Vom Kommunistenhass des Brightsblog
Da maßt sich also ein immer anonym bleibender Klaus Nickpol an, über eine Frau zu werten, der er nicht einmal das Wasser reichen könnte. Jemand, der außer Sprüchen und in gelebter Anonymität meist nichts weiter verbreitet als geklaute Pressemeldungen, versucht, Mina Ahadi zu diskreditieren.
Es gab eine Zeit, da fühlte ich mich dem Brights-Blog nahe. Das ist jedoch lang her. Vor allem, weil bei mir der Eindruck entstand, dass es den Brights in Deutschland vor allem darum geht, klugzuscheissern. Sich selbst reden zu hören muss ein solch erhebendes Gefühl sein, dass jegliche Aktion dadurch ausgeschlossen wird.
Ich kann mich nicht erinnern, einen von denen je auf einer Demo gesehen oder seine Stimme gegen das schreiende Unrecht in der Welt erhoben zu haben.
Wer Mina Ahadi in der Diskussion erlebt hat wird in der Argumentation kaum einen Unterschied zwischen ihr, einem Mullah Omar oder Kardinal Meisner feststellen. (Quelle: Brightsblog)
Wer jedoch Klaus Nickpol genauer liest – und die Kommentare auf diesen Artikel – wird in seiner Argumentation schnell feststellen, dass zwischen ihm und anderen Populisten kaum ein Unterschied besteht. Über diese Thematik habe ich bereits schon einmal geschrieben.
“Großes Maul und nichts dahinter” nannte Dr. Ring-Ding diese Maulhelden in einem Lied. Dieser Kommunistenhass, der auch so manchem Säkularen offenbar die Brille verkleistert, ist nicht nur dämlich. Er schadet auch dem, was ich für unsere gemeinsame Sache halte.
Mir persönlich sind allemal Menschen wie Mina Ahadi lieber, die etwas tun und die für etwas stehen als jeder, der im bequemen Sessel sitzt und nur meckert. So wie Klaus Nickpol, der schreibt:
Da finden es dann deutsche Politiker und Medien bizarr, wenn die zum Tode verurteilte Iranerin rechtlich gegen Ahadi und die Journalisten vorgehen will. Verarscht wurde letztlich sie und ihr Sohn, ebenso wie die beiden Journalisten.
was sehr deutlich zeigt, das er nichts, aber auch gar nichts verstanden hat. Und wie sagt Dieter Nuhr: “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!”
Nic
11 Responses to Vom Kommunistenhass des Brightsblog

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das zeigt wieder mal sehr schön, dass es “den Kommunisten” auch nicht gibt und diese Strömung auch sehr heterogen ist. Und Leute wie Nickpol einfach keine Ahnung haben. KommunistInnen in islamischen Staaten z.B. werden meistens, so man ihrer habhaft wird, schlichtweg umgebracht. HAMAS hat den Kampf gegen den Kommunismus übrigens auch in der Satzung stehen.
Was sie also eigentlich mit westlichen KommunistInnen machen müssten, die Gaza erreichen und den “Kampf gegen die Besatzung” unterstützen, entlockt mir immer wieder ein Lächeln. Ganz aktuell:
Schwächelnde Hamas greift wachsende Linke Organisationen an:
http://switzerland.indymedia.org/de/2010/09/77366.shtml
Und trotzdem sind die europäischen Kommunisten meist glühende Verfechter des Islam, sehen islamistische Regime als Verbündete und sind zuvörderts vehemente “Israelkritiker” *husthust*. Von ein paar Ausnahmen abgesehen.
Das Israel (neben Libanon)das einzige Land im nahen Osten mit einer legalen kommunistischen Partei (sogar mit Parlamentssitzen) ist, negieren viele gerne.
Man kann durchaus viel gegen das Gesellschaftmodell Kommunismus vorbringen (gerade wenn man deren vorderste Vertreter so sieht), aber auch hier gilt:
“Ohne Zorn und Eifer”.
In einem muss ich dir widersprechen. Ich hab schon mal ne Bright auf ner Demo getroffen. Der Robert war auch zur Pro Reli Abschlusskundgebung. Er ist der, der hier das rote Nein hoch hält. http://fsm-uckermark.blogspot.com/2009/04/polizei-schutzt-pro-reli-demo.html
Wir haben uns anschließend auch ganz dufte unterhalten. Aber der ist ja auch nicht nickpool.
Ansonsten volle Zustimmung.
Stimmt! Robert schließe ich aus. Mit ihm habe ich auch schon auf dem Bebel-Platz gestanden.
Also, Robert, solltest Du das lesen: Du bist nicht gemeint mit meinem Pauschalurteil. (Und über das Nur-Reden haben wir uns ja unterhalten und es hat uns beiden nicht genügt.)
Also ich finde deine Pauschalkritik gegen die Brights unüberlegt und nicht haltbar. In den USA und UK sind die Brights eine zahlenmäßig größere Bewegung; in Deutschland ist der Versuch, diesen positiven neuen Begriff für religionsfreie Menschen in eine soziale Bewegung umzusetzen, vorerst gescheitert. Die säkulare Szene hierzulande ist zu zerstritten und zu individualistisch. Den Evangelikalen im Land kann man noch leicht ausweichen, daher kein Leidensdruck.
Auch ich nenne mich nach wie vor Bright, wie Du eigentlich weißt, aber habe mich aus dem Brightsblog vor einer Weile (1/2 Jahr) zurückgezogen. Vorher schrieb ich ein Jahr für die Brights Marburg, aber die Medienkammer Hamburg respektiert die Meinungsfreiheit bekanntlich wenig. Als kleiner Blogger ohne reichlich Knete, um jahrelange Prozesse mit Revision bis vor den BGH zu führen, kann das niemand durchhalten. Geld regiert die Welt?
Genau wie Robert gehe auch ich ab und zu auf Demos und organisiere Veranstaltungen. Das gilt für andere Brights ähnlich.
Mit Nickpols Artikel habe ich nichts zu tun. Nachdem ich den gelesen habe -anscheinend hat er ihn tatsächlich selbst verfasst – habe ich allerdings keine klar negative Auffassung wie Du dazu. Er wirft Frau Ahadi vor, Angehörige einer Polit-Religion zu sein, nämlich des Stalinismus. Er sagt, mit ihr käme man vom Regen (Mullah-Regime) in die Traufe (KGB-StaSi-Staat). Ob er damit recht hat, weiß ich nicht. Ich kenne Ahadi zu wenig.
Die Schmähkritik gegenüber seiner angeblichen Tatenlosigkeit muss ich allerdings zurückweisen. Ich war für etliche Monate Redakteur beim Brightsblog. Daher weiß ich sehr genau, wieviel Arbeit dahintersteckt, jeden Tag mindestens zwei bis vier neue Artikel anzubieten. Klaus Nickpol macht das verlässlich seit vielen Jahren! Das nenne ich Tatkraft! Täte er das nicht, wäre der Brightsblog nicht Pagerank 6, das heißt jeden Tag mehrere Tausend Leser, sondern ein kleiner Klecker-Blog, wie es so viele gibt, die sonst keiner ernstnimmt.
Seine harte Kritik an Mina Ahadi mag Dich (zu recht?) ärgern, aber Du solltest sie mit Gelassenheit ertragen. Was kümmert es Dich, was er meint, gegen den Stalinismus zu poltern. Ein bloßer “Antikommunist” ist Nickpol sicherlich nicht.
Dass Ahadi gegen die Steiniger und Gottesstaatler Irans weiterhin Proteste organisiert, bleibt richtig. Ob sie da immer die richtigen Methoden anwendet (Vorwurf, die beiden Journalisten falsch beraten zu haben), muss kritisierbar sein und bleiben. Findest Du nicht auch?
Hallo Kuro,
Danke für den Kommentar.
ja, das darf und muss kritisierbar sein. Ich werde darauf heute noch (Achtung, Maximilian) in einem Artikel antworten.
Womit ich im Falle des Nickpolschen Artikel ein Problem habe: er ist ein “Schreibtischtäter” – einer seiner beifallklatschenden Kommentatoren ist jemand, der der islamischen Republik sehr nahe steht. Und ich meine, dass wir als Humanisten auf diesen Beifall halt verzichten sollten. Nicht einmal darauf hin schreiben sollten, aus dieser Ecke Beifall zu bekommen.
PS: Deine Stimme fehlt, Kuro. Schreib mal wieder!
Der Artikel im Brightsblog war offensichtlich an vielen Stellen polemisch und nicht objektiv. Er enthielt aber auch viele schwerwiegende Vorwürfe gegen Ahadi, die nicht so einfach (“großmäuliger Kommunistenhasser” etc.) von Tisch zu wischen sind. Wäre schön wenn du auf diese Vorwürfe eingegangen wärst oder das noch nachholst.
[...] 33. Zeitgeschmack Fashionblog (516) 34. Pimpettes (548) 35. Burks Blog (577) 36. Pornoanwalt (583) 37. Nics Bloghaus II (623) 38. Fashion Insider Magazin (635) 39. Nikos Wein- und Gourmetwelten (667) 40. Tutsi (686) 41. [...]
[...] Redlichkeit, usw… zu tun haben könnte… Nic Bloghaus hat wohl recht, als er schrieb: „Es gab eine Zeit, da fühlte ich mich dem Brights-Blog nahe. Das ist jedoch lang her. Vor [...]
Eine widerliche Hetze gegen Mina Ahadi, voller Verschwörungsdenke und Falschheiten. Scheinbar liegt dieses Brights-Blog auf den Servern vom Richward Dawkins.net (Dawkins selbst mag Mina Ahadi und lobte sie sehr). Meine Meinung dazu siehe hier:
http://windylookout.wordpress.com/2011/01/08/hetze-gegen-mina-ahadi-auf-dem-deutschen-blog-der-brights/
Hallo Nic,
Du schreibst:
„Jemand, der außer Sprüchen und in gelebter Anonymität meist nichts weiter verbreitet als geklaute Pressemeldungen, versucht, …“ … „Ich kann mich nicht erinnern, einen von denen je auf einer Demo gesehen oder seine Stimme gegen das schreiende Unrecht in der Welt erhoben zu haben.“ … „Mir persönlich sind allemal Menschen wie Mina Ahadi lieber, die etwas tun und die für etwas stehen als jeder, der im bequemen Sessel sitzt und nur meckert.“
Ich finde, dass Du voreilig urteilst und ohne ausreichende Informationen über den Gescholtenen. Ich kenne „nickpol“ persönlich und kann Deine Einschätzung, die Du offenbar nur aus seinen Texten destillierst, nicht teilen. Er ist beruflich weltweit(!) unterwegs, nur ganz gelegentlich mal in Berlin, kann daher an Demos, bei denen Du ihn gern sehen würdest, nicht teilnehmen. Und er ist seit längerer Zeit in einem – vergleichsweise liberalen – islamischen Staat tätig. Vielleicht trägt das auch dazu bei, so Manches aus anderer Perspektive zu sehen. Von daher vertreten seine Texte mitunter eine für uns vielleicht nicht immer sofort nachvollziehbare Position. Aber unterstellen wir doch einfach mal, dass ein Kontinente überspringender Ortswechsel auch einen Perspektivewechsel und andere Einsichten bedingen kann. Vielleicht hat seine Anonymität auch mit seinem derzeitigen Arbeitsort zu tun. Dass er im bequemen Sessel sitzt und nur meckert, finde ich ungerecht. Jeder, der seine Freizeit für die weltweite Verwirklichung der Menschenrechte einsetzt, tut mehr als jeder andere Mensch, der tatsächlich „bequem im Sessel sitzt“, fernsieht und sich über das weltweite Unrecht nur aufregt. Und es bei dieser bloßen Erregung auch belässt.
Generell wünsche ich mir, dass wir mehr die Gemeinsamkeiten in unseren Aktivtäten sehen und nicht in erster Linie das, was uns trennt. Die Schar der Aktiven, die sich um Aufklärung bemühen und sich für in Not und Lebensgefahr bedindliche Menschen einsetzen, ist viel zu gering, als dass wir es uns leisten sollten, uns auch noch gegenseitig ohne wirklich triftige Gründe zu befehden.
So gesehen leistet Du mit Deinem Bloghaus tatsächlich außerordentlich Anerkennenswertes für Aufklärung und an Hilfe für bedrängte Menschen. Das zählt für mich in erster Linie, weniger das, wo wir gelelgentlich nicht so übereinstimmen.
Danke, Uwe.
Wir müssen uns unterhalten.