Man schob mich ab ins Erziehungsheim,
6 Jahre, stand auf dem Schein.
Auf Staatskosten würde ich hier leben
dafür könnte ich auch arbei­ten,
und mich auch regen.
Den gan­zen Tag, von früh bis spät
für 4 Pfennig die Stunde,
so wie es hier steht.
Prügel gab es fast jeden Tag,
so viel, und oft, wie der Erzieher mag.
Du bist kein Mensch,
du bist nichts wert,
du bist nur Dreck,
drum nahm man dich,
aus der Gesellschaft weg. 

Das du hier bist, hat schon sei­nen Grund,
jetzt geh an die Arbeit, und halt dei­nen Mund.
Wie ein Tier, sperr­ten sie mich ein,
dabei wollt ich doch frei -und gebor­gen sein.
Nun war ich hier, allein, ver­las­sen,
alle schie­nen mich zu has­sen,
nie­mand hat sich sehen las­sen.
Zu Weihnachten, kam keine Post,
und kein Paket, jeder aus dem Weg mir geht.
Für jede Kleinigkeit, 
egal was immer,
sofort in das Besinnungszimmer.
Und die Seele schreit vor Not,
nur Wasser gab´s, und tro­cken Brot.
Dort war es dun­kel, still und kalt,
kein freund­lich Wort im Heime schallt.
Und jeden Tag, erneut und wie­der,
du bist kein Mensch, du bist zuwi­der.
Du lan­dest wie­der in den Gassen
dich wird man nie in Ruhe las­sen,
du lan­dest ganz bestimmt im Knast,
weil du kei­nen Charakter hast.
Aus dir wird nie was, du bist nur Dreck,
drum bist du hier, sperrt man dich weg.
Und die Moral von der Geschicht,
ich hab´s erlebt, ist kein GEDICHT.

Dietmar Krone

ver­öf­fent­licht beim hpd

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Iran-Mahnwache Berlin, 31.07.2011
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