Mittwoch , 22 Mai 2013
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Der Papst kommt: Homo-Gruppen planen Protest

Queer.de: Unter dem Motto “Der Papst kommt” wol­len sich Aktivisten tref­fen, um über Reaktionen auf den Deutschland-Besuch des Papstes im September 2011 zu bera­ten.

Am 17. Februar fin­det das erste Netzwerktreffen in den Räumlichkeiten des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg statt. Zu dem Termin erwar­tet wer­den nach Angaben des LSVD Vertreter von etwa ein Dutzend Organisationen, die zum Thema sexu­elle Selbstbestimmung arbei­ten. Geplant sind gemein­same Aktivitäten im Rahmen des Papst-Besuches.

Der LSVD hatte im Dezember letz­ten Jahres bereits die Einladung des Papstes als Redner im Bundestag scharf kri­ti­siert. Sprecher Manfred Bruns erklärte damals, dass die deut­schen Parlamentarier einen Kniefall vor einem Religionsführer mach­ten, “der kei­nen Zweifel daran lässt, dass er wesent­li­che Grundlagen unse­rer Verfassungsordnung wie Gleichberechtigung und Diskriminierungsverbot ablehnt” (queer.de berich­tete). Der Lesben- und Schwulenverband regte an, der Papst solle das Denkmal für die im Nationalsozialismus ver­folg­ten Homosexuellen besu­chen.

Wenig Protest unter deut­schen Politikern

Trotz sei­nes kate­go­ri­schen Neins zur Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben kann sich der Papst jedoch auf die Unterstützung aller im Bundestag ver­tre­te­nen Parteien ver­las­sen. Nur wenige Politiker wag­ten es, sich dem Konsens zu ent­zie­hen, so etwa der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck – der Kölner Abgeordnete wurde jedoch schnell von sei­ner Berliner Fraktionschefin Renate Künast zurück­ge­pfif­fen (queer.de berich­tete).

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Rolf Schwanitz gehört zu den weni­gen Politikern, die den Papst-Auftritt kri­ti­sie­ren. Im Deutschlandfunk warnte er vor einer katho­li­schen Werbeveranstaltung: “Der wich­tigste Grund ist aus mei­ner Sicht, dass dem Vertreter einer spe­zi­el­len Glaubensrichtung nicht der­art das Podium gebo­ten wer­den sollte. Das wirft viele Fragen auf, für die Verquickung von Staat und Kirche.”

Unionspolitiker beto­nen aber, dass die deut­sche Demokratie maß­geb­lich auf Werten beruhe, “die durch das Christentum geprägt sind”, wie Stefan Müller von der CSU erklärte. Auch Politiker der Linken haben ihr Okay für den Auftritt gege­ben – sie beto­nen, dass es mit der katho­li­sche Kirche Über­ein­stim­mun­gen in sozia­len Fragen gebe. (dk)

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Über Nic Frank

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