Freitag , 24 Mai 2013
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Bayerns Laizisten: Der Staat braucht keinen religiösen Vormund

Gastbeitrag

von Georg Korfmacher

MÜNCHEN. (fgw) Eine Nachricht von jen­seits der Thüringer Landesgrenzen zeigt: Das “katho­li­sche Bayern” kann auch anders. Denn hier hat sich am 16. Januar in der Partei DIE LINKE eine “Landesarbeitsgemeinschaft Laizismus” gegrün­det. Es dürfte dies die erste lai­zis­ti­sche Gruppierung in die­ser Partei auf Landesebene sein.

Auch weil Angela Merkel mit ihrer Aussage, dass der fehl am Platz in Deutschland sei, der das christ­li­che Menschenbild nicht akzep­tiert, alle Andersdenkenden dis­kre­di­tiert, hat sich nach gründ­li­cher Vorbereitung und mit bay­ern­wei­ter Beteiligung am 16.Januar 2011 in München die Landesarbeitsgemeinschaft “Laizismus” kurz LILA, in der Partei DIE LINKE gegrün­det. Aus dem Vorstand wur­den Rita Mascis und Georg Korfmacher, beide München, als Sprecher gewählt.

Die lin­ken Laizistinnen und Laizisten haben sich ehr­gei­zige Ziele gesetzt: „In den der­zeit vom Alleinvertretungsanspruch einer christlich-jüdischen Leitkultur gepräg­ten Beziehungen zwi­schen Staat und Kirche wol­len wir das Thema Laizismus sach­lich auf­ar­bei­ten und allen Interessierten als Leitmotiv für eine demo­kra­ti­sche Gesellschaftsentwicklung anbie­ten. Der Staat braucht kei­nen reli­giö­sen Vormund.”

Tatsächlich scheint es beson­ders in Deutschland Aufklärungsbedarf zu geben. Während der Papst erst jüngst wie­der den Laizismus reli­gi­ons­feind­li­chem Fundamentalismus gleich­setzt und somit dif­fa­miert, kas­siert der lai­zis­tisch geprägte Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, Straßburg, bereits Urteile deut­scher Gerichte, die mit kir­chen­freund­li­chen Begründungen unzu­läs­sig in die Freiheitsrechte der Bundesbürger ein­ge­grif­fen hat­ten. Unter sol­chen Vorzeichen wird auch die ange­kün­digte Rede des theo­kra­ti­schen Staatsführers Joseph Ratzinger im demo­kra­ti­schen Bundestag strikt abge­lehnt.

„Auch die unde­mo­kra­ti­sche und so nicht hin­nehm­bare Schieflage bei der Finanzierung kirch­li­cher Würdenträger und Institutionen aus öffent­li­chen Steuermitteln ist uns ein bren­nen­des Anliegen, zumal über 1/3 unse­rer Bevölkerung den ein­sei­tig begüns­tig­ten Kirchen gar nicht ange­hö­ren. Ebenso ist die Rechtsstellung der abhän­gig Beschäftigten deut­lich ver­bes­se­rungs­be­dürf­tig. Ich spre­che da aus mei­ner kom­mu­na­len und gewerk­schaft­li­chen Praxis.”, so Vorstandsmitglied und Stadtrat Frank Heinze aus Erlangen.

Mit ihrer Gründung setzt die Arbeitsgemeinschaft auch ein deut­li­ches Zeichen inner­halb der eige­nen Partei und will das eigen­stän­dige Profil zum Thema Staat und Religion schär­fen hel­fen. Wichtige Themen wer­den in die­sem Jahr die Beteiligung an der Programmdebatte in der Linkspartei, die Mobilisierung gegen die geplante Rede des Papstes im Bundestag und die Kontaktaufnahme zu freigeistig-humanistischen Verbänden und lai­zis­tisch ori­en­tier­ten Mitgliedern ande­rer demo­kra­ti­schen Parteien sein.

Über Nic Frank

Hauptautor des Blogs, alles andere steht auf einer Extraseite.

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