thumbs taz greun Die TAZ in grünWie ange­kün­digt (ver­spro­chen), kommt die TAZ heute in grü­nem Gewand. Auch das Bloghaus hat sich der Solidaritätsaktion ange­schlos­sen und zwar nicht den Hintergrund, aber die Schrift zu grün geän­dert.

Ich habe den Aufruf bereits unter­schrie­ben und hoffe, der eine oder andere Leser des Blogs tat das eben­falls.

Wer Seiten im Netz fin­det, die dem Beispiel der TAZ folg­ten und sich heute in grün zei­gen: bitte in den Kommentaren pos­ten. Ich werde im Laufe des Tages auch noch ein wenig danach suchen.

Nic

Zur Aktion selbst schreibt Ines Kappert in der TAZ:

BERLIN taz | Seit fünf Tagen läuft die taz-Kampagne gegen die Verurteilung der bei­den ira­ni­schen Regisseure Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof. Über tau­send Leserinnen und Leser sind dem taz-Aufruf bereits gefolgt und pro­tes­tie­ren dage­gen, dass die bei­den Künstler mit sechs Jahren Haft und zwan­zig Jahren Berufsverbot belegt wer­den. Das Urteil ver­langt zudem, dass die bei­den Künstler in den nächs­ten zwei Jahrzehnten weder das Land ver­las­sen noch mit der Presse spre­chen dür­fen.

Panahi und Rasoulof waren dabei, einen Film zu dre­hen. Etwa ein Drittel war bereits gedreht und lag im Rohschnitt vor. Die ira­ni­sche Justiz wirft ihnen “Verschwörung gegen die natio­nale Sicherheit des Iran” und “Propaganda gegen die Islamische Republik” vor. Es ist das erste Mal in der Kino- und Mediengeschichte, dass bereits die Absicht, einen Film zu machen, als Verbrechen geahn­det wird.

Der ein­und­fünf­zig­jäh­rige Panahi zählt zu den renom­mier­tes­ten Filmemachern im Iran. “Der Kreis” wurde von den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2000 mit dem Goldenen Löwen aus­ge­zeich­net. 2003 ehrte das Filmfestival in Cannes sei­nen Film “Blutrotes Gold” mit dem Großen Preis der Jury und “Offside” erhielt 2006 den Silbernen Bären auf der Berlinale. Rasoulof erregte mit “The White Meadows” (2009) und der Dokumentation “Im Reich der Schüssel” (2007) Aufmerksamkeit.

Beide Filmemacher bekann­ten sich zur Oppositionsbewegung, die sich 2009 im Zuge der Wahlfälschungen durch Präsident Ahmadinedschad for­mierte. Die Bewegung wählte die Farbe Grün zum Symbol. Sie eig­nete sich damit die Nationalfarbe des Iran an, die auch im Islam eine große Rolle spielt. Und so wech­selt auch die taz die Farbe in Solidarität mit Panahi und Rasoulof und färbt ihre Print- wie ihre Online-Ausgabe grün ein.

Derzeit sind die bei­den Filmemacher noch auf freiem Fuß, nach der Urteilsverkündung Ende letz­ten Jahres kamen sie gegen Kaution frei. Das Berufungsverfahren ist noch anhän­gig. Wann die Haftstrafe voll­zo­gen wird, ist der­zeit unklar.

Bei der Eröffnung des Teheraner Filmfestivals letzte Woche ver­langte der im Iran sehr bekannte Filmemacher Masoud Kimiai in sei­ner Eröffnungsrede die Freilassung von Panahi und Rasoulof. Das gesamte Publikum erhob sich und klatschte Beifall. Die Veranstaltung wurde im Staatsfernsehen über­tra­gen.

Anlässlich der Proteste in Ägyp­ten und in Tunesien haben die Oppositionsführer Hossein Mussawi und Mehdi Karrubi bei der ira­ni­schen Regierung um Erlaubnis gebe­ten, in Solidarität mit den Protestierenden in der ara­bi­schen Welt am 14. Februar in Teheran demons­trie­ren zu dür­fen. Dem Gesuch wurde nicht statt­ge­ge­ben. Stattdessen bot die Regierung den Oppositionsanhängern an, sie könn­ten am 32. Jahrestag der Revolution an den Feierlichkeiten teil­neh­men, um ihre Solidarität mit den Ägyp­tern zum Ausdruck zu brin­gen.

Künstler, Kulturschaffende und Politiker pro­tes­tie­ren heute in Deutschland gegen die Zerstörung von Existenzen, nur weil sie auf das Recht der Meinungsfreiheit und der künst­le­ri­schen Freiheit behar­ren. Die Schauspielerin Pegah Ferydoni sagte der taz, dass sie in den dra­ko­ni­schen Maßnahmen die “Furcht des Regimes vor der emo­tio­na­len Kraft der Kunst” sehe.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD) sagte der taz: “Ich pro­tes­tiere gegen die Inhaftierung der bei­den Regisseure und bedaure sehr, dass Jafar Panahi nicht als Jurymitglied teil­neh­men kann.” Claudia Roth (Die Grünen) stellt fest: “Ahmadinedschads Regierung hat im Jahre 32 der Revolution alle Legitimation ver­lo­ren und setzt auf nackte Gewalt. Den Menschen, die dage­gen auf­be­geh­ren, gehört unsere volle Solidarität.”

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Nic

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