Ali Gomaa: Der Islam, der uns in unserer Jugend beigebracht wurde, ist eine Religion, die sich für Frieden und Vergebung ausspricht. Der erste prophetische Spruch, den ein Schüler des Islam lernt, lautet: „Denen, die Gnade zeigen, wird Gnade erwiesen vom All-Gnädigen. Zeigt Gnade denen auf Erden und Er im Himmel wird Euch Gnade erweisen.“
Terrorismus kann also nicht das Ergebnis eines richtigen Verständnisses von Religion sein. Es ist vielmehr die Manifestation der Morallosigkeit von Menschen mit grausamen Herzen, hochmütigen Seelen und verdrehtem Verstand. (Quelle: Tagesspiegel)
Klingt erst einmal gut. Aber stimmt das auch? Ist es wirklich so einfach? Ich habe da so meine Zweifel.
Nic
Nics Bloghaus
Ja wer hat ihnen denn den Verstand verdreht?
Tut mir leid, aber Worte von Muftis, Bischöfen und Rabbinern lassen in mir gleichermaßen Skepsis aufkommen.
Mein Lieber,
wen meinst Du? Doch hoffentlich nicht mich…
Dass ich skeptisch bin steht doch deutlich in der letzten Zeile…
Natürlich bist Du ebenso skeptisch wie ich, das steht doch in der letzten Zeile.
Ich meinte, es sind ja gerade Muftis und Imame, die diesen Leuten den Verstand verdrehen!
Man sollte sich mal genauer mit Herrn Gum’a auseinandersetzen! So sagt er beispielsweise folgendes:
Question: “Is it permitted to kill an Israeli traveling outside the borders of his land?”
Sheikh Gum’a: “Yes, it is permitted to kill him, because he is a Harbi and the Harbi spreads corruption throughout the face of the earth.”
(Quelle: http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/961.htm)
Er vertritt hier das klassische Harbi-Konzept, nachdem Nichtmuslime, hier Juden, die dem Islam als feindlich gelten, jederzeit getoetet werden duerfen. (http://de.wikipedia.org/wiki/%E1%B8%A4arb%C4%AB)
Geschuetzt sind dagegen Dhimmis, die demuetig (saghirun) aus eigener Hand (‘an yadin) die Kopfsteuer (dschizya) entrichten (Kopten tun das heute nicht mehr) und Musta’mins, die einen temporaeren Schutz geniessen, was Gum”a in dem oben angegebenen Interview fuer christliche Amerikaner als Soladten in Saudi-Arabien bejaht.
Man muss dazu wissen, dass es im orthodoxen Islam kein allgemeines Verbot gibt, Menschen zu toeten. Das Toeten von Menschen faellt je nach den Umstaenden in eine der fuenf Kategorien:
1. Wajib, obligatory; also known as: fard, rukn
2. Mustahabb / Sunnah, recommended, also known as fadilah, mandub
3. Mubah, neither obligatory nor recommended (neutral)
4. Makruh, abominable (abstaining is recommended)
5. Haraam, prohibited (abstaining is obligatory)
Da im orthodoxen Islam darueber hinaus Moralitaet und Rechtsordnung in der Schari’a zusammenfallen, ist das Toeten von Menschen, wenn es in die Kategorie 1 bis 3 faellt, auch nicht moralisch verwerflich.
Man muss sich in das Denkgebaeude des orthodoxen Islams einarbeiten, um die Aussagen Gum’a richtig zu verstehen.
In konkreten Fall Gum’a fuerht das zu Ergebnissen (wie von Nic erahnt!), die einem die Haare zu Berge stehen lassen!