[at]watermakesmoney.org

Ihr Water Makes Money – Team

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Nic

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