Die Unis müssen sich nicht dem Islam öffnen

Jurist Prof. Dr. Janbernd Oebbecke © Uni Münster

Der Juraprofessor [Janbernd Oebbecke] beklagte, seit Jahren beton­ten alle poli­ti­schen Kräfte, wie wich­tig die Einführung eines Religionsunterrichts für mus­li­mi­sche Schüler sei. „Dennoch gibt es ihn bis heute nir­gendwo in Deutschland.“

meint der in Münster tätige Professor und lügt damit. Oder hat sich nicht rich­tig infor­miert. Denn es gibt die­sen isla­mi­schen Religionsunterricht. In Berlin-Neukölln zum Beispiel.

Ich lese im MiGAZIN ganz gerne mal; aber die­ser Artikel – aus dem das Zitat stammt – stinkt mir gewal­tig.

Das deut­sche Religionsrecht muss sich [...] dem Islam öffnen.

steht da zum Beispiel. Das ist ein Fehlschluss! Denn rich­tig wäre, dass sich das Recht völ­lig von jeg­li­cher Religion lösen muss! Weder darf die Scharia noch die neu ent­deckte “christlich-jüdische Leitkultur” zur Grundlage für ein demo­kra­ti­schen Staat wer­den. Die dür­fen es nicht weil sie es nicht kön­nen. Die sog. “christ­li­chen Werte” sind – wört­lich genom­men (und die Evangelikalen neh­men sie wört­lich!) – so wenig dazu geeig­net, demo­kra­ti­sche Werte zu ver­mit­teln wie die isla­mi­schen.

Menschenrechte kom­men in bei­den nicht vor.

„Andernfalls steht das bis­he­rige koope­ra­tive Verhältnis von Religion und Staat in Deutschland auf dem Spiel“, sagte er [Prof. Oebbecke] am Dienstagabend in Münster. Wer den Islam nicht ins beste­hende Religionsrecht inte­griere, stelle das System als Ganzes aufs Spiel…

Das immer­hin ist rich­tig erkannt. Dieses System ist es wert, abge­schafft zu wer­den. Aus die­sem Grunde haben weder Theologie noch Islamische Religion etwas an deut­schen Hochschulen zu suchen. Wenn die Religiösen das Bedürfnis haben, sich theo­lo­gi­sche Leiter aus­zu­bil­den, dann dür­fen sie das selbst­ver­ständ­lich. Das ist ihr gutes Recht. Aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit, der Steuerzahler.

Religionen haben nichts, aber auch gar nichts an öffent­li­chen Schulen und Universitäten ver­lo­ren.

Nic

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Nic

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8 Responses to Die Unis müssen sich nicht dem Islam öffnen

  1. Frank sagt:

    das sehe ich etwas anders. Religion kann schon an Unis gelehrt wer­den, auch kön­nen Religionslehrer (Religionsunterricht ist ja fakul­ta­tiv immer mög­lich, also braucht es auch Lehrer ) oder “Religionswissenschaftler” ( *hust­hust*) aus­ge­bil­det wer­den. ABER:

    - unter Beachtung der Freiheit von Wissenschaft und Lehre (d.h. z.B. kein Mitsprache/Mitbestimmungsrecht von Religionsvertretern bei Lehrstuhlbesetzungen, bei Forschungsthemen etc.)
    - Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Ausbildung, Lehre und Forschung
    - was gar nicht geht ist “Missionswissenschaft”
    - (teil­weise) Kostenübernahme durchh Religionsverbände

    Gruss Frank

  2. Sebastian sagt:

    Ich ver­stehe die­sen Hass nicht.
    Als ich vor mehr als 15 Jahren Theologie stu­dierte, konnte ich das ganz in Ruhe und ohne Anfeindungen tun. Niemand stellte da je in Frage.
    Heute? Heute müs­sen sich junge Theologiestudenten dafür “Entschuldigen”, dass sie stu­die­ren, was sie stu­die­ren.

    @Frank: es gibt weib­li­che Theologinnen.

    • Nic sagt:

      Ich will nicht hämisch sein, Sebastian. Aber 15 Jahre kön­nen die Welt und das Weltbild ver­än­dern. Zum Glück.

      Zwar bin ich nicht Frank; aber zeige mir EINE, nur eine ein­zige weib­li­chen römisch-katholische Priesterin. Ich ver­spre­che, nie wie­der dar­über zu mosern.

  3. Nic sagt:

    Den Artikel gibt es auch hier: http://tinyurl.com/64gxwnv

  4. Frank sagt:

    a; Niemand muss sich für seine Fachrichtung ent­schul­di­gen. Aber alle Lehrstühle müs­sen gleich­be­han­delt wer­den. Es kann keine welt­an­schau­li­chen Privilegien an Unis geben, dass wider­spricht allen demo­kra­ti­schen und wis­sen­schaft­li­chen Grundsätzen. Die Wissenschaft (mit Ausnahme der Konkordate) ist frei!

    b; selbst in der jüdi­schen Gemeinschaft wer­den jetzt wie­der Rabinerinnen aus­ge­bil­det. Das lag lange dar­nie­der, weil das Reformjudentum durch unsere Großeltern quasi aus­ge­rot­tet wurde. http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/die-erste-rabbinerin-seit-75-jahren/

    Nun wird es Zeit, dass die ande­ren Religionen eben­falls aner­ken­nen, dass Gott/Allah/XY die Menschen gleich­be­rech­tigt haben möchte.

  5. [...] This post was men­tio­ned on Twitter by Maik, Nic. Nic said: Neu: Die Unis müs­sen sich nicht dem Islam öffnen #auf­klae­rung #bil­dung #deutsch­land #reli­gi­ons­kri­tik… http://wp.me/pUxMf-1X8 [...]

  6. Jo sagt:

    ich halte es für unnoe­tig dass ueber­haupt theo­lo­gie an hoch­schu­len unter­rich­tet wird. wenn dann reli­gi­ons­wis­sen­schaf­ten, aber nicht theo­lo­gie. die kann ein­fach nicht wis­sen­schaft­lich sein? wie auch, wo doch die “hei­li­gen” bue­cher an sich mehr als unwis­sen­schaft­lich sind und kei­ner wis­sen­schaft­li­chen prue­fung stand­hal­ten koen­nen.

    • Frank sagt:

      Man kann sie ja unter “Philosophie” sub­sum­mie­ren. Auch Kant, Fichte und Hegel sind nicht im wis­sen­schaft­li­chen Sinne beweis­bar. Wichtig ist mir, dass die Ausbildung nicht in irgend­wel­chen obsku­ren Instituten son­dern unter Aufsicht der (wis­sen­schaft­li­chen) Öffent­lich­keit statt­fin­det. Das beugt auch Radikalisierungen vor. Die Alternative wäre näm­lich, dass wir dann unsere Pfarrer/Imame/Theologen/Religionslehrer direkt aus Saudi-Arabien, dem Iran oder Rom bekä­men. Und das kann nie­mand wol­len.